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"Titan" Oliver Kahn sieht für die Bundesliga den Fall der 50+1-Regel als unausweichlich.

Wettbewerbsfähigkeit auf dem Prüfstand

„Titan“: Klubs sollen sich auf Wegfall der 50+1-Regel vorbereiten

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Die finanzstarke Premier League feiert in Europa große Erfolge. Wird es Zeit, dass Investoren auch in der Bundesliga im großen Stil zugreifen? Oliver Kahn hat eine klare Meinung.

Hamburg - Die Milliarden-schweren britischen Klubs dominieren aufgrund großer Investments mittlerweile Fußball-Europa.  Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn geht davon aus, dass die 50+1-Regel mittelfristig auch im deutschen Fußball "Stück für Stück verschwinden wird". Der geltende Grundsatz, dass Investoren in Deutschland nur die Mehrheit an einem Verein halten dürfen, wenn sie diesen mehr als 20 Jahre ununterbrochen und erheblich gefördert haben, stehe "rechtlich auf extrem wackligen Füßen", äußerte der „Titan“ bei der Spielmacher-Konferenz am Mittwoch in Hamburg.

Oliver Kahn, der ab dem kommenden Jahr beim FC Bayern München als Nachfolger von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge* aufgebaut werden soll, rät den Bundesliga-Vereinen, sich "strategisch" auf den Fall von 50+1 vorzubereiten und "sich auf die positiven Aspekte zu konzentrieren". Zugleich warb die langjährige Nummer eins der DFB-Auswahl dafür, Investoren nicht grundsätzlich zu verteufeln: "In erster Linie ist ein Investor daran interessiert, das ganze System besser zu machen", sagte Kahn und verwies auf die englische Premier League, wo 50+1 für Manchester City und Co. nicht gilt: "Ich kann nicht feststellen, dass die Begeisterung weniger geworden wäre, im Gegenteil." Kürzlich konnten mit Champions-League-Sieger FC Liverpool und Europa-League-Sieger FC Chelsea gleich zwei Teams von der Insel den Europacup gewinnen.

50+1-Regel: Drei Bundesligisten agieren mit Ausnahme

Für die deutschen Vereine aus dem Oberhaus, Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim besteht bislang eine Ausnahme von der umstrittenen 50+1-Regel. In Leverkusen (Bayer) und Wolfsburg (Volkswagen) sind die Investoren milliardenschwere Unternehmen, während bei 1899 Hoffenheim Dietmar Hopp als Mäzen lange Jahre Millionen von Euro in den einstigen Dorfklub aus dem Rhein-Neckar-Gebiet gesteckt hat. Bei Hannover 96 kämpft Klubchef Martin Kind ebenfalls für eine Bewilligung.

Bei der dritten Spielmacher-Konferenz im Cruise Center in der Hamburger HafenCity diskutierten über 1000 Gäste aus Deutschland, Europa und den USA über die großen Zukunftsthemen des Fußballs. Kahn war in seiner Rolle als Unternehmer (Goalplay) Stargast der Veranstaltung in der Hansestadt. Die 50+1-Regel ist schon länger ein großes Streitthema in der Liga. Kürzlich hatte sich Uli Hoeneß auf die Seite von Martin Kind geschlagen, wie tz.de berichtete.

dpa/pf

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