Strahlen mit dem Gold um die Wette: Weltmeisterin Rita Härteis und Thorsten Lemm,15. in seiner Altersklasse.

Cross-Triathlon

Auf traumhaften Trails lässt’s Rita richtig krachen

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Die Kochlerin Rita Härteis wird in British Columbia zum dritten Mal Altersklassen-Weltmeisterin im Cross-Triathlon.

Als Rita Härteis im Frühjahr die Ausschreibung zur Weltmeisterschaft im Cross-Triathlon las, lachte ihr das Herz im Leib. Nach Penticton in British Columbia lud der Weltverband ITU die Offroad-Spezialisten unter den Triathleten ein. „Da müssen wir hin“, sagte die Kochlerin, als sie die Bilderbuchgegend online in Augenschein genommen hatte. „Berge und Seen wie im Oberland – nur zehnmal so groß.“ Auch Lebensgefährte Thorsten Lemm war sofort Feuer und Flamme. Eifrig und intensiv wurde mit den bewährten Partnern trainiert: Markus Borowy, Phil Lester, Markus Steinhüser, Joachim Wöhrle und Eva Baumann. „Die leisten unglaublich wertvolle Arbeit, schreiben Trainingspläne, motivieren und pushen mich während der gesamten Saison“, lobt Härteis das hilfreiche Quintett.

Doch die Vorbereitung wäre beinahe in einem Desaster geendet. Eine unaufmerksame Wagenlenkerin räumte Lemm und Härteis während einer

Trainingsfahrt mit dem Renner von der Straße – neun Wochen vor dem WM-Start. Während Härteis mit einem blauen Auge davonkam, erwischte es Lemm an der Schulter und mit einem Bänderriss im Knöchel. „Bei jener Ausfahrt hatten wir wohl ein Heer an Schutzengeln dabei“, sinniert die Kochlerin. Gleichwohl musste Lemm eine sechswöchige Trainingspause einlegen. Sogar die WM-Teilnahme war gefährdet. Schließlich raffte sich das Loisachtaler Duo doch auf. Zu verlockend waren die Verheißungen im fernen Kanada.

Und die Sportler, die bei sonstigen Wettkämpfen das Leiberl des WSV Bad Tölz überstreifen, diesmal jedoch im Deutschland-Dress der DTU Altersklassen-Nationalmannschaft, antraten, mussten ihren Start nicht bereuen. Thorsten Lemm, der sich beim X-Terra Griechenland erstmals für eine Cross-Triathlon-WM qualifiziert hatte, musste natürlich dem Trainingsdefizit Tribut zollen. Nach passablem Schwimmen (1,5 km) im Okanagan Lake und Biken (31 km, 900 Hm) ging auf der Laufstrecke aufgrund der Schmerzen im lädierten Sprunggelenk und mangelnder Laufkondition nur noch wenig. Lemm finishte im Mittelfeld seiner AK 50-54 (3:15:41 h) und war im Ziel total happy, einen Cross-Triathlon für die Altersklassen-Nationalmannschaft absolviert zu haben.

Finishen – das reichte Rita Härteis bei Weitem nicht. Schließlich war die 52-Jährige zuvor bereits zweimal Alterklassen-Weltmeisterin: 2015 auf Sardinien und 2005 auf Maui. Doch beim Blick auf die Liste der Konkurrentinnen in der AK 50-54 erschrak Härteis doch ein wenig. „Gerade vor den acht Kanadierinnen hatte ich ziemlich Respekt. Wer sollte die in dieser grandiosen Trail-Gegend auf dem Bike schlagen?“

Doch nach einer mittelprächtigen Schwimmzeit war die Riederin just auf den Trails eine Klasse für sich. „Die Strecke war kupiert und technisch sehr anspruchsvoll, also genau mein Ding. So einen flowigen Hammer-Trail bin ich noch nie in einem Rennen gefahren. Da hab ich’s richtig krachen lassen“, berichtet Härteis. Die Euphorie schlug sich in den Zeit nieder. Sie fuhr die drittbeste Zeit von allen 88 AK-Starterinnen. Die dänische Verfolgerin Anne Mortensen büßte gut acht Minuten ein. Auch auf der acht Kilometer langen Laufstrecke war Härteis nicht zu toppen, so dass sie nach 3:01:40 Stunden die Ziellinie passierte; fast eine Viertelstunde vor Mortensen. „Der Wahnsinn“, stammelte Härteis ungläubig nach einem ersten Blick auf die Ergebnisliste. Das dritte WM-Gold strahlte nach den Unbilden in der Vorbereitung besonders hell.

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