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Überlegene Siegerin: Thea Heim gewinnt den Halbmarathon in Graz mit großem Vorsprung. 

LEICHTATHLETIK

Konfettiregen für die Siegerin beim Grazer Halbmarathon

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Die Sachsenkamer Langstrecklerin Thea Heim distanziert die österreichische Spitzenläuferin Eva Wutti um knapp zwei Minuten. Trainer Norman Feiler lobt die „perfekte Marschroute“.

Österreich wird allmählich zum Lieblingspflaster von Thea Heim. Die Langstreckenläuferin aus Sachsenkam absolvierte in Graz ihren vierten Halbmarathon innerhalb der vergangenen sieben Wochen, und den dritten in der Alpenrepublik. Nach den Starts in Kärnten (Platz fünf) im August und in der Wachau (Dritte) vor zwei Wochen, nahm die 27-jährige Blondine zum ersten Mal am Grazer Halbmarathon teil – und landete prompt einen triumphalen Erfolg.

Mit knapp 10 000 Teilnehmern ist der Wettbewerb in der steirischen Hauptstadt nach dem Wien-Marathon das zweitgrößte Laufereignis in Österreich. Gleichwohl stand für Thea Heim nicht der Sieg im Vordergrund. Coach Norman Feiler hatte als letzte Belastungseinheit vor dem Frankfurt-Marathon, nach einem zweiwöchigen Trainingsblock einen 30 km-Lauf in marathonnahem Tempo angesetzt. „Diese Einheit lässt sich in einem Rennen viel leichter absolvieren, als alleine im Training. Deshalb haben wir beim Veranstalter angefragt, ob dies möglich wäre“, erklärt Feiler. Aus Graz kam grünes Licht, und so wurde der Härtetest akribisch vorbereitet. Unmittelbar vor dem Start zum Halbmarathon absolvierte Heim einen Zehn-Kilometer-Lauf; drei Minuten danach stand sie an der Startlinie.

Bereits vor vier Wochen gelang Heim eine kleine Sensation an  der Kieler Förde.

Stärkste Konkurrentin war die österreichische Olympiahoffnung Eva Wutti. Die ehemalige Triathletin ist inzwischen Marathon-Profi und war zu diesem Rennen extra aus ihrem spanischen Trainingsdomizil angereist. „Da ich war nicht in der Favoritenrolle war, habe ich Eva davonziehen lassen. Ich hatte von Norman die klare Anweisung, mein Tempo zu laufen,“ schildert Heim ihre Renntaktik.

Von Beginn an machte Wutti Druck und zog davon. Doch Heim hatte selbst nach den vorweg gelaufenen zehn Kilometern noch gute Beine und fand schnell in ihren Rhythmus. Nach 14 Kilometern kam Wutti wieder in Sicht, und flugs zog Heim an ihr vorbei. „Ich fühlte mich trotz der Vorbelastung super und habe Druck gemacht“, berichtet Heim.

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Die letzten Meter durch die malerische Barockinnenstadt von Graz wurden so zum Triumphlauf für die Sachsen-kamerin. Im Konfettiregen überquerte sie nach 1:16:38 Stunden jubelnd die Ziellinie und hatte knapp zwei Minuten Vorsprung auf Wutti (1:18:19 h) und über sechs Minuten auf die Schweizerin Sarah Riffel (1:22:59 h). Wie schon bei „Kärnten läuft“ im August deklassierte Heim die österreichische Profiläuferin. Ein Ergebnis, das auch Coach Norman Feiler ein Lächeln ins Gesicht zauberte, aber zugleich etwas überraschte. „Thea hat den letzten Test vor dem Frankfurt-Marathon super gemeistert. Sie ist cool geblieben, hat perfekt die Marschroute umgesetzt und eine sehr kluge Renneinteilung hinbekommen. Das war an sich nicht überraschend, der Sieg vor Wutti indessen schon. Bei ihr hat man gesehen, was passiert, wenn man sich Rennen falsch einteilt“, analysierte Feiler den Wettkampf. Mit dem Sieg in Graz hat Thea Heim bereits ihren vierten Halbmarathon in diesem Jahr gewonnen, bei drei weiteren platzierte sie sich auf dem Podium.

In Frankfurt-Marathon soll‘s noch besser laufen, als beim Bilderbuch-Debüt in Hamburg

Nun ist eine zweiwöchige Erholung angesetzt, bevor es im Elitefeld des Frankfurt-Marathons (27. Oktober) gegen die weltbesten Läuferinnen und die deutsche Frauen-elite geht. „Mein Ziel ist es, Bestzeit zu laufen und unter die Top 25 zu kommen“, formuliert Heim das Vorhaben für den Wettkampf in der Main-Metropole. Die Strecke ist ihr durch die diversen Staffeleinsätze in den vergangenen zehn Jahren bestens bekannt – nur wartet diesmal die gesamte Marathondistanz.

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