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Von Platz vier verdrängt: Thea Heim (re.) muss Ina Pauer in Erfurt beim Schlussantritt passieren lassen.

Leichtathletik

Die Waffe hat Ladehemmungen

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Thea Heim kann Schlussspurt bei Deutscher Meisterschaft in Erfurt nicht richtig anziehen und wird Fünfte auf den 5000 Metern

Erfurt/Sachsenkam– Da hatte sie sich etwas mehr erhofft: Thea Heim hatte bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften in Erfurt insgeheim eine Medaille eingeplant. Doch die Läuferin aus Sachsenkam verpasste Edelmetall auf den 5000 Metern und wurde Fünfte.

Es waren die erwartet stimmungsvollen Wettkämpfe im nagelneuen Erfurter Stadionrund vor gut gefüllten Rängen. Doch die 25-Jährige fühlte sich nicht ganz in Bestform. Sie war eine der 22 Finalistinnen auf den zwölfeinhalb Runden, mit der viertschnellsten Meldezeit zählte sie zu den Anwärtern auf eine Medaille. Doch die machten andere unter sich aus.

Für die Langdistanz-Läuferinnen bedeutete der Glutofen bei 35 Grad eine Tortur und versprach ein langsames Rennen. Das kam Heim zu Gute, die mit ihrem starken Schlussspurt punkten wollte. Das Feld legte Runde um Runde gemeinsam zurück, belauerte sich in Halbmarathon-Tempo. Heim hielt sich an Position vier, um auf einen Antritt reagieren zu können.

Doch sie tat sich schwer, ihren Rhythmus zu finden. „Ich habe mich nicht gut gefühlt.“ Nach drei Kilometern zog Europameisterin Gesa Krause das Tempo etwas an. Das Feld riss auseinander, doch Heim hielt sich in der acht-köpfigen Spitzengruppe. Und der Endspurt begann zweieinhalb Runden vor Schluss: Gesa Krause, Europameisterin über 3000-Meter-Hindernis, verschärfte das Tempo, an ihrer Seite Hanna Klein (SG Schorndorf), die Jahresschnellste über 3000 Meter. Heim musste eine kleine Lücke reißen lassen. „Ich hatte mich nicht spritzig gefühlt. Als ich hinterher wollte, kam gar nichts.“

Im Kampf um die Plätze versuchte Heims Teamkollegin Corinna Harrer, die Lücke zu den beiden Führenden zuzulaufen. Auch ihr konnte Heim nicht folgen. Und vierhundert Meter vor Schluss ging auch Nada Ina Pauer (LC Friedrichshafen) an Heim vorbei. Obwohl sie den letzten Kilometer in 3:05 Minuten lief, blieb nur der fünfte Platz. „Ich hatte mir mehr ausgerechnet. Aber meine Waffe, der Schlussspurt, hat irgendwie nicht funktioniert.“

Für Trainer Norman Feiler waren es Kleinigkeiten, die gefehlt haben. „Ich denke, dass ihr die Hitze mehr zu schaffen gemacht hat als den unmittelbaren Gegnerinnen.“ Die kleineren und leichteren Athletinnen vor ihr taten sich bei der Hitze etwas leichter, meint Feiler. Die DM war für Heim ein wichtiger Wettkampf – aber nicht der Höhepunkt. „Mein Ziel sind die 10 000 Meter. Da habe ich bereits eine Medaille bei der DM in Bautzen geholt. Jetzt werde ich auf der Straße im September noch einmal eine gute Zeit angehen.“

Am Wochenende nimmt Heim als Staffel mit Vanessa Hinz (Biathlon-Weltmeisterin) und Elisabeth Schichow (Langlauf-Nationalmannschaft) am Schliersee-Triathlon teil. 

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