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Auf ungewohntem Sportgerät kommt Thea Heim (li.) trotzdem schnell ins Ziel: Sie verpasst beim König-Ludwig-Lauf in Oberammergau nur haarscharf das Stockerl.

Langlauf

Thea Heim auf Schülerskiern Dritte

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Dass sie zu den schnellsten deutschen Mittel- und Langstrecklerinnen gehört, ist bekannt. Doch nun ließ Thea Heim aus Sachsenkam auch in einer Wintersportart viele Konkurrenten hinter sich: Sie wurde in einem Wimpernschlagfinale Dritte beim König-Ludwig-Skilanglauf.

Oberammergau/Sachsenkam– Das Zielfoto musste über die Platzierung entscheiden. Am Ende der 21-Kilometer-Strecke beim König-Ludwig-Lauf kämpften drei Langläuferinnen in einem packenden Zielspurt um den Sieg. Dass es bei dem Rennen in der freien Technik (Skating) in Oberammergau eng zugeht, ist an sich nicht ungewöhnlich. Allerdings war eine der drei Kontrahentinnen gar keine Langläuferin, sondern eine der besten Deutschen Leichtathletinnen: Thea Heim aus Sachsenkam (54:37,1 Minuten) spurtete mit Tereza Hujerova (54:32,8) und Helena Rejzkova (54:36,7) um den Sieg beim zweitgrößten Ski-Langlaufwettkampf nach dem Wasalauf in Skandinavien und musste sich den Spezialistinnen nur knapp (um 4 beziehungsweise 0,3 Sekunden) geschlagen geben.

Ich hatte versucht, mich vor der Zielgeraden in eine bessere Position zu bringen“, sagt die 25-Jährige. „Aber da fehlen mir einfach die Routine und die Technik.“ Zum Sieg reichte es nicht, aber Sarka Stadlerova (57:04) und Frederica Simeoni (57:11) hielt sie deutlich auf Distanz. Trainer Norman Feiler war begeistert: „Thea ist sehr gut in Form. Aber dass sie hier mit den internationalen Spezialistinnen um den Sieg läuft, das ist sensationell.“ Noch dazu trat sie mit ihren zehn Jahre alten Schülerskiern an und hatte nur acht Langlaufeinheiten absolviert.

Sie wollte einmal die herkömmlichen Pfade verlassen und die Gegebenheiten des Oberlandes nutzen. „Ich konnte nur am Wochenende Langlaufen. Aber das hat mit Riesenspaß gemacht. Deshalb wollte ich beim König-Ludwig-Lauf teilnehmen. Das Ergebnis ist der Hammer.“

Ganz neu ist die Sportart für Heim freilich nicht. Sie war im Schülerbereich im Bayerischen Langlaufkader, lief damals mit ihrer Freundin Vanessa Hinz, die inzwischen zu den besten Deutschen Biathletinnen zählt. Doch die Sachsenkamerin hörte mit 15 Jahren auf. „Da ging nichts mehr weiter, es hat keinen Spaß mehr gemacht.“ Ihr jetziger Trainer hat sie für den Leistungssport begeistert – für das Laufen. „Das konnte ich flexibler handhaben mit Studium und Training.“

Ob der Ausflug zum Langlauf eine Ausnahme bleibt, ist ungewiss. „Ich denke, wir werden Langlaufen und Skirollern künftig stärker einbeziehen“, meint Feiler. „Ich bin davon überzeugt, dass sie von ihren Ausdauerwerten her die deutsche Spitze nicht fürchten muss.“

Anders als beim Laufen war bei dem Wettkampf in Oberammergau auch das Material ein ausschlaggebender Faktor. „Die anderen Mädchen haben vor dem Start mehrere Skier getestet.“ Heim hatte nur die, die ihr Vater präpariert hatte. „Da gab’s nicht viel zu testen, die waren super.“ Die Strecke kannte sie nicht, sie empfand sie als sehr flach. Am einzigen richtigen Anstieg nach drei Kilometern lief sie an die beiden Führenden heran, konnte diese aber im Flachen nicht überholen. Im Zielspurt entschieden deren bessere technische Fähigkeiten. Heim war trotzdem begeistert. „Durch die wunderschöne Winterlandschaft zu gleiten, bis nach Schloss Linderhof, das war ein Traum.“

Kommendes Wochenende steht der eigentliche Saisonstart bevor. Dann bestreitet Heim den ersten Laufwettkampf und geht über 20 Kilometerim Münchner Olympiapark an den Start.

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