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Fans beim Länderspiel gegen die Elfenbeinküste: Gedenken an den verstorbenen Torwart Robert Enke.

Ein kleines Stück Normalität - 2:2 gegen die Elfenbeinküste

Gelsenkirchen – Die Entscheidungen, die nach dem Tod von Torwart Robert Enke getroffen wurden, waren die richtigen. Ein Länderspiel am Samstag (gegen Chile) wäre unzumutbar und unangemessen gewesen, doch es hatte Sinn, am Termin des gestrigen Mittwochs und der Partie mit der Elfenbeinküste festzuhalten.

Es war der erste Akt des Es-muss-weitergehen, man merkte den Nationalspielern an, dass sie zum Alltag übergehen wollten. Das Ergebnis hatte in Anbetracht der Umstände eh als zweitrangig gegolten, und so wird das 2:2-Remis nur eine Fußnote in der DFB-Geschichte sein. Auch für Bundestrainer Jogi Löw, der einfach nur wichtig fand, „dass der Fußball wieder beginne, dass es eine gewisse Ablenkung gibt. “

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Im Vorfeld der Partie und aufgrund des schwachen Kartenverkaufs war untergegangen: Rein sportlich hob sich die Auswahl der Elfenbeinküste von den Testspielgegnern, die der DFB zuletzt hatte, angenehm ab. Eine dank blendender Nachwuchsarbeit etablierte Nation, mit Könnern die in europäischen Großklubs gefragte sind.

„Natürlich fragen wir für Freundschaftsspiele auch bei Ländern wie Spanien an“, erzählte DFB-Manager Oliver Bierhoff, „doch wenn man neulich Brasilien – England gesehen hat, dann ist das auch so ein Spiel, das in der Menge untergeht. Und“ – das sollte für die Elfenbeinlüste sprechen – „eine afrikanische Mannschaft haben wir schon lange nicht mehr gespielt“. Die Wahrscheinlichkeit, bei der WM eine zugelost zu bekommen, ist nicht gering.

Erstaunlich schnell fand die deutsche Mannschaft gegen die Ivorer ins Spiel; man merkte ihr an, dass sie die Enke-Trauer verdrängen wollte – das fiel auch Löw angenehm auf: „Die Mannschaft hat engagiert gespielt. Sie hat das Spiel angenommen und wollte es gewinnen.“

Und es gab auch interessante sportliche Aspekte. Man blickte auf die Spieler, für die die Partie die Chance bieten sollte, sich zu zeigen. Das waren die Torhüter – und Stürmer Stefan Kießling. In der ersten Halbzeit stand der Bremer Tim Wiese im deutschen Kasten. Er hielt solide, hatte aber einmal Glück, als Yaya Toure ihn überlobbte und der Ball sich auf die Latte senkte. Aber: Nichts passiert.

Nach dem Seitenwechsel kam absprachegemäß Schalkes Lokalmatador Manuel Neuer. Der agierte nicht so gut. Die Stärke des U 21-Europameisters, dass er Spielzüge vorausdenkt und blitzschnell Gegenangriffe einleiten will, gilt auch als seine Risiko- Komponente. Diesmal ging es schief, als Neuer nach vorne spielen wollte, er schoss den Ivorer Eboue an, von dem der Ball ins Tor rollte. Kurios: Eboue wurde so hart getroffen, dass er sich über sein Tor gar nicht freuen konnte und sogar behandelt werden musste.

Vorne hatte Stefan Kießling in seinem offiziell dritten Länderspiel, aber seinem ersten richtigen (es ging 70 Minuten), gleich gute Szenen. Als er von Demel nur durch Umreißen aufzuhalten war, brachte das einen Foulelfmeter ein, den Lukas Podolski sicher verwandelte (11. Minute). Das Zusammenspiel zwischen dem Leverkusener Kießling und dem Kölner Podolski, beherzt aus allen Lagen schießend, klappte, beide setzten Akzente, und der Hamburger Trochowski legte kurz vor der Halbzeit noch einen Pfostenschuss drauf.

Mit Aaron Hunt gab es noch einen Zehn-Minuten- Neuling in dem sehenswerten Rauf-runter-Spiel, das ein würdiges Finale erlebte. Solo und unhaltbarer Schuss ins Eck von Doumbia (85.) zum 1:2, Ausgleich durch Podolski mit trockenem Linksschuss in der Nachspielzeit. Gut so.

Günter Klein

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