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Hans-Joachim Watzke (l.) und Karl-Heinz-Rummenigge.

Zum Vorstand des ECA gewählt

Bundesliga-Funktionär mit neuer Rolle: Er hat jetzt mehr Einfluss auf europäischer Ebene

Er ist der neue deutsche Vertreter im Vorstand der europäischen Klubvereinigung ECA: Joachim Watzke. Drei Deutsche sitzen insgesamt im Gremium.

Genf - Die ECA (European Club Association) spielt in den Köpfen der Fußballliebhaber sicherlich nicht mehr als eine Nebenrolle. Die Organisation hat sich bisweilen aber zu einem Machtzentrum entwickelt. Die Großklubs des europäischen Fußballs haben sich vereint. Von dort übt man Druck auf die UEFA aus. 

Nicht zuletzt war die geplante Neuordnung der Königsklasse ein Thema, das hohe Wellen schlug und sogar FIFA-Präsident Gianni Infantino und den französischen Staatschef Emmanuel Macron involvierte. Mittlerweile gehören der ECA 246 Vereine an und die Neuwahl der Gremien war auch für zwei Deutsche mehr als interessant. 

Generalversammlung der ECA: Drei Deutsche im Gremium

Hans-Joachim Watzke (Borussia Dortmund) wurde bei der Generalversammlung am Dienstag in Genf bis zum Jahr 2023 in das von 13 auf 24 Plätze erweiterte Board gewählt. Dem Vorstand gehört bereits Michael Gerlinger (FC Bayern München) an. Fernando Carro (Bayer Leverkusen) wurde von der ECA für das „UEFA Klub-Wettbewerbe Komitee“ (CCC) nominiert. ECA-Boss bleibt der Italiener Andrea Agnelli (Juventus Turin).

Vor der Wahl hatte sich BVB-Geschäftsführer Watzke mit Carro (Vorsitzender der Geschäftsführung bei Bayer) darauf geeinigt, dass nur er als deutscher Vertreter für das Board kandidieren wird. Carro löst dafür Gerlinger im CCC ab. Vor drei Wochen hatte Watzke seine Kandidatur für das Präsidium der Deutschen Fußball (DFL) zurückgezogen.

Generalversammlung der ECA: „Vereins-Fußball vor bedeutenden Weichenstellung“

„Der europäische Vereins-Fußball steht vor bedeutenden Weichenstellungen. Es wird darauf ankommen, unterschiedliche Interessen zu bündeln und tragfähige Lösungen für alle Beteiligten zu finden“, sagte Carro. Die Komplexität liege ihm, er möge solche Herausforderungen und möchte im Namen von Bayer 04 Leverkusen, für den deutschen Fußball und gemeinsam mit den Mitstreitern aus der Bundesliga in seiner Rolle einen Beitrag leisten. 

Mit Blick auf die angestrebte Europacup-Reform ab dem Jahr 2024 beharrt die ECA auf ihren Forderungen. Alle seien sich einig, dass Änderungen nötig seien. Es solle ein offener und transparenter Prozess werden, sagte Agnelli und fuhr fort: „Wir wollen mehr europäische Spiele und wir wollen einen fairen Zugang. Die Stimme der Klubs soll gehört werden. Denn die Klubs tragen das finanzielle Risiko.“

Generalversammlung der ECA: Gremium mit letztem Wort für die angestrebte Reform der Europapokal-Wettbewerbe

Das CCC setzt sich aus 16 Mitgliedern der ECA und vier Mitgliedern der Europäischen Fußball-Union (UEFA) zusammen. Es nimmt eine wichtige Funktion im Hinblick auf die Ausgestaltung der Europacup-Wettbewerbe sowie der Verteilung der Einnahmen ein. Die CCC-Vorschläge landen beim UEFA-Exekutivkomitee, das die Entscheidungen trifft. Nach dem Rücktritt des früheren DFB-Präsidenten Reinhard Grindel sitzt hier kein deutscher Vertreter mehr. 

Das Gremium hat mit Blick auf die angestrebte Reform der Europapokal-Wettbewerbe ab dem Jahr 2024 das letzte Wort. Mit einer Entscheidung wird allerdings erst im kommenden Jahr gerechnet, ein für Mittwoch geplantes Treffen von UEFA und ECA wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Derzeit werden verschiedene Modelle von diversen Interessengruppen diskutiert. Die ECA will bis Ende des Jahres ein neues Konzept erarbeiten. Die ursprünglichen Pläne der ECA waren auf massive Kritik gestoßen. Auch der deutsche Profifußball sprach sich gegen das Konzept aus, wonach die Champions League mehr oder weniger zur geschlossenen Gesellschaft geworden wäre. Es wird sich zeigen, inwiefern sich Hans-Joachim Watzke diesbezüglich einbringen wird.

sid

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