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Pep Guardiola (l) trifft mit Manchester City auf Thomas Tuchel und den FC Chelsea.

Champions League

Tuchel gegen Guardiola: Wer krönt sich in Porto?

Manchester City gegen den FC Chelsea, Pep Guardiola gegen Thomas Tuchel. Das englische Champions-League-Finale in Porto verspricht viel - auch, weil vier deutsche Nationalspieler dabei sind.

Porto (dpa) - Pep Guardiola ging in die Knie und legte seine rechte Hand auf den grünen Rasen des Estádio do Dragão.

Vor dem großen Champions-League-Endspiel gegen Thomas Tuchel und den FC Chelsea beschlich den Startrainer von Manchester City eine Vorahnung. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir leiden müssen, um das Finale zu gewinnen“, sagte der Spanier am Freitag in Porto und meinte damit auch Ilkay Gündogan, der als einer von gleich vier deutschen Nationalspielern fernab des DFB-Trainingslagers in Seefeld um den silbernen Henkelpott spielt.

Gündogan für City - Kai Havertz, Antonio Rüdiger und Timo Werner für Chelsea. Bundestrainer Joachim Löw wird das Finale an diesem Samstag (21.00 Uhr/Sky und DAZN) sehr interessiert verfolgen. Die drei Chelsea-Profis genossen mit ihrer Mannschaft am Tag vor dem Spiel einen „entspannten Tag“ mit „Quality time“ zum Durchatmen, berichtete Tuchel am Vorabend des Finales. Von der Reise nach Porto hatte das Quartett in den sozialen Medien sehr ähnliche Bilder mit Corona-Maske verbreitet, zuversichtlich sind alle.

„Es ist besser, wenn wir zu dritt als Champions-League-Sieger zur Nationalmannschaft kommen, als nur einer“, sagte Werner im Interview des Streamingdienstes DAZN. Gündogan, der das Abschlusstraining UEFA-Angaben zufolge nach einem Schlag vorzeitig abbrechen musste, wird das anders sehen.

Tausende Fans in Porto

Am Donnerstag und Freitag hatten sich in der Hafenmetropole schon etliche englische Fans in himmel- oder dunkelblauen Trikots auf das Finale eingestimmt, für das die Europäische Fußball-Union 16.500 Zuschauer ins Drachenstadion lässt. Fotos und Videos aus den kleinen Straßencafés erinnerten an die Vor-Corona-Zeit, die Inzidenzzahlen in Portugal sind überschaubar. Eine riesige Kopie des silbernen Henkelpotts in der Stadt wäre für die anfliegenden Profis wohl auch aus dem Charterflieger zu sehen gewesen.

Chelsea-Coach Tuchel wird dafür keinen Blick gehabt haben. „Im Kopf eines Besessenen“, schrieb der britische „Guardian“ über ein Porträt des früheren Mainzer und Dortmunder Bundesligatrainers. Tuchel, der Taktiker, der seine Profis bis ins kleinste Detail vorbereitet. „Wir sind da, um den Titel zu holen“, sagte der 47-Jährige, den mit Guardiola inzwischen eine Freundschaft verbindet.

Die Geschichte über ein gemeinsames Taktikgespräch vor Jahren mit Hilfe von Salz- und Pfefferstreuern im Münchner Nobelrestaurant Schumann's erzählen beide inzwischen mit einem Grinsen. „Fußball, Fußball, Fußball. Wir haben uns nur über Fußball unterhalten. Das sind gute Erinnerungen“, sagte Guardiola.

Tuchel: „Geht nicht um mich und ihn“

Tuchel versuchte am Abend vor dem Spiel, die Bedeutung des persönlichen Duells ein wenig herunterzuspielen. „Es geht nicht um mich und ihn - es ist kein Tennisspiel“, sagte der 47-Jährige und lobte: „Es ist immer hart gegen Pep. Er formt Mannschaften mit großem Glauben, Siegeswillen und einer Gewinnermentalität.“ Beide Trainer sind aber längst auf Augenhöhe. Die vergangenen beiden Pflichtduelle der beiden englischen Großclubs gewann Chelsea, im Pokal-Halbfinale und in der Premier League.

City wurde trotzdem Meister, Chelsea Vierter. „Es tut uns natürlich gut, in der letzten Zeit in zwei unterschiedlichen Wettbewerben gegen Man City gewonnen zu haben. Das gibt uns das nötige Vertrauen“, sagte Tuchel, der aber auch von einer „leichten Außenseiterrolle“ spricht.

Im vergangenen Jahr hatte der deutsche Trainer noch mit Paris Saint-Germain das Corona-Finale der Königsklasse in Lissabon gegen den FC Bayern verloren. „Ich habe meine Erfahrungen gemacht und komme im zweiten Finale einen Tick schlauer an“, sagte Tuchel, der seinen Spielern aber nicht ausschweifend von den Paris-Erfahrungen erzählen wollte. „Ich glaube nicht, dass das irgendjemand hören will“, sagte er im Vereins-TV.

Die deutschen Nationalspieler sprechen in höchsten Tönen von ihren jeweiligen Trainern. „Sie sind sich beide sehr, sehr ähnlich“, sagte Gündogan, der einst beim BVB mit Tuchel gearbeitet hatte. Der deutsche Trainer sei „ganz entspannt, immer am Lächeln und Witze machen“, berichtete Rüdiger.

An seinen Nationalmannschaftskollegen Gündogan richtete der 28-Jährige indes eine kleine Warnung. „Der Einzige, der mir einen Spruch während den 90 Minuten reindrückt, ist Toni Rüdiger. Das war in den letzten zwei Spielen nicht anders“, hatte dieser gesagt. Rüdigers Reaktion: „Das stimmt, das werde ich auch jetzt wieder tun.“

© dpa-infocom, dpa:210528-99-776319/6

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