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„Ich fiebere leidenschaftlich mit“: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ist bekennender Fußballfan.

WM-Gespräch mit... Markus Söder

WM-Gespräch: Söder verrät, wie er das Turnier schaut und was er den Deutschen zutraut

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Der Ministerpräsident bekennt sich zu seiner Leidenschaft, dem rollenden Ball.

-Herr Söder, Sie sind bekennender Fußballfan. Aber wieviel WM-Fieber kann man sich als vielbeschäftigter Ministerpräsident leisten?

Fußball ist eine Leidenschaft, egal welches Amt man ausübt. Ein volles Stadion, begeisterte Zuschauer und ein tolles Spiel faszinieren doch fast jeden. Ich freue mich jedenfalls auf die Weltmeisterschaft.

-Dennoch dürfte Ihr Zeitmanagement nicht ganz einfach sein ...

Die Tage, an denen die deutsche Mannschaft ihre Gruppenspiele austrägt, liegen günstig. Ich hoffe möglichst viele Spiele im TV anschauen zu können. Ansonsten informieren mich meine Söhne genau darüber, was los ist. Wir drei sind große Fußballfans. Mit zehn und 13 Jahren sind meine Söhne sogar schon ausgewiesene Fußballkenner (lacht).

-Wie erleben Sie normalerweise die WM: in der Staatskanzlei, mit Freunden?

Wie gesagt, am liebsten mit der Familie. Aber Fußball zu schauen ist immer interessant. Fußball verbindet jenseits von Freundschaft und Bekanntschaft.

-Wie temperamentvoll können Sie während eines Spiels werden?

Ich fiebere leidenschaftlich mit. Das Elfmeterschießen gegen Italien bei der letzten Europameisterschaft – das war schon Hochspannung und Leidenschaft, wie es man es selten erlebt. Oder auch das Finale gegen Argentinien bei der letzten Weltmeisterschaft war Emotion pur.

-Zu Bruch gegangen ist aber noch nichts?

Nein.

-Wo werden Sie am 15. Juli das Endspiel erleben?

Da werde ich zuhause sein. Vielleicht grillen wir. Aber auf jeden Fall schauen wir das Spiel an. Ich hoffe natürlich, dass das ein Finale sein wird, in dem die Deutschen dabei sind.

-Sie sind ja Anhänger des Nürnberger Clubs, gehen öfters ins Stadion. Der einzige aktuelle Nationalspieler, der dort einmal gespielt hat, ist Ilkay Gündogan. Wie bewerten Sie seinen umstrittenen Auftritt als Erdogans Wahlhelfer?

Besser wäre es gewesen, wenn Gündogan und Özil es nicht gemacht hätten. Ich hätte es gut gefunden, wenn man da den vielen Millionen deutschen Fans, die mit der Nationalmannschaft mitfiebern, ein Signal gegeben hätte.

-So richtige WM-Vorfreude ist ja in Deutschland noch nicht zu verspüren. Wie geht es da Ihnen?

Ich bin aber der festen Überzeugung: Es wird sein wie bei jedem großen Fußballturnier – wenn es los geht, geht’s los. Und die Begeisterung kommt mit den Spielen. Die deutsche Mannschaft hat es in der Hand, die Fans mitzunehmen und zu begeistern. Und da sind wir einfach mal optimistisch. Deutschland ist eine Turniermannschaft – und wir sind auch Turnierfans.

-Was trauen Sie der deutschen Elf zu?

Am stärksten sind für mich die Franzosen, vor allem wenn sie es schaffen, sich als Mannschaft und als Einheit zu präsentieren. Spanien muss man immer stark einschätzen – auch wenn der Trainer vor der WM wechselt. Und ein Geheimfavorit bleibt Brasilien. Die sind diesmal vom Druck der Heim-WM befreit. Und das vierte große Team ist natürlich Deutschland. Hoffen wir, dass es klappt und wir zum richtigen Zeitpunkt ein bisschen Glück haben.

-Sollten die Deutschen wieder den Titel holen, steigt dann eine Party im Hause Söder?

Ja, selbstverständlich. Aber man freut sich eigentlich über jeden Sieg. Ganz besonders in den K.o.-Spielen. Und dann kommt es auch immer auf die Gegner an. Bei der letzten Europameisterschaft ist Deutschland im Halbfinale ausgeschieden. Aber kaum jemand hat das unserer Mannschaft wirklich übelgenommen. Denn immerhin gab es im Viertelfinale ja den spanenden Sieg gegen die italienische Mannschaft.

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