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Gut und teuer: PSG-Profis Neymar, Cavani, Mbappé.

Wie Paris das Financial Fairplay umgeht

Kommentar: Dubioser Deal

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200 Millionen Euro in drei Jahren, so viel soll Paris Saint Germain für ein neues Champions League-Trikot bekommen. Der größte Trickser im europäischen Fußball scheint das Financial Fairplay mal wieder erfolgreich zu umgehen.

Der Freiburger Profi Jerome Gondorf hat in einem Interview die These aufgestellt, als gutbezahlter Fußballer sei man „im Vergleich zu normalen Berufen mal ganz weit weg vom normalen Leben“. Er beweist damit einen ähnlich wachen Blick wie Vereinskollege Nils Petersen, der für ein Bonmot zur intellektuellen Unterforderung von Profikickern gerade eine Nominierung als Spruch des Jahres erntete: „Salopp gesprochen verblöde ich seit zehn Jahren, halte mich aber über Wasser, weil ich ganz gut kicken kann.“

Es ist keine neue Erkenntnis, dass Freiburger Fußballer ihren Sport und das Leben reflektiert einordnen. Das ist schon deshalb erfrischend, weil es genug Profis gibt, die anders ticken. Aus Spanien kam am Freitag die Nachricht, dem Kroaten Luka Modric drohe eine Steuernachzahlung in Millionenhöhe (nicht seine erste). Allgemein drängt sich der Eindruck auf, in der Primera Division gehöre es zum Selbstverständnis von Topspielern, den Fiskus zu betrügen.

Verglichen damit, was in Führungsetagen von Clubs und Verbänden passiert, sind aber selbst die Modrics, Ronaldos und Messis kleine Fische. Von den Zwängen des Financial Fairplay muss sich niemand täuschen lassen. Das ist nur auf dem Papier wirksam. In der Praxis wird es bloß Hinterbänklern gefährlich, während die Großen ungeniert weitertricksen.

Paris St. Germain, der vielleicht größte Trickser, scheint gerade wieder ungeschoren davonzukommen. Diesmal beruft sich der Club, der für über 400 Millionen Euro die Stars Neymar und Mbappé anwarb, ohne belangt zu werden, auf einen Trikotdeal. Der gilt exklusiv für die Champions League, läuft drei Jahre und soll mit 200 Millionen Euro dotiert sein.

Bei solchen Summen und Rahmenbedingungen muss man stutzig werden. Während anderswo für die Königsklasse einfach ein weiteres Trikot aufgelegt wird, gönnt sich PSG einen zweiten Ausstatter. Weil der praktischerweise ein Tochterunternehmen des Liga-Ausrüsters ist, sprudelt das Geld zwar üppiger, aber im Grunde immer noch aus der selben Quelle.

Nicht nur dieses Konstrukt ist dubios. Unbekannt ist, ob es Nebenvereinbarungen gab, etwa mit dem Emirat Katar, dem der Club gehört. Nur dann würde das Investment für den Sponsor Sinn machen. Denn auszuschließen ist, dass sich die halbe Welt nun Pariser Champions League-Trikots zulegt und damit den obszönen Deal gegenfinanziert. Wer so etwas glaubt, der ist ganz weit weg vom normalen Leben.

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