1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Landkreis Bad Tölz

Thea Heim läuft beim Silversterlauf in München die beste Zeit seit über 25 Jahren

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Wolfgang Stauner

Kommentare

null
Ungefährdeter Sieg: Thea Heim dominierte die Frauenkonkurrenz nach Belieben. © privat

Mit dem Triumph beim Münchner Traditionslauf hat die Sachsenkamer Langstrecklerin Thea Heim ein erfolgreiches Jahr würdig beendet. Nur zwei Männer waren schneller.

München/Sachsenkam – Über unzählige Bildschirme flimmerte am Silvesterabend der Sketch-Klassiker „Dinner for one“. Miss Sophie prostet ihren vier verstorbenen Freunden zu, die von Butler James verkörpert werden. „Same procedure as last year“, fragt der zusehends betrunkenere Butler vor jedem Toast. „Same procedure as every year“, erwidert Miss Sophie. In Anlehnung an dieses filmische Zitat resümierte Norman Feiler den Sieg von Thea Heim bei der 36. Ausgabe des Münchner Silvesterlaufes im Olympiapark. „Same procedure as every time“, so der Trainer der Langstreckenläuferin, die mit dem Triumph in München ein wahrlich siegreiches Jahr würdig beendet hat.

Lesen Sie auch: Triumph der „Campionessa“ am Gardasee

Traditionell ist der letzte Tag des Jahres weltweit ein Fixtermin für Läufer, um das Jahr mit einem Rennen ausklingen zu lassen. An wohl keinem anderen Tag des Jahres gibt es so viele Laufveranstaltungen. Einer der größten und traditionsreichsten Läufe ist der Münchner Lauf über 10 Kilometer, der rund 3500 Teilnehmer an die Startlinie lockt. Zum Abschluss des sehr erfolgreichen 2019 nahm auch die Sachsenkamerin Thea Heim erstmals an dem Rennen teil. Heim, die in den vergangenen Jahren jedes bedeutendere Rennen im Bayern gewonnen hat, fehlte der Titel noch in der Sammlung. Der Sieg der 27-Jährigen an sich überraschte kaum einen, die Art und Weise jedoch schon. Selbst der Streckensprecher war ob der Demonstration der jungen Frau geplättet.

Von Anfang an setzte sich Heim an den Kopf des Laufwurms im Olympiapark und heftete sich an die Fersen der schnellsten Männer. Die weibliche Konkurrenz war bereits nach zwei Kilometern weit zurückgefallen. „Ich wollte noch mal richtig Gas geben. Nach den vielen Trainingskilometer über die Feiertage waren die Beine zwar nicht ganz erholt, aber ich habe mich gut gefühlt“, beschrieb die deutsche Vizemeisterin im Halbmarathon ihre Strategie.

Auch interessant: Der 13. Wettkampf stand unter einem denkbar ungünstigen Stern

Nach der Hälfte hatte sie sich mit fünf Männern vom restlichen Feld abgesetzt. Darunter auch Faris al-Sultan, seines Zeichens ehemaliger Sieger des Ironman Hawaii. Aber die Sachsenkamerin zeigte sich keineswegs beeindruckt von großen Namen und drückte weiter aufs Tempo. Elf giftige Anstiege hatten die Läufer auf der sehr welligen Zehn-Kilometer-Schleife durch den Olympiapark zu bewältigen, was die Strecke zwar nicht schnell machte, aber Heim entgegenkam.

Während Florian Wenzler (LG Würm Athletik) einen kleinen Vorsprung herauslief und diesen nach 34:12 Minuten auch ins Ziel brachte, kämpfte Heim knapp dahinter mit zwei weiteren Männern. Mit der sehr starken Zeit von 34:50 Minuten holte Heim sich mit gut eineinhalb Minuten Vorsprung den Gesamtsieg bei den Frauen vor Teamkollegin Marina Rappold. (36:27 min.). Neben Florian Wenzler konnte nur noch Luis Stadler (34:40 min.) die schnelle Oberbayerin in die Schranken weisen.

Die Saison begann mit einem Bilderbuch-Marathon

Seit über 25 Jahren war keine Frau mehr so schnell beim Silvesterlauf unterwegs wie Thea Heim. 1991 ist die Ungarin Helena Barosci zwar eine bessere Zeit gelaufen, allerdings auf einem wesentlich flacheren Kurs. Nach dem Nikolauslauf und dem Ismaninger Lauf feierte Heim ihren dritten Sieg im Dezember. „Thea hat ihre sehr gute Verfassung aus der Saison 2019 mitgenommen. Sie befindet sich wieder auf einem neuen Leistungsniveau. Die kontinuierliche Arbeit über zehn Jahre hinweg zahlt sich jetzt richtig aus“, freut sich auch Theas langjähriger Coach Norman Feiler.

Heim krönt mit dem Sieg ein Bilderbuchjahr mit 15 Siegen; darunter zwei Marathons, neun Halbmarathons und sieben 10-km-Rennen. Der Wunsch fürs neue Jahr klingt angesichts der Erfolgsbilanz bescheiden: „Ich möchte gesund bleiben, weiterhin soviel Freude am Laufen haben und möglichst viele Rennen laufen.“

Auch interessant

Kommentare