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Wenn der Ball durchflutscht: Bernd Leno aus Leverkusen muss den Ausgleich zum 1:1 hinnehmen. 

Bernd Leno nach seinem schwachen Spiel gegen Australien

Ein Rückschritt? Leno: „Würde ich nicht sagen“

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Sotschi– Bernd Leno im deutschen Tor – das hatte einen Russland-Bezug. Zwar ist der 25-Jährige in Bietigheim-Bissingen auf die Welt gekommen, doch seine Eltern stammen aus der Sowjetunion, Ende der 80er-Jahre waren sie mit der Spätaussiedler-Welle nach Deutschland gekommen.

Kann Leno noch ein bisschen die Sprache seiner Vorfahren? „Die Standards: ja. Kak djela – wie geht’s dir? Dobrij Djen – guten Tag.“ Doch er ist da ehrlich: „Früher habe ich Russisch gesprochen – jetzt habe ich das meiste vergessen.“

Bernd Leno hatte gegen Australien dann keinen dobrij djen. Er sprach von „meinen Fehler“. Er bezog sich auf die Szene vor dem zweiten australischen Treffer. Mittelstürmer Juric hatte den Ball mit der Hand leicht abgefälscht (da wurde der Videobeweis zu Rate gezogen – es lag laut den Experten aber keine absichtliche Handlung vor) – „doch er kann ihn schon festhalten“, meinte Löw. Leno räumt das ein. „Beim ersten Gegentor sehe ich nicht gut aus“, meint er weiter, „aber da ging alles so schnell, der erste Schuss der Australier war in die andere Richtung.“ Von Mustafis Rücken prallte er Rogic erneut vor die Füße, er hielt drauf, der Ball flutschte Leno unter den Händen durch. Damit war das Ziel schon verfehlt, „dem Bundestrainer sein Vertrauen mit einem Zu-null-Spiel zurückzuzahlen“. Leno hatte gegen Australien seine Chance bekommen, sich für die WM zu empfehlen. „Manuel Neuer ist die klare Nummer eins. Dahinter sind wir drei gute Torhüter, die bereit wären, wenn Manu mal verletzt wäre – wie jetzt.“

Kak djela – und wie geht es Bernd Leno nun, nach diesem für ihn missratenen Spiel? „Ich würde nicht sagen, dass das ein Rückschritt für mich in Richtung WM war“, sagt er. Julian Brandt hält den Leverkusener Kollegen für „mental stark“. Und Trainer Löw wollte ihn nicht aburteilen: „Man muss auch sehen, dass bis dahin kaum ein Schuss auf sein Tor kam. Danach ist es für einen Torwart immer schwer,“

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