Trauriger Eishockey-Vorstand ohne erste Mannschaft: Sebastian Greil. foto: scheitterer

Keine Spieler mehr: Aus für SC Gaißach

Gaißach - Die erste Mannschaft des SC Gaißach meldet sich vom Spielbetrieb ab. Ein wichtiger Grund: Die Hobbyteams sind eine zu starke Konkurrenz.

Gaißach - Als zum zehnjährigen Jubiläum der Tölzer Hacker-Pschorr-Arena am Wochenende der SC Gaißach gegen die „Alten Herren“ des Eisclubs antrat, war dies auf absehbare Zeit der letzter Auftritt: Die Abteilung Eis im SC Gaißach steht ohne erste Mannschaft da. „Was willst du machen, wenn du keine Spieler mehr hast?“, sagt Abteilungsleiter Sebastian Greil resignierend: „Mit elf Mann kannst du keine komplette Saison in der Bezirksliga bestreiten.“

Traurig ist das vor allem deshalb, weil die Gaißacher Eishackler erst im Frühsommer das 50-jährige Bestehen ihrer Abteilung groß gefeiert hatten. In der Vorsaison hatten die Isarwinkler noch 25 Mann auf dem Meldebogen. „Oftmals waren davon aber höchstens zehn da. Vor allem bei Auswärtsspielen brachten wir kaum eine Mannschaft zusammen“, erinnert sich Coach Beppo Schlickenrieder: „Wenn nur zwölf Mann gemeldet sind, brauchst du gar nicht erst antreten.“

Ironie des Schicksals: Hans Bosch war zuletzt der einzige echte Gaißacher im Team. Er war auch einer der letzten Aufrechten, die weitermachen wollten. Und da brach er sich bei einem Unfall zu Hause das Sprunggelenk und wäre so für die Saison auch noch ausgefallen. Sepp Keller, Peter Reiter sowie Peter Harrer hängten aus Altersgründen ihren Schläger an den Nagel, und Florian Leitner hat als Eismeister in der Arena kaum noch Zeit zum Eishockeyspielen. Dazu hatten sich Niko Schumacher und Florian Pfatrisch noch vor dem Auflösungsbeschluss entschlossen, zum SC Reichersbeuern zu wechseln.

Neu orientiert haben sich dann Florian Harrer, der sich Holzkirchen anschloss. Trainersohn Sepp Schlickenrieder wird künftig für Inzell in der Landesliga auflaufen. „Verständlich“, meint sein Papa, „weil er derzeit in Rosenheim die Meisterschule besucht und dort auch wohnt.“ Bruder Korbinian will es mit Reichersbeuern in der Landesliga Süd/West versuchen. „Die verbliebenen jungen Gaißacher bleiben als Hobbyteam beim Dietmanns-Cup dem Sport treu“, informiert Greil.

Insgesamt sieht er die vielen Hobby-Mannschaften mit als Grund für den Untergang des SCG-Teams: „Da sind viele dabei, die durchaus in der Liga mitspielen könnten. Aber die wollen lieber ihren Spaß auf dem Eis haben und vor allem keine weiten Auswärtsfahrten auf sich nehmen.“

Er hat sich damit abgefunden, die Abteilung ohne echte erste Mannschaft weiterzuführen: „Am Beispiel der Eishockeyfreunde Lenggries sieht man ja, dass das nur mit einer Hobby-Mannschaft seit Jahren gut funktioniert.“ Nachdem das Natureis-Stadion in Obergries erst vor Kurzem einen neuen Boden und neue Banden bekommen hat, ist es Greil vor allem wichtig, dass hier der Eisbetrieb, wenn es die Witterung zulässt, aufrecht erhalten bleibt: „Das ist jetzt unsere Hauptaufgabe. Vor allem für die Gaißacher Kinder, die auch weiterhin Schlittschuh laufen und Eishockey spielen wollen. Aber hier haben wir einige junge Leute im Verein, die sich zuverlässig darum kümmern wollen.“

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