+
Spektakulär und schnell: Beim Hydrofoil-Racing gibt eine kleine Tragfläche unter dem Brett Auftrieb. Alina Kornelli (2., v. li.) hat erst vor wenigen Monaten mit dieser Kite-Variante begonnen und bei der DM-Serie auf Anhieb Bronze geholt.

KITEBOARDING VOR SANKT PETER-ORDING

Allrounderin Alina Kornelli holt drei Medaillen bei deutscher Meisterschaftsserie

  • schließen

Ihre Vielseitigkeit machte sich für Kornelli bezahlt: Bei den Kitesurf Masters wurde sie Deutsche Meisterin im Slalom und holte obendrein Bronze im Freestyle und Hydrofoil-Racing.

Vier Surf-Boards, 15 Kite-Schirme, Luff-Streben, Trapeze, unzählige Leinen und allerlei sonstiges Equipment packte Alina Kornelli in ihren Wagen, ehe sie die 1000 Kilometer nach Sankt Peter-Ording an der Nordesseküste abspulte. „Mein VW-Bus war proppenvoll“, lacht die 19-jährige Reichersbeurerin. Doch sowohl der Aufwand, als auch die Reise nach Schleswig-Holstein lohnten sich. Denn drei Medaillen waren Kornellis Ausbeute bei der fünftägigen Finalserie um die „Multivan Kitesurf Masters“ wie die Deutsche Meisterschaftsserie inzwischen schmissig heißt.

Das deutsche Top-Trio im Slalom (v. li.): Maya Kowa (3.), Siegerin Alina Kornelli und Lonia Häger (2.).

Der Meistertitel wird in Form einer Regattaserie ermittelt. Die Serie bestand heuer aus fünf Tourstopps an den

attraktivsten Stränden von Nord- und Ostsee: Sylt, Norderney, Usedom, Heiligenhafen und eben St. Peter-Ording. Die Ergebnisse der einzelnen Regatten, die jeweils in den drei Disziplinen Slalom, Freestyle und Hydrofoil-Racing ausgetragen werden, fließen in eine Rangliste ein. Die Erstplatzierten im Gesamtklassement werden mit dem Meistertitel geehrt.

Auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gibt es mit Florian Gruber einen begnadeten Kitesurfer

Die Krönung für Alina Kornelli war natürlich die Goldmedaille im Slalom, eine willkommene Zugabe waren zwei Bronzenen in den Disziplinen Freestyle und Hydrofoil. „Endlich ein Titel“, strahlte die Blondine, die gleichwohl schon einen nationalen Meistertitel in ihrem persönlichen Palmares stehen hat: Vor drei Jahren wurde sie Deutsche Jugendmeisterin – mit dem Snowboard.

Nachdem im vergangenen Jahr die Abiturprüfungen Vorrang hatten, nahm die Isarwinklerin heuer erstmals an der gesamten DM-Tour teil. „Der Titel im Slalom war beinahe zu erwarten“, gibt sich Kornelli selbstbewusst. Schließlich gehört sie in dieser Disziplin seit Jahren zur nationalen Spitze und

hat Deutschland im vergangenen Herbst schon bei den Olympischen Jugendspielen mit Platz vier würdig vertreten.

Äußerst knapp ging’s im Freestyle – einem Figuren-, Trick- und Sprungcontest – zu, bei dem heuer lediglich zwei Wertungen ausgetragen wurden. Merle Mönster schnappte Kornelli die Silbermedaille vor der Nase weg; bei gleicher Punktzahl entschied die bessere Platzierung in Sankt Peter. Dafür kam Platz drei im Hydrofoil etwas überraschend. Denn Kornelli hatte erst im Frühjahr ernsthaft mit dieser Disziplin begonnen. „Damit bin ich eine der wenigen Alrounderinnen in Deutschland. Das ist zwar etwas stressig und vom Equipment ziemlich aufwändig. Aber ich freue mich, dass ich in allen drei Disziplinen abgeliefert habe“, so die Reichersbeurerin.

Gerade dem spektakulären und schnellen Hydrofoil-Racing scheint die Zukunft im Kite-Sport zu gehören. Durch zwei kleine Tragflächen unter dem eigentlichen Brett schwimmt das Board auf und surft nur noch auf diesen kleinen Flügeln, was den Eindruck vermittelt, als würde das Board über das Wasser schweben. „Das Racing ist 2024 in Frankreich olympische Disziplin, darum hat es gerade so einen immensen Zulauf“, erklärt Kornelli.

Lesen Sie auch: Kornelli wird Vize-Europameisterin

Auch die 19-Jährige hat Gefallen am Hydrofoilen gefunden. Denn bei den rund 20-minütigen Kursrennen, bei denen alle Surfer zugleich starten, ist viel Geschick und eine kluge Taktik vonnöten. Bei der Europameisterschaft auf Sardinien in vier Wochen will Alina Kornelli deshalb ebenfalls starten und „weitere Wettkampferfahrung sammeln“.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Campionessa“ Thea Heim läuft beim Garda Trentino-Halbmarathon Streckenrekord
Die 18. Auflage des beliebten „Garda Trentino“-Halbmarathons wurde zum Triumph-Lauf für Thea Heim. Auf der Strecke zwischen Riva und Arco lief die Sachsenkamerin einen …
„Campionessa“ Thea Heim läuft beim Garda Trentino-Halbmarathon Streckenrekord
Die Jagd auf Punkte und 2000 Euro beginnt
Die neunte Auflage des beliebten Tippspiels „Zehnkampf für Sportexperten“ startet. Sowohl auf die Wochen- als auch die Gesamtsieger warten attraktive Preise.
Die Jagd auf Punkte und 2000 Euro beginnt

Kommentare