Im Sprint rechnet sich Tatjana Paller die größten Chancen auf einen Top Ten-Platz aus.
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Im Sprint rechnet sich Tatjana Paller die größten Chancen auf einen Top Ten-Platz aus.

SKIBERGSTEIGEN - WELTCUP-FINALE IN MADONNA DI CAMPIGLIO

Tatjana Pallers großes Ziel: Beim Weltcup-Ausklang in den Final-Heat zu sprinten

  • vonWolfgang Stauner
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Madonna di Campiglio/Lenggries – Intensive Wettkampftage warten auf die Lenggrieser Skibergsteigerin Tatjana Paller (25) beim Weltcup-Finale in Madonna di Campiglio: In allen Drei Disziplinen geht sie an den Start und hofft im Sprint auf die Teilnahme am Final-Heat.

Mit den Tourenski in 24 Stunden zweimal auf den Mount Everest? Auf den ersten Blick ein unmögliches Unterfangen, und dennoch hat die Skibergsteigerin Martina Valmassoi diesen Kraftakt bewältigt – zumindest wenn man die Höhenmeter addiert. Von Sonntag auf Montag hat die 31-Jährige Italienerin in Auronzo di Cadore auf einer präparierten Piste mit 725 Höhenmetern und 3,3 km Aufstiegsstrecke diesen Weltrekord aufgestellt:17 645 Höhenmeter, die meisten von einer Frau in 24 Stunden geleisteten Höhenmeter auf Tourenski.

Drei Wettkämpfe in vier Tagen: Sprint, Vertical und Individual

Gar so anspruchsvoll wird es für Tatjana Paller beim Weltcup-Finale der Skibergsteiger in Madonna di Campiglio zwar nicht, aber es geht schon ordentlich zur Sache. Denn die 25-jährige Lenggrieserin wird von Bundestrainer Thomas Bösl in allen drei Disziplinen eingesetzt: Sprint, Vertical und Individual. Die Enttäuschung der Nicht-Nominierung für die Weltmeisterschaft in Andorra Anfang März hat Paller längst verwunden. Ihre Top-Ergebnisse, die eigentlich eine Nominierung gerechtfertigt hätten – Platz neun beim Weltcup-Sprint im Martelltal sowie die Ränge eins (Sprint) und zwei (Vertical) bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften – gelangen ihr erst nach dem Stichtag für die WM-Nominierung. „Das ist schon in Ordnung“, räumt die Isarwinklerin ein. „Ich habe in der Zwischenzeit viel am Brauneck trainiert und fühle mich nun frisch fürs Finale.“

Paller liegt das „Kurze, Knackige“

Die besten Chancen auf ein erneutes Top Ten-Resultat rechnet sich Paller im Sprint aus, dem ersten der drei Rennen. „Ich mag das Kurze, Knackige. Da ist man so voll Adrenalin, dass man die Anstrengung fast nicht spürt“, erklärt die Lenggrieserin.

In dieser spektakulären Disziplin müssen die Athleten in Sechser-Heats alle Facetten des Skibergsteigens zeigen: Aufstiege mit Fellen unter den Ski; Passagen, auf denen die Ski getragen werden, bis zum rasanten Riesenslalom hinunter ins Ziel – und dazwischen immer wieder die technisch anspruchsvollen Wechselzonen. Eine Runde dauert etwa vier Minuten, die zwei Schnellsten steigen in die nächste Runde auf. „Auge in Auge mit der Konkurrenz“, das liegt Tatjana Paller, „und in den Tragepassagen kommt mir vom Radsport noch die Kraft in den Oberschenkeln zugute.“ Auch wenn Paller bei den Wechseln noch die eine oder andere Sekunde liegen lässt, formuliert sie ganz ungeniert ihr ambitioniertes Ziel: „Ich möchte meinen neunten Platz aus dem Martelltal noch einmal steigern. In den Final-Heat zu sprinten, das wäre mein großes Ziel.“

Beim „Vertical“ ist das Ziel: Erstmals in die Top Ten

Bei den anderen beiden Disziplinen setzt die Skibergsteigerin aus Lenggries die Messlatte nicht gar so hoch an. Gleichwohl will sie im Vertical-Race, das von Madonna zum Monte Spinale rund 600 Höhenmeter am Stück überwindet, erstmals in die Top Ten hineinschnuppern.

Vor der Königsdisziplin Individual mit insgesamt drei langen, kräftezehrenden Aufstiegen und drei Abfahrten ist der Respekt noch groß. „Im technischen Alpingelände mit den Spitzkehren fehlt’s bei mir noch etwas“, sagt Paller. Da kann sie allerdings, als ehemalige Alpinathletin des SC Lenggries, in der Abfahrt Boden gut machen.

Die Rennen in Madonna

Donnerstag, 25. März

10.00: Sprint/Fortini

Freitag, 26. März

16.15: Vertical/Mt. Spinale

Sonntag, 28. März

9.45: Individual/Mt. Spinale

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