Nach Aue-Unfall auf dem Weg nach Nürnberg

Zweitliga-Profi verstößt gegen wichtige Corona-Regel: „Muss man auch mal ein bisschen Menschlichkeit zeigen“

Das Team von Erzgebirge Aue war in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt. Ein Spieler hat sich nun mit einem „verbotenen“ Torjubel beim Busfahrer bedankt.

  • Schlimmer Verkehrsunfall um den FC Erzgebirge Aue auf dem Weg zum Spiel in der 2. Bundesliga.
  • Der Bus des Zweitligisten wurde von einem Auto gerammt.
  • Der Fahrer des Wagens sowie seine Begleitung wurden verletzt. Ein Spieler hat sich nun beim Busfahrer bedankt.

Update vom 24. Mai, 14.48 Uhr: Mittelfeldspieler Dimitri Nasarow vom Fußball-Zweitligisten Erzgebirge Aue hat um Nachsicht für seinen innigen Jubel mit Teambetreuer Thomas Romeyke gebeten. Nach seinem Führungstreffer im Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg (1:1) am Freitag hatte Nasarow den Betreuer innig umarmt. Laut Hygienevorschriftender Deutschen Fußball Liga (DFL) sollen solche Jubel in Zeiten der Coronakrise aber vermieden werden.

"Der Torjubel ging ganz klar an unseren Busfahrer. Er hat uns das Leben gerettet. Ohne ihn, wenn er nicht so schnell reagiert hätte, wer weiß was passiert wäre", sagte Nasarow im MDR.

Komm in meine Arme: Dieser Jubel ist gerade eigentlich nicht erlaubt.

Der Mannschaftsbus der Sachsen war bei der Anreise nach Nürnberg in einen heftigen Verkehrsunfall verwickelt worden (siehe unten). Dabei wurde er von Trümmerteilen eines verunglückten PKW getroffen. Der Bus, in dem die Mannschaft und das Trainer- und Betreuerteam saßen, kam am Fahrbandrand noch rechtzeitig zum Stehen.

"Ich hoffe, dass die DFL ein Auge zudrückt. Ich weiß, man darf das nicht. Ich hoffe, das versteht jeder. Da muss man auch mal ein bisschen Menschlichkeit zeigen", sagte Nasarow.

Unfall-Schock für Zweitligisten Erzgebirge Aue: „Die Teile schossen in unseren Bus“

Update vom 22. Mai, 14.10 Uhr: Trainer Dirk Schuster von Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue hat sich vor dem Auswärtsspiel am Freitag, 23. Mai, beim 1. FC Nürnberg zum Verkehrsunfall am Vorabend geäußert. „Es war wie im Film: Das Auto kam auf uns zugeflogen und setzte nur kurz vor uns auf. Die Teile schossen in unseren Bus und brachten Scheiben zum Einsturz. Ich saß vorn und hatte Scherben an mir“, sagte Schuster dem Nachrichtenportal t-online.de

2. Bundesliga: Schwerer Unfall bei Erzgebirge Aue - BMW „fliegt“ in Team-Bus - erste Details

Update vom 21. Mai, 23.01 Uhr: Noch ist unklar, wie es zu dem schlimmen Verkehrsunfall kommen konnte. Nach ersten Informationen der Polizei wollte der Fahrer eines Kleintransporters einen Lastwagen überholen. „Dabei hat er offenbar dem hinter ihm heranfahrenden BMW übersehen“, sagte ein Polizeisprecher zur „Bild“. Der BMW zog daraufhin nach links, krachte gegen die Mittelleitplanke und wurde wohl von dort über die Fahrbahn nach rechts geschleudert. 

Die Spieler stünden alle unter Schock, doch der FC Erzgebirge Aue wolle die anstehende Partie gegen Nürnberg nicht verlegen, wie Präsident Helge Leonhart erklärte: „Wir müssen spielen und wollen es auch. Wer sich der Situation nach dem Unfall nicht gewachsen sieht, den lassen wir natürlich draußen und müssten dementsprechend umstellen. Eine Verlegung wäre kein Vorteil, sondern ein erheblicher Nachteil. Die Jungs sollen erstmal schlafen, den Schock verdauen, sich auf den Gegner konzentrieren und dann spielen.“

Ein BMW kollidierte mit dem Teambus von Erzgebirge Aue. Die beiden Insassen des Wagens sind verletzt.

2. Bundesliga: Bus von Erzgebirge Aue in schlimmen Unfall verwickelt: „Fahrzeug kam angeflogen“

Erstmeldung vom 21. Mai 2020: Zwickau - Der Mannschaftsbus von Zweitligist FC Erzgebirge Aue ist in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt worden. Der Bus der Veilchen war auf dem Weg nach Nürnberg, wo Aue am Freitag in der 2. Bundesliga gastiert und wurde dann von einem Auto gerammt. 

Der Mannschaftsbus war wohl mit 15 Spielern und Cheftrainer Dirk Schuster sowie mehreren Betreuern besetzt und wollte am Donnerstagnachmittag gegen 17.30 Uhr auf die Autobahn A72 bei Hartenstein in Richtung Hof fahren, als er von einem BMW frontal erfasst wurde. Die Zeitung „Freie Presse“ veröffentlichte ein Foto von der Unfallstelle, auf dem der Bus etwa 80 Meter vor dem schwer beschädigten Auto am Straßenrand steht.

Aues Präsident Helge Leonhardt, der nicht mit an Bord war, erklärte gegenüber der Bild: „Ich habe gerade von dem Unfall erfahren. Es kam ein Fahrzeug angeflogen und hat wohl unseren Mannschaftsbus touchiert. Zum Glück wurde niemand verletzt. Wir werden die Spieler jetzt auf Kleinbusse verteilen und unsere Anreise nach Nürnberg für das Spiel am Freitag fortsetzen.“ 

Der Bus der Veilchen wurde von Trümmerteilen des Unfallautos getroffen.

Unfall um Erzgebirge Aue: BMW rammt Team-Bus auf Fahrt zu Zweitligaspiel - Insassen verletzt

Der BMW soll viel zu schnell unterwegs gewesen und dem Bus regelrecht entgegengeflogen sein. Laut der Polizei Zwickau wurden beide Insassen des Unfallwagens verletzt. Über den genauen Gesundheitszustand der Personen ist nichts bekannt. Sie sollen um die 20 Jahre Jahre alt sein.

Die Sachsen befinden sich nach dem ersten Spieltag der Corona-Pause* und dem Sieg gegen Sandhausen (3:1) auf einem respektablen sechsten Platz und können damit wohl ein weiteres Jahr für die 2. Bundesliga planen. Angesichts des Schocks, den der Verein nun erlitten hat, werden sie im Erzgebirge aktuell wohl weniger ans Sportliche denken.

Aufmunternde Worte kamen derweil aus Nürnberg. „Wir hoffen, dass es allen Beteiligten gut geht und wir uns morgen alle wohlauf im Max-Morlock-Stadion gegenüberstehen“, schrieb Aues Gegner des 27. Spieltags* auf Twitter.

Glimpflich ausgegangen ist zum Glück der Horror-Unfall, den Ski-Ass Jessica Löschke erlitt. Die Langläuferin rammte sich ihren Stock durch die Wade.

as

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Rubriklistenbild: © dpa / Matthias Hangst

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