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Die Medaillen waren früh verteilt

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Aus dem Quintett (v.li.) Miriam Dattke, Deborah Schöneborn, Anna Gehring, Thea Heim und Corinna Harrer wurde auf den letzten Runden ein Trio. Heim beendete die 10 000 Meter als Dritte. © Michi Wilms

Der Einstieg in die Bahnsaison ist Langstreckenläuferin Thea Heim vorzüglich gelungen. Beim internationalen Leichtathletik-Meeting wurde die Sachsenkamerin Dritte über 10.000 Meter.

Die Erleichterung war ihr anzumerken. Nach zwei Infekten im März und im April war sich Thea Heim nicht sicher, wie es um ihre Form bestellt sein würde. Offensichtlich gut: Bei den Deutschen Bahn-Meisterschaften, eingebettet in das internationale Leichtathletikmeeting in Pliezhausen bei Tübingen (Baden-Württemberg), musste sich die Läuferin aus Sachsenkam über die 10 000 Meter nur Anna Gehring (ASV Köln) und Deborah Schöneborn (LG Berlin) geschlagen geben. In 34:35 Minuten wurde sie bei ihrem Einstieg in die Bahnsaison Dritte. Wohl selten war die Freude über Bronze bei ihr größer.

Es war ein harter Kampf, den sie sich mit 16 weiteren qualifizierten Läuferinnen über 25 Runden lieferte. Ursprünglich sollte das frühe Rennen einer der Saison-Höhepunkte für Heim sein. Doch die 25-Jährige hatte wegen Erkrankungen längere Trainingspausen einlegen müssen: „Normalerweise machen wir immer Vorbereitungswettkämpfe auf der Bahn“, sagt Heim. „Aber das war jetzt einfach nicht möglich.“ So war die DM gleich die Nagelprobe, wo die Reise in den kommenden Wochen hingehe, sagt ihr Trainer Norman Feiler.

Die Anspannung im Vorfeld war sehr hoch. Vom Start weg lief Heim in einer fünfköpfigen Spitzengruppe mit den Vereinskolleginnen Corinna Harrer und Miriam Dattke, die ein rasantes Tempo anschlugen, da sie die Norm für die Europameisterschaften laufen wollten. „Das Tempo war zu diesem Zeitpunkt zu hoch für Thea, aber sie sollte sich hinten dranhängen und solange wie möglich mitziehen“, sagt Feiler, der sich sicher war, dass einigen die Luft ausgehen würde.

Nach fünf schnellen Kilometern und einem sehr langsamen sechsten Kilometer, setzten Deborah Schöneborn (LG Berlin) und Anna Gehring (ASV Köln) zum Angriff an und zogen an Harrer und Dattke vorbei, die dem hohen Tempo tatsächlich Tribut zollen mussten. Heim folgte den beiden Medizinstudentinnen.

Nach wenigen Metern waren sie nur noch zu dritt. Mit einem schnellen siebten Kilometer in 3:20 Minuten legten die drei mehr als 100 Meter zwischen sich und das restliche Feld. Die Medaillen waren verteilt.

Vorne drückte Schöneborn auf das Tempo, und bald bekam auch Heim Probleme: „Zwei Kilometer vor dem Ziel hat es mir den Stecker gezogen.“ Gehring und Schöneborn machten den Sieg unter sich aus. Heim holte sich wie 2017 Bronze. „Ich bin sehr glücklich, auch wenn es schon meine fünfte Bronzemedaille seit 2014 ist.“

Der Einstieg war geglückt. Und das, obwohl sich seit 2017 einiges geändert hat: Seit Oktober absolviert Heim fast 40 Stunden die Woche ein Führungskräfte-Trainee-Programm bei einer großen Deutschen Versicherung. „Es ist schon eine Herausforderung, die zwei Trainingseinheiten pro Tag mit der Arbeit zu koordinieren.“ Zumal Erholungszeiten eingehalten, neue Regenerationsmethoden eingeführt werden mussten. „Es reicht noch nicht für 10 Kilometer, aber es hat sich lange top angefühlt.

Für Heim stehen in zwei Wochen die 1500 und 5000 Meter an, bevor es im Juni noch einmal ein schnelles 10 000-Meter-Rennen mit vielen europäischen Top-Läuferinnen gibt.

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