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Gute Männer, hohes Tempo: Thea Heim hatte viel Freude bei ihrem Lieblingsrennen am Gardasee und verbesserte ihren Streckenrekord um 58 Sekunden.

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„Campionessa“ Thea Heim läuft beim Garda Trentino-Halbmarathon Streckenrekord

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Die 18. Auflage des beliebten „Garda Trentino“-Halbmarathons wurde zum Triumph-Lauf für Thea Heim. Auf der Strecke zwischen Riva und Arco lief die Sachsenkamerin einen neuen Streckenrekord.

Azurblauer Himmel, strahlender Sonnenschein, schroff abfallende Berghänge unter der Cima Sat und ein spiegelglatter Gardasee – die Kulisse war die einer Kitsch-Postkarte. Vor diesem Ambiente mit kühlen zehn Grad durften sich die 6000 Teilnehmer der 18. Auflage des „Garda Trentino“-Halbmarathons auf die 21,095 Kilometer von Riva del Garda über die Altstadt von Arco, entlang dem Flüsschen Sarca zurück zum Gardasee nach Riva machen. Die Topfavoritin bei den Frauen und zugleich die Vorjahressiegerin kam aus Deutschland: Thea Heim.

Nur zwei Wochen nach ihrem schwierigen Marathon in Frankfurt, der nicht zufriedenstellend verlief, stand die 27-jährige Sachsenkamerin wieder an der Startlinie ihres Lieblingslaufes. „Ich habe meinen leichten Infekt auskuriert und mich die letzten 14 Tage eigentlich nur ausgeruht. Alle Werte waren wieder normal, und ich habe mich sehr gut gefühlt. So habe ich mit meinem Coach Norman Feiler entschieden, am Gardasee zu laufen“, erklärt Heim ihren Start so kurz nach dem missglückten Frankfurt-Marathon.

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Anfang vergangener Woche absolvierte die Blondine erste lockere Dauerläufe. „Das fühlte sich alles gut an. Und ich wollte unbedingt am Gardasee teilnehmen, weil es für mich keinen schöneren Lauf gibt“, schwärmt die Sachsenkamerin.

Entsprechend motiviert startete sie in das Rennen bei optimalen Rennbedingungen. Am Start in Riva del Garda verwöhnte die Sonne alle Teilnehmer und Zuschauer. Über den Palmen gesäumten Boulevard von Riva führte die Route nach Arco mit dem berühmten Burgfelsen. Heim hatte schnell eine Gruppe mit männlichen Begleitern gefunden und setzte sich schon früh von der weiblichen Konkurrenz ab, zu der auch Trainingspartnerin und Oberland-Challenge-Siegerin Ricarda Gerlach zählte.

Nach zehn Kilometern erreichte die Gruppe um Heim unterhalb des Burgfelsens die Altstadt von Arco, wo man die malerischen, engen Kopfsteinpflastergassen durchlief, bevor es an der Sarca entlang wieder zurück zum Gardasee ging. „Ich hatte endlich einmal sehr gute Männer um mich herum, die in meinem Tempo liefen.“ Thea Heim, die am Gardasee eine gewisse Berühmtheit ist, wurde von vielen Zuschauern mit Namen angefeuert. Nach 15 Kilometern drückte „la ragazza bionda“, wie viele Zuschauer bewundernd riefen, aufs Tempo. Es lief optimal für die IT-Spezialistin. Und so wollte sie unbedingt ihre eigene Streckenbestzeit aus dem Vorjahr unterbieten, die bei 1:16:41 Stunden lag.

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Nach 17 Kilometern erreichte die vierköpfige Gruppe den Gardasse, an dem sie unmittelbar am strahlend blauen Wasser bis zum Ziel in der Altstadt von Riva entlanglief. „Es rollte einfach super“, berichtet Heim, „es war ein ganz anderes Gefühl als in Frankfurt.“ So flog Heim förmlich dem Ziel unterhalb des „Campanile“, dem Wahrzeichen von Riva, entgegen. Bei 1:15:43 Stunden blieb die Uhr beim Zieleinlauf stehen – 58 Sekunden schneller als bei ihrer Streckenbestzeit 2018. „In Frankfurt hatte ich etwas Pech. Aber die Form ist da. Gerne würde ich noch einen Marathon laufen. Vielleicht in Florenz Ende November“, gibt sich die großgewachsene Blondine motiviert. „Hier war es traumhaft zu laufen. Normalerweise bin ich im Rennen sehr fokussiert, aber der Blick war auf der ganzen Strecke atemberaubend. Der schönste Lauf, den ich kenne und mein absolutes Lieblingsrennen. Ich habe jeden Meter genossen.“

ROC-Siegerin Ricarda Gerlach wird Vierte

Über fünf Minuten Vorsprung vor der Zweitplatzierten Italienerin Loretta Bettin (1:20:51h) und Amelie Guggl-berger (1:22:06 h) sprechen eine deutliche Sprache. Mit Platz vier in 1:23:06 Stunden war ROC-Siegerin Ricarda Gerlach ebenfalls sehr zufrieden. Bei den Männern nutzte auch der Kenianer Paul Tingiok die guten Bedingungen und gewann mit neuem Streckenrekord (1:03:38 h).

Für „Campionessa“ Thea Heim war mit dem Zieleinlauf die Arbeit noch längst nicht erledigt. Ein Interview jagte das nächste, und anschließend erfüllte Heim natürlich gerne die unzähligen Fotowünsche von Zuschauern und Fans. „Ich glaube hier hat Thea die größte Fangemeinde überhaupt. Schon am Vortag konnte man kaum ohne einen Fotowunsch durch die Altstadt gehen“, berichtet Trainer Feiler. Dass Thea Heim auch auf dem offiziellen Veranstaltungsplakat abgebildet war, erhöhte die ohnehin große Bekanntheit zusätzlich. In jedem Fall steht ein Termin für 2020 bereits fest: „Campionessa“ Thea Heim will ihren Titel beim „Garda Trentino“-Halbmarathon unbedingt wieder verteidigen.

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