Torwart versteht Trainer-Kritik nicht

Besser als Klopp! BVB-Star stärkt Favre den Rücken - „Habe überhaupt keine Zweifel am Trainer“

  • Florian Schimak
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Lucien Favre bleibt Trainer bei Borussia Dortmund.  Roman Bürki sieht keinen Grund für eine Trainer-Diskussion - er stellt Favre sogar über Jürgen Klopp.

  • Die Entscheidung um den Trainer-Posten beim BVB ist gefallen.
  • Michael Zorc verkündete, dass Lucien Favre den Trainerposten behält.
  • Jetzt hat sich Torwart Roman Bürki mit markigen Aussagen zur Diskussion geäußert.

Update vom 2. Juli: Trotz der Vertragsverlängerung Lucien Favres will die Trainerdiskussion beim BVB einfach nicht abreißen - Schuld daran ist sicherlich auch der indiskutable Auftritt der Dortmunder am letzten Spieltag beim 0:4 gegen die TSG Hoffenheim

Roman Bürki hat von dieser Diskussion aber genug. Gegenüber der Bild stärkt der BVB-Keeper seinem Coach den Rücken - und spricht Klartext. Dabei ging er auch auf den immer wiederkehrenden Vergleich zu Meistertrainer Jürgen Klopp ein. „Ich kann nicht nachvollziehen, wie man einen Trainer in Frage stellen kann, der den Vereins-Punkte-Rekord pro Spiel aufstellt. Ich habe überhaupt keine Zweifel am Trainer“, unterstreicht Bürki.

Er appelliert daran, Favre nicht mit Klopp zu vergleichen. „Du kannst einem Trainer keine faire Chance geben, wenn jedes Mal von einem anderen geredet wird“. Der Schweizer setzt sogar noch einen drauf und betont: „Der Trainer, den wir jetzt haben, hat den Punkte-Rekord beim BVB aufgestellt - nicht Jürgen Klopp!“.

In der Tat hat Favre einen besseren Punkteschnitt (2,11) als der jetzige Liverpool-Coach (1,91) und ist damit der beste BVB-Trainer der Vereinsgeschichte.

Update vom 30. Juni: Der Saisonabschluss ging für Borussia Dortmund noch einmal völlig in die Hose. Mit 0:4 musste sich der BVB der TSG Hoffenheim geschlagen geben. Ein Ergebnis, das die eigentlich mehr als ordentlich Saison der Dortmunder zum Ende noch etwas beschmutzte. 

Eigentlich ist es sowieso kurios, denn der BVB spielte eine seiner besten Rückrunden in der Vereinsgeschichte - und trotzdem stand Coach Lucien Favre zwischenzeitlich vor dem Aus. Vor allem nach dem unglücklichen 0:1 gegen den FC Bayern und dem damit verloren Titelrennen wurde die Luft für den Schweizer sehr dünn.  

Doch für Stefan Effenberg ist die Gemengelage in Dortmund eine Sache des Blickwinkels. In seiner Kolumne auf t-online erklärt der Tiger, dass „der BVB sehr wohl eine sehr starke Saison gespielt und nahezu das Beste aus seinen Möglichkeiten gemacht hat.“ 

Daher könne er die Diskussion um Favre nicht ganz nachvollziehen, zumal „Favre mit einem Schnitt von 2,11 Punkten pro Spiel weiterhin der beste Trainer der Klubgeschichte“, sei, so der Ex-Bayern-Star: „Dortmund hat sich nun klar und auch zu Recht zu Favre als Trainer für die kommende Saison bekannt.“ 

Zum Abschluss macht der 51-Jährige nun noch eine Behauptung, auf dessen Reaktion man aus BVB-Fankreisen gespannt sein dürfte: „Auch Jürgen Klopp wäre mit dem BVB diese Saison nicht Meister geworden“, so Effenberg: „Der FC Bayern war mit Flick einfach für andere Bundesliga-Klubs nicht zu schlagen.“

Lucien Favre vor BVB-Aus? Überraschende Entscheidung ist gefallen

Erstmeldung vom 25. Juni: Dortmund - Als habe nie ein Zweifel an Lucien Favre bestanden: BVB-Sportdirektor Michael Zorc versuchte aus dem Verbleib des Schweizers bei Borussia Dortmund* keine große Sache zu machen. Aller Diskussionen zum Trotz darf sich der Cheftrainer von Borussia Dortmund ein drittes Mal bei der Meister-Jagd auf Serien-Champion  FC Bayern Münchenversuchen.

Sportdirektor Zorc bestätigte am Donnerstag, dass der in dieser Saison mehrfach in die Diskussion geratene Favre den BVB auch 2021 trainieren wird. Und dann nach zwei Vize-Meisterschaften die zuletzt achtmal in Folge triumphierenden Bayern stürzen soll. „Wir gehen jetzt in dieser Konstellation in die neue Saison“, sagte Zorc ruhig, quasi im Nebensatz: „Wir wollen da auch noch mal angreifen.“

Favre-Aus beim BVB? Zorc kündigt Vertrags-Gespräche an

Zorc kündigte auch baldige Gespräche über die Verlängerung des bis 2021 laufenden Vertrages an: „Wir haben intern ein sehr großes Vertrauensverhältnis und werden die Gespräche sicher zu gegebener Zeit führen.“ Favre drängt nicht darauf. „Ich habe einen Vertrag bis 2021, und es ist zu früh, darüber zu sprechen“, sagte der Schweizer.

Der Trainer hat einige Argumente auf seiner Seite. Den mit 2,16 Punkten besten Punkteschnitt aller BVB-Trainer. Den Vereinsrekord von 84 Saisontoren, den sein Team schon vor dem letzten Spieltag aufgestellt hat. Oder den Ein- und Aufbau zahlreicher Talente. Allen voran Jadon Sancho (20), Erling Haaland (19) und Giovanni Reyna (17).

Favre-Aus beim BVB? Zorc: „Hinrunde war nicht wie erhofft“

Dem 62-Jährigen wurde aber immer wieder vorgeworfen, mit dem BVB die entscheidenden Spiele zu verlieren und insbesondere in diesen zu mutlos agieren zu lassen. Eine weitere Bewährungschance rettete ihm die starke Rückrunde, in der Dortmund trotz der erneuten Niederlage gegen die Bayern (0:1) bisher 39 Punkte holte. „Das ist eine sehr gute Bilanz“, sagte Zorc: „Natürlich war die Hinrunde nicht wie erhofft. Aber wenn Bayern München* 80 Punkte und mehr macht, wird es für jede Mannschaft in Deutschland schwer, davor zu landen.“

Auch Favre, der sich zumindest mit den öffentlichen Titel-Ansagen seiner Bosse oft schwertat, erklärte: „Wir haben unser Bestes gegeben. Aber Bayern ist einen Tick besser.“ Man wolle natürlich „um den Titel mitspielen. Aber es ist schwer gegen Bayern. Und nicht nur gegen Bayern. Die Konkurrenz macht große Fortschritte.“

Favre-Aus beim BVB? Auch Zorc bleibt in Dortmund - und verlängert sogar seinen Vertrag

Sportchef Zorc, seit 1978 im Verein, hatte derweil am Mittwoch seinen Vertrag bis 2022 verlängert. Ursprünglich war ein Rückzug im kommenden Sommer angedacht, auf Bitten von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in der herausfordernden Corona-Zeit* macht der 57-Jährige noch ein Jahr weiter. Dann ist aber wohl Schluss. „Ich bin noch sehr motiviert, wir wollen noch was erreichen“, sagte Zorc: „Aber irgendwann ist auch der Zeitpunkt da, dass man Jüngere ranlässt und andere Einflüsse in den Club lässt.“ Was er nach 2022 mache, „darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht“, sagte er: „Ich habe dann ja auch ein stattliches Alter erreicht.“

Gedulden muss sich derweil Marco Reus (31). Seinen Einstieg ins Mannschaftstraining vor zwei Wochen habe der Kapitän abbrechen müssen, sagte Favre: „Die Hoffnung ist aber da, dass er am Anfang der neuen Saison fit ist.“ Sein Freund Mario Götze (28) wird dann nicht mehr in Dortmund sein. Gegen 1899 Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr) wird er zum Abschied nicht spielen können, weil er nach der Geburt seines Sohnes noch nicht ins Teamtaining eingestiegen ist. Man werde Götze aber nochmal im Stadion verabschieden, sagte Zorc, „auch wenn es natürlich strange ist ohne Publikum“. Die zweite BVB-Zeit des WM-Finaltorschützen von 2014 hätten sich „beide Parteien anders vorgestellt“, gestand Zorc ein.

Fix ist auch die Trennung von Achraf Hakimi. Den hätte man beim BVB zwar wohl eigentlich gerne länger in Schwarz-Gelb gesehen, aber das Portemonnaie spielt nicht mit. Die Dortmunder haben sich unterdessen wohl die Dienste eines Talents gesichert.

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dpa

Rubriklistenbild: © AFP / PATRIK STOLLARZ

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