Mit den Toren Nummer 18 bis 20 und einem Assist wird der Tölzer Topscorer Marco Pfleger in Weißwasser seinem Rothelm-Image gerecht – aber nur mit einem Punkt belohnt.
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Mit den Toren Nummer 18 bis 20 und einem Assist wird der Tölzer Topscorer Marco Pfleger in Weißwasser seinem Rothelm-Image gerecht – aber nur mit einem Punkt belohnt.

EISHOCKEY DEL 2

Spektakuläre Schlussminuten der Füchse beenden Löwen-Serie in Weißwasser: 4:5 in der Overtime

  • vonOliver Rabuser
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Weißwasser/Bad Tölz – Der Punkteschnitt war bis dato negativ, die Tordifferenz der drei bisher absolvierten Vergleiche sprach indes für die Isarwinkler. Zahlen, die eine Prognose nahezu unmöglich machten. Entpuppen sich die Füchse tatsächlich als Angstgegner, oder schlägt der makellose Trend im März weiter für die Löwen aus? Letztlich stach die erste Variante.

Zwar kaschierte Marco Pfleger die anfänglichen Unzulänglichkeiten der Löwen mit drei astreinen Treffern, und auch insgesamt präsentierte sich die Paradereihe der DEL 2 trotz 0:2- Rückstands, vor allem in Überzahl, einmal mehr in bestechender Form. Im Schlussakkord aber bekamen die Löwen durch plumpe Stellungsfehler die lange Nase des Gegners gezeigt. Weißwasser gewann mit 5:4 nach Verlängerung.

Tölz musste von Beginn an um seine Pfründe fighten. Dem 7:1-Heimerfolg im November folgte eine gravierende Corona-Pause. Danach ging gegen die Lausitzer herzlich wenig. Immerhin schnappten sich die Buam einen Zähler im Fuchsbau, doch davon waren sie am Donnerstag zunächst meilenweit entfernt. Weißwasser muckte durch Aluminiumtreffer – vertikal wie horizontal – auf, hatte zudem gute Möglichkeiten durch Brad Ross und Andrew Clarke, traf dann aber durch einen Rückhandschuss von Thomas Reichel aus dem Slot. Auf Seiten der Löwen vergab Marco Pfleger derweil die beste von wenigen aussichtsreichen Annäherungen Richtung Gehäuse von Mac Carruth. „Wir waren nicht dabei, hatten langsame Beine und einen langsamen Kopf“; urteilte Coach Kevin Gaudet.

Doch ausgerechnet unmittelbar nach dem ersten Seitenwechsel patzten die Löwen drastisch. Tomas Andres durfte nach nur acht Sekunden Spielzeit zum 0:2 vollstrecken. Ein sanftes Schläfchen im hintersten ostsächsichen Outback, quasi eine Mutation der gern zitierten Busbeine. Die Löwen unaufgeregt und natürlich unter Druck. Aber plötzlich lief es besser. Reid Gardiner setzte mit einem Pfostentreffer das wichtige Signal, ehe gut eine Minute später Marco Pfleger in einem typischen, weil flüssigem Powerplay, das Anschlusstor markierte. Da mutete der 2:2-Ausgleich fast wie eine Blaupause an. Zwar war diesmal neben Tyler McNeely Gardiner anstatt von French beteiligt. Dennoch schloss Pfleger seinen Doppelpack aus nahezu deckungsgleicher Position ab, und auch die Spielzüge ähnelten sich stark. „Unser Überzahlspiel war hervorragend“, konstatierte Gaudet. Vielleicht noch nicht ganz verdient, aber ein erkennbarer Wille.

Richtig gut sah es dann zunächst im Schlussabschnitt aus: Pfleger vervollständigte seinen Hattrick, ehe Max French erneut bei numerischem Vorteil seinen Anspruch auf die Torjägerkrone verfestigte. Doch wer jetzt schon an den Dreier geglaubt hatte, sollte bitter enttäuscht werden. Füchse-Coach Chris Straube nahm Goalie Mac Carruth zeitig vom Eis, wodurch die Lausitzer in Form zweier schneller Treffer und der Tölzer Passivität unerwartet aber nicht unverdient zum Gleichstand kamen. „Die ganze Bank dachte, das Spiele wäre schon vorbei“, bedauerte Gaudet. In der Overtime war es dann das Versäumnis einen Schuss zu blocken, der Fuchs Rylan Schwartz den Siegtreffer bescherte. Gaudet:: „Das ist hart zu nehmen.“

Lausitzer Füchse – Tölzer Löwen n.V. 5:4 (1:0, 1:2, 2:2/1:0)

Tore: 1:0 (13:47) Reichel (Anders, N. Ross), 2:0 (20:08) Anders (N. Ross, Kania), 2:1 (29:35) Pfleger (McNeely, French 5-4), 2:2 (35:12) Pfleger (McNeely, Gardiner 5-4), 2:3 (49:01) Pfleger (Schlager, Morrison), 2:4 (51:42) French (Gardiner, Pfleger 5-4), 3:4 (56:13) Martin (Clark, N. Ross), 4:4 (56:38) N. Ross (Schwartz, Anders), 5:4 (61:00) Clark (Pozivil, Schwartz). – Strafminuten: Weißwasser 24 + 10 Brad Ross (Diszi wg. Check gg. Kopf), Bad Tölz 10 + 10 McNeely (Diszi wg. unsportl. Verhalten). – Schiedsrichter: Mischa Apel, Daniel Ratz.

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