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Glücklich: Bei ihrem Marathon-Debüt in Hamburg lief die Sachsenkamerin Thea Heim auf Rang 15 und war damit die beste deutsche Teilnehmerin.

MARATHON IN HAMBURG

Bilderbuch-Debüt: Heim  wird beim Hamburg-Marathon 15. und damit beste Deutsche

Der Sachenkamerin Thea Heim ist ein traumhaftes Marathon-Debüt gelungen: In Hamburg lief die 26-jährige Langstrecklerin die 42 Kilometer in 2:36 Stunden und wurde damit 15. und beste Deutsche. 

Hamburg/Sachsenkam – Es war ein Debüt wie aus dem Bilderbuch. Entsprechend strahlte Thea Heim im Fernsehinterview auf dem roten Zielteppich des Hamburg-Marathons. Obwohl die Bedingungen mit neun Grad und starkem Regen alles andere als ideal waren, krönte die 26-jährige Sachsenkamerin ihre schon jetzt erfolgreiche Laufkarriere mit einem grandiosen Marathondebüt: 2.36,10 Stunden benötigte sie für die 42,195 Kilometer, katapultierte sich als 15. auf Platz zwei in der deutschen Rangliste und unterbot auch die Norm für die Leichtathletik-WM in Doha/Katar im September.

„Es war ein wahnsinniges Erlebnis. So viele Menschen haben mich immer wieder namentlich angefeuert. Das gab unglaublich Kraft.“ schwärmte Heim im Zielinterview. Über die ganze Strecke wurde sie von einem Kamerateam auf dem Motorrad begleitet, da sie von Beginn an die beste deutsche Läuferin war und auch bis ins Ziel blieb. Die ehemalige Olympiateilnehmerin Corinna Harrer gab ebenfalls ihr Debüt und kam zehn Minuten nach Heim als zweitbeste Deutsche an (2.46.54 h).

„Das Primärziel für uns war, gut durch den ersten Marathon zu kommen. Wichtig war am Anfang nicht zu überziehen, da wir wussten, dass dieses starke Feld schnell anlaufen würde und die Stimmung ganz schön pusht“, beschreibt Coach Norman Feiler die Strategie. Vom Start weg hatten die Läuferinnen mit der Nässe zu kämpfen und kühlten mit zunehmender Dauer immer mehr aus. Das bekam auch Feiler zu spüren, der seinen Schützling mit dem Rad begleitete und alle fünf Kilometer an den Verpflegungsstationen ein spezielles Glukosegetränk reichte. „Bei Kilometer 20 waren meine Handgelenke so eingefroren, dass ich das Getränk nicht aus dem Trinkgurt herausbekam und es Thea nicht reichen konnte“, so der Coach.

Aber auch durch dieses kleine Missgeschick ließ sich Heim nicht aus dem Konzept bringen. Im Schlepptau von ihrem Tempomacher Olfert Molenhuis lief die Sachsenkamerin unbeirrt wie eine Maschine ihr Tempo. „Nach 35 Kilometern hatte ich auf die Sekunde genau die mit Norman besprochene Zeit. Aber dann merkte ich die Kälte immer mehr und es wurde hart.“ Zu diesem Zeitpunkt hatten schon einige Weltklasseläuferinnen wie die portugiesische Vorjahressiegerin Jessica Augusto aufgeben. Heim mussten kämpfen: „Kurz vor dem Ziel ging es 800 Meter den legendären ,Gorch Fock-Wall’ hinauf. Das war unbeschreiblich hart, aber umso schöner war der Zieleinlauf kurz danach.“ Dort warteten auf die großgewachsene Blondine eine Traube von Fotografen und die ARD-Reporter für ein Live-Interview  - wie bereits vor ein paar Wochen bei der DM in Freiburg.

Feiler, selbst Deutscher Mannschaftsmeister im Marathon 2008, war stolz auf seinen Schützling, die als einzige deutsche Topläuferin Vollzeit arbeitet. „Wir trainieren jetzt seit zehn Jahren zusammen und hatten viele tolle Rennen. Aber der Marathon hier in Hamburg war eine absolute Meisterleistung von Anfang bis Ende bei diesen schwierigen Bedingungen.“ Mit diesem Sieg sei die 26-Jährige nun endgültig im Langstreckenbereich angekommen. Und auch Heim selbst war glücklich: „In Hamburg hat sich ein Kreis geschlossen. Vor 30 Jahren hat mein Vater dort seine Marathonbestzeit von 2.18.31 Stunden aufgestellt.“ 

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