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„Kampfsport hat mich schon als Kind fasziniert“: Legat, früher Fußball-Profi unter anderem bei Bremen und Schalke.

Legats neue Pläne

Thorsten Legat: Doch kein Kasalla im Käfig

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Der ehemalige Bundesliga-Spieler Thorsten Legat, zwischendurch bis ins „Dschungelcamp“ abgedriftet, will sich im Kampfsport neu erfinden

München – Wer sich bei RTL das „Dschungelcamp“ zumutet, weiß in der Regel, was er tut. Oder sollte es zumindest wissen. Doch selbst routinierte Begleiter des Fremdschäm-TV-Formats stoßen ab und an an ihre Grenzen. Als Thorsten Legat im Januar 2016 bei „Ich bin der Star – holt mich hier raus“ im Dickicht Tacheles redete, wurde es rätselhaft. Gleich am ersten Tag riet er seinem Mitinsassen Menderes: „Du bist ein Junge, mach’ mal Kasalla!“ 24 Stunden später sagte er zu Rolf Zacher: „Ich guck’ mir das jetzt noch ein oder zwei Tage an und dann gibt es Kasalla von mir.“ Zuhause auf der Couch fragte man sich: Was meint der Ex-Fußballer mit „Kasalla“?

Recherchen ergaben, dass der Begriff aus der Kölner Mundart stammt und für Prügel, Schläge, allgemein für Ärger steht. Legat, Muskelpaket und Machomann, unterließ im Dschungelcamp zwar jegliche Handgreiflichkeiten (er wurde in seiner einfachen sowie zugleich ehrlich-authentischen Art ganz im Gegenteil sogar zu einem Sympathieträger) – doch jetzt wollte er zweieinhalb Jahre später tatsächlich „Kasalla“ machen, und das offiziell: Er plante ein Gastspiel im Kampfsport bei „Mixed Martial Arts“.

Da steigen harte Kerle in einen Käfig, alles ist erlaubt: Fäuste, Füße, Ellbogen, Knie – nur in die Genetalien und auf den Kehlkopf darf man nicht hauen. Gestern musste der 49-jährige frühere Bundesliga-Profi (234 Einsätze für Bochum, Frankfurt, Bremen, Stuttgart und Schalke) allerdings absagen: Probleme in Hüfte und Schulter. „Ich habe es übertrieben“, meinte er, „täglich ein bis zwei harte Einheiten, das war zu viel für meinen Körper. Ich habe die Warnzeichen ignoriert, trotz Schmerzen weitergemacht – jetzt habe ich die Quittung.“ Als Gegner stand der 23 Jahre jüngere, 14 Kilo schwerere und 20 Zentimeter größere Münchner Fitnesstrainer Dominic Harrison für den 1. September in Köln bereit.

Die Szene wäre gespannt gewesen. Legats Liebe zum Kampfsport hat einen traurigen Grund. Wie er in seiner Lebensbeichte unter anderem im Dschungelcamp erklärte, habe er seinen Vater immer gehasst („er hat mich als Kind missbraucht“). Stand er auf dem Fußballplatz, stellte er sich vor, sein Vater sei sein Gegner, und zugleich trimmte er seinen Körper, um es eines Tages seinem alten Herren heimzuzahlen. „Mit 16 hatte ich ihn dann am Boden.“

Legat pflegt das Image des Gossenjungen, der sich früh durchboxen musste. Fußball war für ihn eine Fahrkarte: „Vom Straßenkind zum reichen Mann, das war toll.“ Er eckte aber auch oft an, wurde abgemahnt oder entlassen, und als ein Knorpelschaden im Knie die Karriere mit 32 Jahren beendete, begann er zu saufen. Anfangs ein Bier am Tag, dann einen Kasten, dann eineinhalb, „ich hatte Selbstmordgedanken“. Seine Frau, mit der er im Immobiliengeschäft gute Anlagen tätigte, drohte, ihn mit den Kindern zu verlassen, und so bekam Legat die Kurve. Er trinkt keinen Tropfen mehr, machte den Trainerschein und erfand sich in der Show-Szene neu. „Ich war wieder vorzeigbar.“

Legat will von seiner neuen Leidenschaft nach der Absage nun auch nicht ablassen: „Ich komme noch stärker zurück. Einen Legat kann man so leicht nicht umhauen. Gab es in der Gosse Streit, konntest du nicht weglaufen – wie im Käfig.“ Irgendwie ist es kurios, wo manche Menschen ihren Platz finden. „Im Fernsehen zu sein, ist das Größte – die Leute mögen mich.“ Trotz oder gerade wegen Kasalla – so komisch es klingt: Er hat nicht Unrecht.

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