+
Stimmungsvoller Zieleinlauf in der Altstadt von Riva: Thea Heim finishte den Garda Trentino-Halbmarathon als überlegene Siegerin nach 1:16:39 Minuten – fast vier Minuten vor der zweitplatzierten Karin Freytag.

Thea Heim feiert überlegenen Sieg beim Garda Trentino-Halbmarathon in Riva

  • schließen

Thea Heim  aus Sachsenkam feiert über die 21 km-Distanz ihren dritten Sieg. Beim Garda Trentino-Halbmarathon distanzierte sie die zweitplatzierte Karin Freytag um knapp vier Minuten.

Riva del Garda – „Warum haben mir die Zuschauer immer ,Primadonna’ zugerufen?“, fragte sich Thea Heim nach dem Zieleinlauf beim 17. Halbmarathon „Garda Trentino“. „So schlimm bin ich doch auch nicht.“ Schnell war die blonde Deutsche aufgeklärt, dass die Zuschauer „prima donne“ skandierten, was soviel bedeutet wie „Erste bei den Frauen“. Denn das war die Sachsenkamerin vom Start weg – begleitet von ihrem Coach Norman Feiler. Der sorgte auf der ersten Streckenhälfte für das Tempo und hatte die Marschtabelle über die 21,1 Kilometer aufgestellt. „Wir haben eine Endzeit von 1:18 Stunden angepeilt und wollten auf den ersten zehn Kilometern nicht schneller als 3:40 Minuten pro Kilometer sein“, erklärt Heim die Rennstrategie.

Nach dem Start in Riva del Garda führte die Strecke die rund 6000 Läufer bei leichtem Nieselregen durch die Stadt hinunter zur Strandpromenade und dann aus Riva hinaus vier Kilometer am See entlang, bevor die Strecke einen Schwenk nach Norden Richtung Arco vollzog. Heim fand ihren Rhythmus, um sie herum außer Coach Feiler eine etwa zehnköpfige Männergruppe. So ging es ins malerische Arco hinein, wo man die Zehn-Kilometer-Marke in 36:40 Minuten passierte, was exakt dem angestrebten Schnitt entsprach. Für die mittelalterlichen Gassen hatte Heim freilich keine Muse. „Die engen Gassen waren komplett aus Kopfsteinpflaster, das durch den Regen sehr glatt war. Ich musste mich in den zahlreichen Kurven sehr konzentrieren, damit ich nicht wegrutschte“, berichtet Heim.

Nach dem Städtchen ging es den Sarca-Fluss entlang zurück zum Gardasee. Heim fühlte sich frisch, und Feiler gab ihr das Zeichen, es nun laufen zu lassen. Heim hatte bereits eine knappe Minute Vorsprung auf die zweitplatzierte Frau. Schnell erhöhte sie das Tempo und sprengte die Gruppe; nur drei Männer konnten noch folgen. „Ich fühlte mich die ganze Zeit gut, aber es ist ein tolles Gefühl, wenn man das Tempo am Ende noch steigern kann.“ Die letzten drei Kilometer am Strand von Riva entlang flog die Sachsenkamerin dem Ziel entgegen und belohnte sich mit einem stimmungsvollen Zieleinlauf in der Altstadt von Riva. Mit 1:16:39 Minuten übertraf sie sowohl ihre eigenen Erwartungen als auch die ihres Trainers, der gut eine Minute später die Ziellinie passierte (1:17:59 h). „Thea ist bombig gelaufen. Nach gut vier Wochen Grundlagentraining hat sie eine Topverfassung“, lobte Feiler. Heim war glücklich über „einen meiner schönsten Wettkämpfe überhaupt“. Fast vier Minuten Rückstand hatte am Ende die Zweitplatzierte, die mehrfache österreichische Staatsmeisterin Karin Freytag (1:20:25 h), und auch die Italienerin Francesca Giacobazzi (1:22:31 h) hatte nicht den Hauch einer Chance gegen den „blonden Blitz“, wie sie ein Reporter bezeichnete.

Coach Norman Feiler freute sich auch über die Leistung einer weiteren seiner Athletinnen: Natalie Bogner aus Benediktbeueren (TNT Eiblteam Isartal) glänzte bei ihrem zweiten Halbmarathon in 1:38:52 h mit einer neuen sensationellen Bestzeit und pulverisierte ihre bisherige Bestmarke um mehr als elf Minuten.

Für Thea Heim ist es nach Jönköping (August 2018) und Altötting (September 2017) der dritte Sieg im fünftem Halbmarathon ihrer Karriere. Die längeren Strecken liegen ihr. Aber alles ist auf den Marathon im kommenden Jahr ausgelegt. „In den vergangenen Wochen haben wir versucht, die Geschwindigkeit von unten nach oben mitzunehmen. Thea hat in Riva die 21 Kilometer in 3:38min/km bewältigt. Ziel ist es, diese Zeit im Marathon zu laufen“, umreißt Feiler die weiteren Ziele. Die „prima donne“ Heim nimmt die vielen positiven Eindrücke und Emotionen aus Norditalien mit in die kommende dreiwöchige Trainingsphase. Die nächsten Rennen stehen für den blonden Blitz im Dezember an, wo sie dann wieder der Konkurrenz in der Heimat die Hacken zeigen will.

Lesen Sie auch: Thea Heim beeindruckt auf der Laufstrecke und beeinflusst die Fans online

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tölzer Profi-Triathlet Hörmann markiert persönliche Bestzeit zum Saisonabschluss
Zum Saisonabschluss hat Markus Hörmann einen richtigen Knaller rausgehauen. Beim Ironman in Barcelona finishte der Tölzer Profi-Triathlet als Gesamt-14. und zweitbester …
Tölzer Profi-Triathlet Hörmann markiert persönliche Bestzeit zum Saisonabschluss

Kommentare