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Demo auf Schalke gegen Tönnies: Jetzt ist der Klub-Boss zurückgetreten

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Demo auf Schalke: Fans protestierten an der Arena gegen die Klub-Führung um Clemens Tönnies. Wie das Fazit ausfällt und wie es weiter gehen soll.

  • Fans von Schalke 04* haben zu einer Demo aufgerufen.
  • Rund um das Vereinsgelände am Berger Feld und der Arena machten auf Misstände im Verein unter Aufsichtsratschef Clemens Tönnnies aufmerksam.
  • Die Organisatoren zogen ein positives Fazit und wollen den Protest aufrecht erhalten.

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 kommt einfach nicht zur Ruhe. Als wäre die sportliche Misere in der Rückrunde nicht genug, mehren sich die Baustellen rund um den Verein. Aktuell protestieren die Fans massiv gegen Clemens Tönnies, die Kritik an den mächtigen Aufsichtsratschef der Königsblauen wird immer größer.

VereinFC Schalke 04
StadionVeltins-Arena
Kapazität62.271
TrainerDavid Wagner
AufsichtsratsvorsitzenderClemens Tönnies
OrtGelsenkirchen

Nach Angeben der Organisatoren kamen am Samstag rund 1500 Fans rund um die Veltins-Arena zur Demo gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies und den Vereinsvorstand . Zeitgleich zum letzten Bundesliga-Saisonspiel der Schalker beim SC Freiburg am Nachmittag bildeten die Fans unter Einhaltung der Hygienevorschriften eine Menschenkette am Vereinsgelände Berger Feld. Die Polizei Gelsenkirchen sprach aber von „deutlich weniger“ Teilnehmern.

Unter den Protestlern war auch Schalkes Eurofighter Yves Eigenrauch. „Als Schalker musste man sich in letzter Zeit schämen. Das hat mit Kumpel- und Malocherclub nichts mehr zu tun“, sagte Mitorganisatorin Katharina Strohmeyer. „Wir erwarten, dass die Vereinsführung unser Leitbild lebt. Wenn nicht, brauchen wir einen Neuanfang." Wie ist die Demo auf Schalke verlaufen? WA.de* war vor Ort - die Demo zum Nachlesen im Ticker.

Demo auf Schalke gegen Klub-Boss Clemens Tönnies: Entwicklungen im Ticker

Update, 30. Juni, 16.05 Uhr: Klub-Boss Clemens Tönnies ist heute zurückgetreten. Seit 1994 war Tönnies Mitglied des Schalker Aufsichtsrats. Seit 2001 war er zu dessen Vorsitzender. Im vergangenen Jahr sorgte Tönnies mit rassistischen Äußerungen für Aufsehen. Von einschneidenden Konsequenzen blieb er allerdings verschont. Mittlerweile ist er das Gesicht der sportlichen Talfahrt auf Schalke

17.25 Uhr: Das Fazit der Organisatoren um Stefan Barta fällt jedoch durchweg positiv aus. Die Demo sei ein voller Erfolg gewesen, sagt er. „Ich bin super zufrieden. Wir waren rund 1500 Leute, und wir haben ein starkes Zeichen gesetzt“, so Barta „Es waren alle Fan-Gruppen vertreten – von den Ultras bis hin zu den Supportern. Das war einfach ein starkes Bild, alle haben uns unterstützt. Wir wollen den Protest nun aufrecht erhalten. Unser Ziel ist, dass Clemens Tönnies hier den Hut nimmt. Das kann so nicht weiter gehen, so kommen wir als FC Schalke 04 nicht voran. Das ist Fakt. Das System Tönnies muss aufgelöst werden.“

17.18 Uhr: Das angekündigte Singen der Vereinsliedes fällt aus. „Das geht nicht mit der Menschenmenge, das haben wir falsch eingeschätzt“, erklärt Organisator Stefan Barta im Gespräch mit WA.de: „Und auf einem Platz können wir das nicht machen wegen der Hygiene-Bestimmungen. Ich habe ja ein paar mal versucht, etwas anzustimmen, aber das ist unheimlich schwer mit einer Menschenkette, das geht so nicht.“

17.02 Uhr: Unter den Teilnehmern der Demo befindet sich ein Schalker Eurofighter: Yves Eigenrauch.

16.48 Uhr: Und nun 4:0 für Freiburg.

Teilnehmer der Demonstration auf Schalke gegen Clemens Tönnies halten ein Schild mit der Aufschrift „Unser Virus nennt sich Aufsichtsrat“ hoch.

16.38 Uhr: Schalke liegt mittlerweile 0:3 in Freiburg zurück.

16.32 Uhr: Die Menschenkette auf Schalke bei der Demo gegen Clemens Tönnies Menschenkette reicht aktuell in etwa bis hoch zum Medicos.

16.11 Uhr: Aktuell ist es sehr ruhig auf Schalke. Viele lauschen der Bundesliga-Übertragung im Radio, andere diskutieren über die sportliche Talfahrt bei Schalke 04. Es steht in Freiburg übrigens 0:2 aus Sicht der Königsblauen.

Demo auf Schalke gegen Klub-Boss Clemens Tönnies: Fans reagieren auf Rückstand in Freiburg

15.54 Uhr: Auch wenn die Fans auf Schalke demonstrieren, verfolgen sie natürlich das Geschehen der Mannschaft in Freiburg. Den 0:1-Rückstand nehmen sie mit der nötigen Portion Galgenhumor hin.

15.30 Uhr: Die Teilnehmer nehmen langsam ihre zugeordneten Plätze ein. Veranstaltungsleiter Stefan Barta stimmt ein: „Der FC Schalke wird Deutscher Meister - und wir holen den Pokal".Die Resonanz sagt vieles aus über die derzeitige Stimmung auf Schalke aus.

15.14 Uhr: Die Teilnehmer haben ihre Plätze für die Menschenkette eingenommen, die über das Schalker Vereinsgelände Berger Feld führen soll. Ab 16.15 Uhr soll kontrolliert werden, ob eben jene geschlossen wurde.

15.07 Uhr: Wie auf einer Demo üblich, haben die Fans Plakate vorbereitet. Sie sichten sich in erster Linie gegen Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies - wie etwa "Nicht mit unserem S04, Schweinebacke“ und „Schalker Werte leben statt Leitbild treten: Tönnies raus“.

Demo auf Schalke: Fans halten Plakate gegen Klub-Boss Clemens Tönnies.

14.49 Uhr: Veranstaltungsleiter Stefan Barta erinnert die mittlerweile rund 200 Schalke-Fans per Megaphon daran, einen Mundschutz zu tragen. Dies sei Vorschrift bei der heutigen Demo gegen Clemens Tönnies.

14.45: Wolkenbruch über Gelsenkirchen. Die bislang friedlichen Demonstranten auf Schalke bringt das nicht aus der Fassung. Auch vor der Arena hat sich bereits eine Gruppe in blau und Weiß versammelt

Demo auf Schalke gegen Klub-Boss Clemens Tönnies im Live-Ticker: Ersten Fans an der Arena

14.16 Uhr: In etwas mehr als einer Stunde soll die Demo an der Veltins-Arena in Gelsenkirchen starten. Die Schalker Fans versammeln sich auf einem nahegelegenen Parkplatz und marschieren dann gemeinsam Richtung Vereinsgelände.

Fans von Schalke treffen sich vor der Demo gegen Clemens Tönnies.

14.01 Uhr: Rund 90 Minuten vor dem "Anpfiff" der Demo sind schon rund 50 Fans am Schalker Vereinsgelände - im typischen Dress, als würden sie zum Heimspiel pilgern.

12.48 Uhr: Die Fans auf Schalke haben eine klare Meinung: „Tönnies raus“, lautet der Tenor - auch heute auf der Demo. Auch das ehemalige Ehrenratsmitglied Kornelia Toporzysek forderte den Rücktritt von Clemens Tönnies als Vorsitzender des Aufsichtsrates. „Er ist für Schalke 04 nur noch eine Belastung. Er schadet dem Ansehen massiv“, sagte die Richterin am Oberlandesgericht Düsseldorf im Interview mit 11Freunde: „Ich kaufe ihm ab, dass er nur das Beste für den Verein will. Das Beste wäre aber eben aktuell, wenn er sich zurückziehen würde, um den Verein aus der Schusslinie zu nehmen.“  Toporzysek war aus dem Schalker Ehrenrat aus Protest zurückgetreten, nachdem Tönnies wegen rassistischer Äußerungen im vergangenen Jahr nur drei Monate sein Amt niederlegte. Schalke habe sich damals „den Interessen seines Aufsichtsratsvorsitzenden“ gebeugt, sagte sie.

Demo auf Schalke gegen Klub-Boss Clemens Tönnies im Live-Ticker: Bei dieser Zahl droht ein Abbruch

10.18 Uhr: Maximal 2000 Besucher sind unter Einhaltung der Hygiene-Vorschriften für die Demonstration auf Schalke gegen Clemens Tönnies ab 15.30 Uhr zugelassen. Sollten sich mehr als 2000 Fans zu der Demonstration unter dem Motto „ Schalke ist kein Schlachthof - gegen die Zerlegung unseres Vereins“ kommen, behält sich die Gelsenkirchener Polizei in Absprache mit der Stadt Maßnahmen bis hin zum Abbruch der Veranstaltung vor.

9.43 Uhr: Der geplante Ablauf für die Demo: Beginn ist um 15.30 Uhr, wenn sich die Demonstranten rund um das Berger Feld versammeln.

9 Uhr: Auf Schalke wird heute, Samstag, demonstriert - gegen die Fehlentwicklungen im Verein, vor allem unter Klub-Boss Clemens Tönnies. Die Organisatoren hoffen auf 1 500 bis 2000 Teilnehmer rund um die Arena.

Demo auf Schalke gegen Klub-Boss Clemens Tönnies im Live-Ticker: Organisatoren erklären Schritt

Viele Fans des FC Schalke 04 ärgern sich immer mehr über ihren geliebten Verein. Nicht nur über die Auftritte der Mannschaft auf dem Platz, sondern auch über das Geschehen jenseits des grünen Rasens. Für die Anhänger daher der richtige Zeitpunkt, um aufzustehen und ein Zeichen zu setzen.

Aktuell richtet sich der größte Ärger gegen Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, der wegen der vielen Corona-Infektionen in seinem Unternehmen* den Lockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf zu verantworten hat. „Ich will ihn einfach weghaben, nicht länger hinnehmen“, sagt Stefan Barta, einer der Mitorganisatoren der Demo, im Gespräch mit WA.de*. Wir wollen ein friedliches Zeichen der Solidarität mit den Mitarbeitern des Vereins, für die Einhaltung unseres Leitbildes, gegen Rassismus und Ausgrenzung sowie für die Mitbestimmung der Fans setzen.

Schalkes Klub-Boss Clemens Tönnies steht mächtig in der Kritik.

Katharina Strohmeyer, eine weitere Mitorganisatorin der Proteste und Demo auf Schalke am Samstag, sagte nun der Welt: „Clemens Tönnies wird als verantwortungslos wahrgenommen. Als Schalker schämt man sich mittlerweile für den Verein.“ Denn jedes Mal, wenn über die Vorkommnisse bei Tönnies-Fleisch berichtet werde, heiße es: „Tönnies, der Schalke-Boss.“ Das sei ein „riesiger Image-Schaden“, kommentierte Strohmeyer.

Ziel sei die Ablösung von Tönnies an der Spitze des Aufsichtsrates des FC Schalke 04. „Viele sagen: Endlich geht es los, endlich passiert etwas“, sagte Strohmeyer. „Ich finde, der Verein gibt ein zunehmend desaströses Bild ab. Und im Laufe dieser Saison ist das Fass dann übergelaufen.“

Einer der Kritikpunkte an Tönnies: Er mische sich zu sehr in die Arbeit der Vorstände ein. Strohmeyer: „Ständig mischt er sich ein." Dazu gab es in den vergangenen Wochen und Monaten einige Fehltritte rund um Schalke 04 - als da wären:

  • der Härtefallantrag* für die Erstattung der Ticket-Preise;
  • die Diskussion um die Ausgliederung der Schalker Profi-Abteilung*;
  • der Rassismus-Skandal rund um Clemens Tönnies*;
  • die Kündigungen von Fahrern der Schalker Knappenschmiede*;
  • das plötzliche Aus von Finanzvorstand Peter Peters*.

Demo auf Schalke gegen Klub-Führung um Clemens Tönnies: Darum geht es den Fans

  • Wir fordern von allen Verantwortlichen unserer Vereinsgremien, dass sie das Schalker Leitbild ohne Wenn und Aber einhalten.
  • Wir fordern eine zeitgemäße Erneuerung der Satzung, in der eine Vetternwirtschaft nicht mehr möglich ist.
  • Wir fordern die handelnden Personen im Aufsichts- und Ehrenrat auf, Platz zu machen für eine moderne, zeitgemäße Vereinsführung – die in der Lage ist, unseren Verein professionell in die Zukunft zu führen.

Die Demonstration auf Schalke ist für Samstag für die Dauer des Spiels Freiburg vs. Schalke geplant, also von 15.30 bis 17.15 Uhr. Die Veranstaltung soll mit dem Singen des Vereinsliedes „Blau und Weiß, wie lieb ich Dich“ enden. *WA.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks. 

Rubriklistenbild: © Sven Schneider

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