Verein könne in den unteren Nachwuchsligen wohl bald selbst bestimmen, in welcher Liga sie antreten.

Vereine in untersten Nachwuchsklassen können Ligazugehörigkeit mitbestimmen

91 Prozent der Vereine stimmen Vorschlag für Meldeliga zu

  • vonMarkus Eham
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91 Prozent der Verein stimmen dem Vorschlag des BfV für die Meldeliga in untersten Nachwuchsligen zu. Vereine aus Kreisliga, Kreisklasse und Gruppe können mitbestimmen, in welcher Liga sie spielen.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Es ist keine gänzlich neue Idee, die der Bayerische Fußball-Verband (BFV) jüngst zur Abstimmung im Kreis Zugspitze vorgelegt hat. Der Kernpunkt: Soll es im Jugendbereich ab der kommenden Saison eine sogenannte Meldeliga geben? „Die Vereine sind mit diesem Anliegen schon vor einer Weile auf uns zugekommen“, berichtet Martin Kölbl, Jugendleiter aus dem Kreis Zugspitze. Mit ein Grund für die Abstimmung sei sicherlich der coronabedingte Saisonabbruch im Juniorenbereich gewesen (wir berichteten).

Das offizielle Ergebnis scheint derweil eine klare Sprache zu sprechen. „Von den Vereinen, die sich zur Abstimmung gemeldet haben, waren 91 Prozent für den Vorschlag“, sagt Kölbl. Rund zwei Drittel aller Vereine im Kreis Zugspitze nahmen teil.

Kölbl: Werden Bewerbung der Vereine prüfen

Doch was bedeutet der Vorstoß der Meldeliga? Grob gesagt haben die Vereine nun in den untersten drei Nachwuchsligen (Kreisliga, Kreisklasse, Gruppe) die Möglichkeit selbst zu bestimmen, in welcher Liga sie in der kommenden Saison antreten wollen. Bei den D-Junioren gibt es überdies noch die A-Klasse. „Wir werden dabei aber die Bewerbung der Vereine prüfen“, sagt Kölbl. „Dabei kontrollieren wir, was sie in den vergangenen zwei Jahren geleistet haben.“

Kölbl: Sportlicher Aufstieg kann so mitgenommen werden

Die Gründe für dieses Modell liegen für den Kreisjugendspielleiter auf der Hand. „Bisher konnte ein guter Jahrgang eines Vereins, wenn er in die nächsthöhere Altersklasse aufgestiegen ist, seinen sportlichen Aufstieg nicht mitnehmen“, erklärt er. „Sie befinden sich dann nicht in der Liga, die sie sich erspielt haben.“ Das bedeutet: Wenn beispielsweise die C-Junioren eines Clubs den Aufstieg in die Kreisliga geschafft haben, aber aus Altersgründen zu den B-Junioren aufrücken, mussten sie sich bisher wieder in der Liga einfinden, in der der Vorgänger-Jahrgang gewirkt hat. Das soll nun durch das Modell der Meldeliga verhindert werden.

Positive Erfahrungen im Kreis Donau/Isar

„Letztlich werden wir den Vereinen die Meldung für gewisse Ligen nicht verwehren können“, stellt Kölbl klar. Die Clubs hätten dadurch künftig aber auch deutlich mehr Verantwortung. Unterdessen sind die Erfahrungen mit diesem Modell durchaus positiv. „Im Kreis Donau/Isar haben sie das schon seit drei Jahren“, berichtet Kölbl. Dort hätte sich das Prozedere durchaus „bewährt“. „Ich hoffe, dass die Vereine dadurch zufrieden sind“, betont Kölbl. „Auch wenn es für mich deutlich mehr Arbeit bedeutet.“ (MARKUS EHAM)

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