Berüchtigte Hooligans

Schon wieder! Europas Fußball-Sorgenkind liefert nächsten Skandal

  • VonYasina Hipp
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Im Rahmen der WM-Qualifikation kam es einmal mehr zu unschönen Szenen. Dabei waren erneut die Fans der ungarischen Nationalmannschaft beteiligt.

London - Traurig, aber wahr: Wieder einmal stand bei einem Spiel der ungarischen Nationalmannschaft nicht der Fußball im Vordergrund. Das Qualifikationsspiel zur WM 2022 in Katar* gegen England (Ergebnis 1:1) wurde von Ausschreitungen von Seiten der rund 800 ungarischen Hooligans überschattet.

Der nächste Skandal rund um Europas Fußball-Sorgenkind deutete sich schon vor dem Anpfiff im Wembley-Stadion an: Die englischen Spieler* knieten als Zeichen gegen Rassismus, die ungarischen Fans buhten sie aus und präsentierten einen Banner.

WM-Qualifikation: Eskalation der ungarischen Fußballfans

Kurz nachdem der Ball dann rollte, eskalierte die Situation. Im Gästeblock kam es zu Prügeleien zwischen den ungarischen Chaoten und der Polizei. Nach rund 20 Minuten gelang es den Beamten unter Einsatz von Schlagstöcken, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Der englische Fußballverband will den Vorfall nun untersuchen und der FIFA melden. Dem ungarischen Fußballverband droht eine weitere Strafe.

Ungarns Trainer Marco Rossi äußerte sich nicht zu den Vorfällen. Der Italiener sagte im Anschluss an die Partie: „Das ist nicht meine Aufgabe. Alles, was ich sagen konnte, könnte anders interpretiert werden.“

WM 2022: Ungarische Fans sorgen immer wieder für Tumult

Dass es Probleme mit den Fans gibt, wenn die ungarische Nationalmannschaft* spielt, ist bereits bekannt. Deswegen sorgte die englische Polizei auch für erhöhte Sicherheitsmaßnahmen - das genügte offenbar nicht. Bereits bei der EM im Sommer 2021 fielen die ungarischen Fans mehr als unangenehm auf. Beim Gruppenspiel gegen Deutschland in München skandierten die Hooligans homophobe Äußerungen. In den Spielen zuvor gegen Portugal und Frankreich gab es rassistische Parolen zu hören. Die UEFA ermittelte und verhängte als Strafe mehrere Geisterspiele.

Daraus lernten die ungarischen Chaoten allerdings nicht. Erst im WM-Quali-Hinspiel gegen England im September kam es wieder zu Ausschreitungen. Von rassistischen Äußerungen gegen die Engländer Jude Bellingham und Raheem Sterling, bis hin zu Gegenständen, die aufs Spielfeld geworfen wurden, abgefeuerten Feuerwerkskörpern und blockierten Treppen. Nach diesen neuen Eskalationen wurde Ungarns Nationalmannschaft von der FIFA mit einem weiteren Geisterspiel zuhause bestraft. Nach den aktuellsten Vorkommnissen in Wembley könnten weitere folgen.

Zum Sportlichen: England hatte es am Dienstagabend verpasst, mit einem Heimsieg vorzeitig mindestens die Playoff-Teilnahme für das WM-Turnier 2022 zu sichern. Die Gastgeber lagen nach einem Foulelfmeter des Freiburgers Roland Sallai (24.) zurück. Der Ausgleich gelang John Stones (37.). (yhi/dpa) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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