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„Große Katastrophe für den Weltfußball“: Uli Hoeneß kritisiert Katar-WM, FIFA-Boss und DFB-Team

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Von: Antonio José Riether

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Nach dem misslungenen WM-Auftaktspiel knöpfte sich Uli Hoeneß das DFB-Team vor. Der Ehrenpräsident des FC Bayern übte zudem scharfe Kritik am Katar-Turnier sowie am FIFA-Präsidenten Infantino.

Doha – Die schmerzhafte 1:2-Niederlage gegen Japan zum WM-Auftakt und die Debatte um die „One Love“-Binde nahm Uli Hoeneß zum Anlass, seinem Ärger Platz zu machen. Der meinungsstarke Welt- und Europameister holte am Mittwochabend zu einem seiner Rundumschläge aus und ließ dabei kein gutes Haar am WM-Turnier sowie der FIFA-Spitze. Doch auch das deutsche Team bekam ihr Fett weg.

WM 2022: Uli Hoeneß moniert DFB-Entscheidung in der „One Love“-Binden-Debatte

Gegenüber RTL äußerte sich der Ehrenpräsident des FC Bayern zur allgegenwärtigen Kapitänsbinden-Diskussion. Während des WM-Turniers hatte der Weltverband FIFA unter Androhung von Sanktionen verboten, die mehrfarbige „One Love“-Binde während der Spiele zu tragen.

Stattdessen liefen die Spielführer der betroffenen Mannschaften mit der von der FIFA vorgegebenen einfarbigen „No Discrimination“-Binde, die gegen Diskriminierung jeglicher Art stehen soll. Auch Manuel Neuer verzichtete somit auf das Tragen der Binde, lediglich an der Mund-zu-Geste vor Anpfiff beteiligte sich der Keeper.

Die Katar-WM werde dem Fußball „insgesamt auf jeden Fall schaden“, meint Uli Hoeneß
Die Katar-WM werde dem Fußball „insgesamt auf jeden Fall schaden“, meint Uli Hoeneß. © Christoph Hardt/imago-images

WM 2022: Hoeneß teilt gegen FIFA-Boss Infantino aus – „Große Katastrophe für den Weltfußball“

Hoeneß warf dem DFB-Team daraufhin fehlenden Mut vor. „Sie haben nicht den Mut gehabt, der FIFA die Stirn zu zeigen. Das wäre dringend notwendig gewesen, denn für mich ist Gianni Infantino eine große Katastrophe für den Weltfußball“, bemängelte der 70-Jährige bei RTL Direkt sowie im Nachtjournal spezial.

Hoeneß kritisierte die fehlende Entschlossenheit des DFB. „Sie hat sich zu weit aus dem Fenster gelehnt, mit der Ankündigung konsequent zu sein, das Thema konsequent durchzuziehen. Und das haben sie am Ende nicht gemacht“, monierte der FC-Bayern-Macher.

WM 2022: Hoeneß bemerkt fehlendes Interesse an Katar-WM – „Schaden schon erkennbar“

Die Binden-Debatte sei „eine wunderbare Chance gewesen, ihm zu zeigen: Bis hierher und nicht weiter“. Jedoch habe der DFB die Gelegenheit vertan, so Hoeneß. „Jahrelang hatte man Zeit genug, die Dinge anzusprechen und die entsprechende Macht auszuüben. Ich glaube, die europäischen Verbände haben überhaupt noch nicht erkannt, welche Macht sie wirklich haben.“

Auch am WM-Turnier selbst hat Hoeneß offenbar wenig Freude, er übte Kritik an der Veranstaltung und verwies auf das abnehmende Zuschauerinteresse. „Wenn Sie die Einschaltquoten anschauen, wenn Sie die Begeisterung der Leute für diese WM sehen, ist der Schaden schon erkennbar“, stellte der ehemalige Bundesliga-Manager fest.

Uli Hoeneß fällt Urteil über WM 2022 - Katar-Turnier „wird dem Fußball insgesamt schaden“

„Die WM, wie sie sich derzeit darstellt, wird auf jeden Fall kein Erfolg sein, das ist jetzt schon klar, und sie wird dem Fußball insgesamt auf jeden Fall schaden“, lautet Hoeneß‘ vernichtendes Urteil. Die ersten Eindrücke der Wüsten-WM sorgten offenbar für einen Meinungsumschwung beim gebürtigen Ulmer, in der jüngsten Vergangenheit hatte sich Hoeneß öfter für den Gastgeber Katar ausgesprochen. (ajr)

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