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Führungsarbeit im Wind: Thea Heim hält dennoch das Tempo hoch und überquert die Ziellinie beim Barcelona-Halbmarathon mit einer persönlichen Bestzeit.

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Im internationalen Elitefeld knackt Thea Heim erstmals die EM-Norm

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Thea Heim läuft beim Halbmarathon in Barcelona persönliche Bestzeit. Coach Norman Feiler ist begeistert: „Thea hat mit den Profis mitgehalten.“

Barcelona/Sachsenkam – Barcelona verbindet man meist mit Fußball: Seit Jahrzehnten begeistert „Barca“ in Primera Division und Champions League Millionen Fans. Doch am vergangenen Sonntag war die katalanische Hauptstadt der Nabel des weltweiten Laufsports. Der „Mitjabarcelona“ geht als der in der Breite schnellste Halbmarathon in die Geschichte ein. Mit zahlreichen internationalen Läuferstars bei Männern und Frauen versprach schon die Startliste ein hochkarätiges Rennen; darunter die gesamte europäische Elite.

Unter ihnen war erstmals auch Thea Heim. „Ich wollte schon immer hier laufen. Der Halbmarathon in Barcelona gilt als schnelle Strecke“, freute sich Heim auf ihr Debütrennen in Spanien. Die siegverwöhnte Sachsenkamerin wurde mit ihrer Bestzeit als 35. im Ranking geführt. Das alleine machte deutlich, dass es diesmal nicht um eine Podestplatzierung ging, sondern um eine Topzeit.

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Pünktlich 8.45 Uhr erfolgte der Startschuss für Heim und 23 000 Läufer aus der ganzen Welt. „Auf dem ersten Kilometer hat der Pulk mein Tempo bestimmt“, berichtet Heim. „Da ich in der Masse mitlaufen musste, war ich mit 3:10 Minuten pro Kilometer zu schnell. Das habe ich zum Schluss gespürt.“

Nach der schnellen Anfangsphase fand Heim ihren Rhythmus und konnte in einer Gruppe laufen. Die zehn Kilometer passierte sie nach starken 34:28 Minuten – nur 18 Sekunden über ihrer besten Durchgangszeit über diese Distanz. Auch Coach Norman Feiler war zufrieden mit der Renngestaltung: „Sie ist mutig angelaufen und hat die anvisierte 34:40 Minuten etwas unterboten. Das lag am ersten schnellen Kilometer.“ Und Heim arbeitete sich weiter nach vorne. Nach 15 km musste sie dann vier Kilometer Führungsarbeit leisten, da sich alle Männer in der Gruppe bei ihr angehängt hatten. „Das war hart, da wir auf dem letzten Streckenviertel Gegenwind hatten“, sagt Heim. Doch ihr Tempo konnte sie einigermaßen halten. Nach 1:13:23 Stunden überquerte sie mit neuer persönlicher Bestzeit (bisher 1.13.57 h) die Ziellinie. Damit unterbot die 27-jährige IT-Spezialistin die A-Norm für die Europameisterschaft (1:14:00 h) um satte 37 Sekunden. „Das macht mich sehr stolz. Zum ersten Mal in meiner Karriere habe ich eine EM-Norm unterboten und obendrein noch meine persönliche Bestzeit klar verbessert“, freute sich Heim erschöpft im Ziel.

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Mit dieser Zeit belegte Heim Platz 26 in diesem historischen Rennen, in dem 35 Frauen unter 1:15 Stunden blieben und die Siegerin Ashete Bekere (Äthopien) mit 1:06:36 h eine absolute Weltklassezeit erzielte.

„Es war eine fantastische Atmosphäre auf der Strecke und es war unglaublich in diesem Feld zu laufen. Ein absolutes Highlight meiner Karriere“, war Heim vollkommen begeistert. Auch Coach Feiler freute sich über das Abschneiden seines Schützlings: „Das war hier die Champions League. Thea hat einen 40-Stunden-Job und daneben in den vergangenen Wochen sehr hohe Umfänge absolviert. Mit diese Leistung hat sie sich belohnt. Es ist beeindruckend, wie sie mit den Profis mithalten kann.“ Aber für Heim war dies nur ein erster Test nach zweimonatigem Training. Die Frühjahrshöhepunkte werden ein weiterer Halbmarathon sein und dann ein Marathon Ende April oder Anfang Mai. Auf beiden Strecken möchte Heim ihrer Bestzeiten angreifen. Die Voraussetzungen dafür hat sich die junge Läuferin bereits erarbeitet.

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