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Antonio Rüdiger und Emre Can aus Deutschland und Vincent Aboubakar aus Kamerun kämpfen um den Ball.

Gegen Mexiko beim Confed Cup

Nach Sieg gegen Kamerun: Löws Perspektivteam im Halbfinale

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Souverän wie die Großen, anders lässt sich die Gruppenphase von Jogis „Mini-Mannschaft“ nicht beschreiben. Am Sonntag stand es gegen Kamerun nach 90 Minuten 3:1. Löw war zufrieden.

Zwei Siege, ein Remis, Gruppenerster – so lautet die Bilanz von Jogis jungen Wilden beim Confed Cup bislang. Am Sonntag stand es gegen Kamerun nach 90 Minuten in Sotchi 3:1 (0:0) für den Weltmeister, der dank des Chile-Remis gegen Australien (1:1) in der Gruppe an Alexis, Vidal & Co. vorbeizog und am Donnerstag (20 Uhr) gegen Mexiko um den Einzug ins Finale spielt. Löw war zufrieden. Also bedingt zufrieden. „Dass wir das Halbfinale erreicht haben, ist etwas ganz Außergewöhnliches für die Mannschaft“, meinte er im ZDF. Und weiter: „Ich bin sehr stolz auf die Jungs und voll des Lobes, dass wir dieses Ziel geschafft haben, das Halbfinale, die besten Vier zu erreichen. Das konnte man vielleicht vorher so nicht unbedingt erwarten in dieser Konstellation, mit dieser Mannschaft.“

Alles begann alles andere als ansehnlich

Dabei begann es alles andere als ansehnlich. Es war sogar das ein oder andere Koffeinkaltgetränk vonnöten, um an einem verregneten Sonntag nicht wegzunicken vor dem TV. Der Grund: Draxler & Co. reichte ein Punkt, entsprechend hielt sich der Aufwand zunächst in Grenzen. Und Kamerun? Konnte mit einem Sieg noch ins Halbfinale, wollte auch, brachte dabei aber nur bedingt Gefährliches auf den Kasten von ter Stegen, der nach Lenos Patzern im Auftaktspiel gegen Australien wieder zwischen den Pfosten stand. Er rettete auch ansehnlich gegen Zambo (45.), Kimmich vergab zudem eine Hunderprozentige per Kopf (24.), mehr war in Hälfte eins auch nicht.

Änderte sich aber in Hälfte zwei. Draxler hielt die Kugel auf einmal wieder am Fuß, Demirbay machte fleißig mit und Kimmich entdeckte erneut die Tiefe des rechten Flügels. Und auf einmal liefs. Deutschland drängte den Afrika-Meister binnen Minuten in den Sechzehner und ging verdient in Führung. Nach einer Sahne-Hacke von Draxler bekam Demirbay das Leder an der Strafraumkante unter Kontrolle und jagte es Ondoa mit einem Rechtspfund um die Ohren (48.). Geht doch.

Es ging sogar noch weiter. Schon wieder Kimmich, diesmal aus spitzem Winkel, hatte das 2:0 auf dem Fuß. Spätestens da sah es der Münchner ein und konzentrierte sich aufs Assistieren, was ihm auch wesentlich besser gelang. Mit einem Gedicht an Flanke servierte der 22-Jährige Timo Werner das Zweite auf dem Silbertablett, der nur noch seinen Kopf hinzuhalten brauchte (66.) und das Halbfinale damit ein für allemal klarmachte.

„Es sieht zwar unglücklich aus, ist aber kein klarer Tortwartfehler“

Was folgte, waren Minuten der Verwirrung. Nach einer Roten Karte für Mabouka (lesen Sie dazu den Text auf Seite 23) bliesen die Kameruner in Unterzahl ein letztes Mal zum Angriff. Immer wieder rollten die unbezähmbaren Löwen auf ter Stegens Kasten zu, der sich so gut es ging wehrte, am Ende aber als Pechvogel der Partie den Platz verließ. Der Grund: Ngamaleu kriegt das Leder auf rechts in aller Seelenruhe zu fassen und setzt zur Flanke an. Im Strafraum lässt Aboubakar Süle ins Leere laufen und nickt die Kugel an ter Stegen vorbei ins kurze Eck (79.). Patzer? Oder doch Pech? ZDF-Experte und Ex-BVB-Kapitän Sebastian Kehl: „Es sieht zwar unglücklich aus, ist aber kein klarer Tortwartfehler.“

War der „Mini-Mannschaft“ auch relativ schnuppe. Keine zwei Minuten später bediente der eingewechselte Henrichs Werner, der im Strafraum lässig zum 3:1 abzog (81.). „Ein schönes Gefühl, wenn man sein erstes Länderspieltor macht“, so Werner nach der Partie. „Ich habe mich riesig gefreut. Wir merken, dass wir eine richtig gute Mannschaft sind und viel drauf haben. Jetzt freuen wir uns auf das Halbfinale. Doppelpack für den Leipzig-Goalgetter. Hundertster Sieg für Jogi in seinem 150. Spiel als Bundestrainer. Und dazu noch Halbfinaleinzug als Gruppenerster. „Das wir ein interessantes Spiel, das uns viel abverlangen wird. Mexiko hat klasse Fußballer“, warnt Löw. Jogi selbst aber auch.

Bei tz.de* finden Sie den kompletten Spielplan für den Confed Cup 2017.

*tz.de Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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