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Auftakt nach Maß für Kadlec

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Zwei Meter hoch waren die Buchstaben in Ingolstadt, die Franzi Kadlec zu bewältigen hatte. © Lydia Bauer

Reichersbeuern - Franzi Kadlec aus Reichersbeuern belegt bei seinem ersten Hallen-Trial in Ingolstadt Platz zwei.

Franzi Kadlec steht auf einem „G“ aus Holz, vor ihm liegen acht weitere Buchstaben. Alle sind in etwa zwei Meter hoch, sie bilden das Wort Goaßstall. Kadlecs Aufgabe: Er soll mit seinem Motorrad von einem Buchstaben auf den anderen springen – ohne einen Fuß abzustellen und natürlich ohne zu stürzen. „Schauen sie das an, Schritt für Schritt, Buchstabe für Buchstabe, ohne großes Zucken. So fährt ein Jugend-Europameister“, sagt ein Moderator. Kadlec meistert die Sektion beim Hallen-Trial von Elite-Fahrern in der Ingolstädter Saturn Arena. Der 16-Jährige aus Reichersbeuern bestritt hier seinen ersten Wettbewerb in der Halle, bei dem er sein Ziel – einen Podestplatz – mit Rang zwei erreichte.

Für den Fahrer des AMC Holzkirchen war die Premiere in Ingolstadt ein besonderes Erlebnis. Auf seiner Facebook-Fanseite schreibt er: „Super Veranstaltung beim Hallen-Trial in Ingolstadt.“ Kein Wunder, nachdem ihn das Gros der rund 2000 Zuschauer zu Liedern wie beispielsweise von ACDC lautstark anfeuerte.

Es ging generell stimmungsvoller zu als bei einem Trial-Lauf im Freien, wo sich die Zuschauer an den verschiedenen Sektionen deutlich stärker verteilen als in einer Halle. In der Saturn Arena, wo sonst die Ingolstädter Panther in der DEL Eishockey spielen, ging auf den Rängen die Post ab. Nun fängt Kadlec in der Regel nicht groß zu schwärmen an. In der Regel sagt er relativ nüchtern: „Ja, war guad.“

Nach der Veranstaltung in der Saturn Arena aber war auch ihm anzumerken, dass er den Wettbewerb richtig genossen hat. „Die Atmosphäre war klasse und ganz anders als sonst. Es hat Spaß gemacht.“

In Ingolstadt setzte er seine neue Maschine der Marke Beta erstmals bei einem offiziellen Turnier ein. „Sie läuft gut und ist leistungsmäßig besser als die alte Maschine“, sagt er. Die Hürden, die er damit zu nehmen hatte, bestanden beispielsweise aus Baumstämmen, Betonklötzen und eben großen Buchstaben aus Holz.

niger Fehlerpunkte als Kadlec hatte am Ende nur Mirco Kammel. Er kam nach einem Vorlauf und fünf Sektionen auf zwei Fehlerpunkte, während Kadlec sechs Punkte kassierte. „Ich bin auf jeden Fall zufrieden, wie es gelaufen ist“, resümiert der Zehntklässler der Tölzer Realschule. „Ohne den groben Fehler an einer Stufe wäre sogar der Sieg drin gewesen.“ Seinen nächstes Trial-Turnier in der Halle bestreitet der Reichersbeurer am 23. Februar in Bielefeld. „Dort wird es von den Sektionen her schwieriger“, vermutet Kadlec. „Und es starten mehr gute Fahrer."

Der letzte Wettbewerb in der Halle findet am 15. März in Wiener Neustadt statt, ehe die Saison im Freien beginnt. Am 30. März wartet der erste Lauf zur Europameisterschaft im italienischen Pietramurata. Den Grundstein, dass dieses Jahr erfolgreich läuft, hat er in Ingolstadt jedenfalls gelegt.

Marc Lamberger

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