Hassan Al Thawadi: Bezeichnet die WM 2022 als Katalysator für die Region
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Hassan Al Thawadi: Bezeichnet die WM 2022 als Katalysator für die Region

WM 2022: Katar arbeitet weiter an Reformen

Katar entschädigt WM-Arbeiter für Rekrutierungsgebühren

  • Andreas Werner
    vonAndreas Werner
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Katar zahlt älteren Arbeitern auf den Baustellen der WM 2022 Entschädigung - OK-Chef Hassan Al Thawadi: „Unethisches Problem auf der ganzen Welt“

München – Katar bemüht sich, die Situation der Arbeiter auf den Baustellen für die WM 2022 zu verbessern. Nun verkündete das Emirat, dass es in den nächsten zwei Jahren rund fünf Millionen Dollar (4,1 Millionen Euro) als Entschädigung für Rekrutierungsgebühren aus der Vergangenheit bezahlt werden.

Die „Workers Welfare Standards“ (WWS), die in allen Verträgen der WM-Projekte verankert sind, verbieten die Erhebung von Anwerbungsgebühren. Viele ältere Arbeiter, die vor der Einführung der WWS eingestellt wurden, hatten noch solche Gebühren entrichten müssen. „Unethische Rekrutierung ist ein globales Problem und ein Bereich, mit dem sich viele Länder auf der ganzen Welt auseinandersetzen müssen“, sagte der WM-Generalsekretär Hassan Al Thawadi.

„Allzu oft werden gerade die Menschen ausgebeutet, die ihre Häuser verlassen haben, um für ihre Familien zu sorgen“, führte Al Thawadi aus. Die Bedeutung, die Arbeitnehmer zu entschädigen, sole „nicht unterschätzt werden“. Der OK-Chef bezeichnete die WM bei der Gelegenheit erneut als „Katalysator für Veränderungen, sowohl in Katar als auch in anderen Teilen dieser Welt“.

Einstellungsgebühren seien „ein äußerst komplexes Thema“, man habe sich aber laut Al Thawadi „auf einen Mechanismus geeinigt, um sicherzustellen, dass unsere Mitarbeiter für die Schwierigkeiten, die sie bei ihrer Tätigkeit in Katar erlitten haben, entschädigt werden“.

Der „Supreme Committee for Delivery & Legacy“ (SC), die Organisation, die für die Bereitstellung der WM-Infrastruktur verantwortlich ist, veröffentlichte zudem einen Bericht, in dem einige weitere Verbesserungen der Situation der Arbeiter aufgelistet wurden: 95 Prozent der Mitarbeiter seien in neue Unterkünfte verlagert worden, es wurden spezielle Beschwerdestellen eingerichtet, zudem die ärztliche Betreuung optimiert. Mit der Einführung einer Ernährungsstudie, Gesundheits- und Sicherheitstrainings seien weitere Kritikpunkte aufgegriffen worden, heißt es.

„Wir werden uns nicht damit begnügen, einen Monat Fußball zu veranstalten und dann zuzusehen, wie die Welt weiterzieht“, sagte Al Thawadi, „die Ausrichtung der ersten WM im Nahen Osten ist eine Chance, die wir für unsere gesamte Region und die arabische Welt als äußerst wichtig erachten, um den sozialen Fortschritt zu beschleunigen und eine bessere Zukunft für kommende Generationen zu schaffen.“

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