Die Konkurrenz im Nacken: Konzentriert und sauber absolviert Freestyler Felix Wagner (li.) sein Viertelfinal-Duell gegen den Lokalmatador Riccardo Pascarella.
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Die Konkurrenz im Nacken: Konzentriert und sauber absolviert Freestyler Felix Wagner (li.) sein Viertelfinal-Duell gegen den Lokalmatador Riccardo Pascarella.

FREESTYLE/BUCKELPISTE

Zum Geburtstag Titel statt Torte: Geretsrieder Felix Wagner bei DM zweimal auf dem Stockerl

  • vonWolfgang Stauner
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Airolo/Geretsried/Bad Tölz – Im Rahmen eines FIS-Wettbewerbs in Airolo haben die deutschen Buckelpisten-Asse ihre Deutschen Meister gekürt: Felix Wagner (SC Bad Tölz) stand zweimal auf dem Stockerl - im Dual holte er sogar den DM-Titel.

„Spärlich ist die Wettkampfsaison bei den Freestylern ausgefallen“, stellt Ferdl Eichner, Sportwart und Trainer im Skiverband Oberland, nüchtern fest. „Coronabedingt konnten nur einige internationale Rennen stattfinden.“ Doch diese wenigen Wettkämpfe nutzte Felix Wagner weidlich aus, um in seiner ersten internationalen Saison auf sich aufmerksam zu machen. Bei seinem ersten Europacup- Rennen qualifizierte sich der 14-jährige Geretsrieder, der für den Skiclub Bad Tölz startet, auf Anhieb für die Junioren-Weltmeisterschaft in Kranojarsk. Dort fuhr Wagner als jüngster Teilnehmer zweimal ins 16er-Finale.

Stabile Backflip-Variationen und sichere Fahrten

Die guten Platzierungen toppte Wagner am vergangenen Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft, die im schweizerischen Airolo im Rahmen eines FIS-Rennens ausgetragen wurde. Wenige Tage vor seinem 15. Geburtstag fuhr der Freestyler zweimal aufs Stockerl. Im Einzelbewerb wurde Wagner mit seinen Backflip-Variationen bei den beiden Sprüngen und gewohnt sicheren Läufen deutscher Vizemeister hinter Linus Merz (SC Wiesloch). In der Gesamtwertung des FIS-Rennens lagen die beiden Schweizer Marco Tade und Enea Buzzi vor ihnen. Beim Dual-Rennen tags darauf wurden die Plätze im Parallel-Modus ermittelt. Der junge Geretsrieder drehte das Resultat des Vortags und fuhr dem vier Jahre älteren Konkurrenten den Titel vor der Nase weg. Die beiden Schweizer Tade und Buzzi fuhren erneut auf Rang eins und zwei.

„Das hat man auch nicht alle Tage, dass man sich zum Geburtstag selbst mit einem Meistertitel beschenken kann.“

Felix Wagner

„Das hat man auch nicht alle Tage, dass man sich zum Geburtstag selbst mit einem Meistertitel beschenken kann“, frohlockt Wagner. Ein wenig überrascht war der deutsche Schüler- und Jugendmeister der vergangenen Jahre dennoch, dass es auch bei den Männern quasi im ersten Anlauf mit Gold geklappt hat. „Vordere Plätze hatte ich aufgrund meiner Leistungen in diesem Winter schon erwartet, aber dass dann gleich der Titel rausspringt, hat mich schon ein wenig überrascht.“

Über Ostern wird die Saison mit ein paar lockeren Trainingseinheiten am Wiesseer Sonnenbichl ausklingen, dann beginnt auch schon bald die Vorbereitung auf den nächsten Winter. Und das wird womöglich ein ganz besonderer für Wagner. „Ich habe heuer 68 FIS-Punkte eingefahren, und die berechtigen für einen Start im Weltcup“, erklärt der ambitionierte Freestyler.

Nun feilt Wagner an „ausgefuchsten“ Sprüngen

Um in der internationalen Elite mithalten zu können, muss Wagner an der Schwierigkeit seiner Sprünge feilen. „Ein bissl ausgefuchster müssen die jetzt schon werden“, stellt Heimtrainer Eichner klar. Das weiß das Mitglied in der DSV-Nationalmannschaft ohnehin. „Ich arbeite an einem Backflip full“, so Wagner, also ein Rückwärtssalto mit voller Schraube. Auf der Wasserschanze klappt die neue Sprungvari-ante schon ganz gut, nun fehlt nur noch die Umsetzung auf Schnee und dann im Wettkampf. „Da wird beim ersten Mal schon ordentlich Herzklopfen dabei sein“, ahnt der Geretsrieder. Manchmal ist die Trainingszeit selbst stressiger, als die eigentliche Wettkampfsaison.

Deutsche Meisterschaft

Männer/Einzel: 1. Linus Merz (SC Wiesloch), 2. Felix Wagner (SC Bad Tölz), 3. Maximilian Straub (TSV Heimenkirch), 4. Nicolas Weese (SC Wiesloch);

Frauen/Einzel: 1. Laura Grasemann, 2. Hanna Weese, 3. Sophie Weese (alle Wiesloch); 4. Lena Mayer (SC Fischen);

Männer/Dual: 1. Felix Wagner, 2. Linus Merz, 3. Nicolas Weese, 4. Magnus Thiel (FC Zollernalb);

Frauen/Dual: 1. Sophie Weese, 2. Laura Grasemann, 3. Hanna Weese, 4. Marla Coch (LSC Nauheim).

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