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Putin hat alles im Griff

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Von: Günter Klein

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Wenn man 2017 über Russland schreibt, dann tut man dies im Hinblick auf Russland 2018, das man dann unweigerlich mit Brasilien 2014 vergleichen wird. Die beiden aufeinander folgenden WM-Turniere – welches wird man in der Rückschau einmal als das bessere bewerten? Schon klar: Brasilien hat natürlich einen Schlag bei allen Fußballfans – wegen der Fußballgeschichte und wegen dieses Getränks namens Caipirinha, das in Brasilien einzigartig schmecken soll. Beim Wodka ist das anders: Vernichtet überall gleichermaßen – heißt es.

In einer Hinsicht wird Brasilien mit Russland allerdings nie konkurrieren können: Russland ist gesünder für den Menschen.

Wenn wir zurückblicken ins Jahr 2014. Brasilien war eine Abenteuerreise. Man warnte uns über Monate: Mückenattacken ohne Ende. In Brasilien würde allüberall, vom Meeresstrand bis in den Amazonas-Dschungel, der von Stechgetier übertragene Zika-Virus auf den arglosen Europäer lauern. Möge er gerüstet sein. Und wir waren gerüstet – buchstäblich: Trugen in der Hitze lange Hosen und Shirts mit langen Ärmeln. Wir rieben uns mit einer schwer aromatisierten Exotic-und-Tropic-Variante der Chemiewaffe Autan ein. Trugen zusätzlich ein Armband mit kleinen Duftkissen, die wir alle zwei Wochen austauschten.

Half es? Nicht so richtig. Wir kamen zerstochen heim (allerdings ohne von Zika befallen zu sein). Doch dieser tägliche Kampf hat uns genervt.

Hingegen Russland: Nun sind wir eine Woche hier. Wir waren in Sotschi am Schwarzen Meer, in der als subtropisch ausgewiesenen Klimazone. Wir haben an der Strandpromenade einen kleinen Löwen gesehen, aber nirgendwo eine Stechmücke. Abends hatten wir bei Licht das Hotelfenster offen – doch es kam kein surrendes Insekt, das uns belästigt hätte.

Kazan ist von kontinentalem Klima geprägt, und auch hier gibt es reichlich Wasserfläche und eigentlich gute Brutbedingungen für jedwedes Insektenzeugs. Doch auch in der Autonomen Republik Tatarstan vermögen wir nicht zu klagen. Wir sind unversehrt.

Putin hat eben alles im Griff, sogar die Tierwelt, und das muss nicht immer schlecht sein. 

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