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Mit Samba-Rhythmen zum Sieg getrommelt

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Eine feste Institution beim Karlsfelder Seelauf ist die Sambatruppe Go Brazil, die die Läufer an der Strecke mit heißen Rhythmen anfeuert © Norbert Habschied

Einen Tag nach der prachtvollen Wiesn-Eröffnung in München meinte es Petrus auch mit den Teilnehmern des Karlsfelder Seelaufes 2015 gut. Beim bereits zum 38. Mal ausgetragenen Runner-Event wurden etliche neue persönliche Bestzeiten erzielt.

Wie immer starteten zunächst die Halbmarathon-Läufer. Zunächst konnte sich Andreas Beck (LG Zusam) ein wenig von dem Verfolgerfeld absetzen, alles sah danach aus, als würde der 29-Jährige, wie seine jungen und talentierten Vereinskollegen der LG Zusam es in der Vergangenheit beim Karlsfelder Läufercup schon häufiger getan haben, einen Start-Ziel-Sieg einfahren.

Doch nach einem Drittel der Strecke übernahm ein anderer erfahrener Läufer die Führung: Thomas Mittag vom TSV Jetzendorf. In der Form seines Lebens überholte Mittag den lange führenden Beck schritt mit seinen großen, raumgreifenden Schritten, er führte das Feld direkt hinter dem Führungsradler durch die Kleingartensiedlung und um den Karlsfelder See.

In einer Zeit von 1:12:50 Stunden wurde Mittag Gesamtsieger des diesjährigen Seelaufs, er erzielte so eine neue persönliche Bestzeit und durfte als erster vom Freibier kosten, dass dieses Jahr von einer Münchner Brauerei gesponsert worden war. Es war sein erster Gesamtsieg beim Seelauf.

Doch auch Andreas Beck war alles andere als langsam, nur 25 Sekunden nach dem Sieger kam er auf den zweiten Platz. Bei den Frauen siegte Yvonne Kleiner (LG Stadtwerke München) mit gehörigem Vorsprung auf die Zweitplatzierte, Agnes Ferenczi (1:22:41/1:35:41).

Hinter der Siegerin wurde hart um Platz zwei gefightet: Die Zuschauer brachen am Seeausgang in kollektiven Jubel aus, als nach 1:34:00 Stunden drei Frauen im Sekundenabstand um die Platzierungen zwei bis vier kämpften. Doch scheinbar hatten sich alle drei bis dahin so verausgabt, dass keine mehr einen Platz gut machen konnte. Agnes Ferenczi (LG Stadtwerke München) verteidigte Position zwei, Angelika Hahn (1:35:45/LG Kreis Dachau) kam auf den dritten Platz und Sabine Jäger (1:35:49/Running Company) musste sich mit dem undankbaren vierten Platz zufriedengeben. In der Altersklasse W 40 konnte sie sich allerdings die Bronzemedaille sichern.

Dieses Jahr beteiligten sich auch einige Asylbewerber an den Läufen, sie bewiesen damit wieder einmal, dass Sport ein sehr geeigneter Förderer in Sachen Integration ist.

Das Teilnehmerfeld des Halbmarathons war wieder einmal über alle Leistungsklassen verteilt, was den Veranstalter besonders freute. „So haben die Eliteläufer ausreichend Konkurrenz, und selbst die Letzten müssen nicht alleine laufen“, so Florian Engel vom TSV Eintracht Karlsfeld.

In diesem Jahr wurde die abwechslungsreiche Streckenführung neu visualisiert, um neuen Teilnehmern die Angst vor einem Vergessen des Streckenplans zu nehmen.

Beim Kinderlauf über 999 Meter hätte sich der Sohn des Halbmarathon-Siegers, Tamino Mittag (TSV Jetzendorf/3:54 Minuten), ebenfalls fast durchgesetzt. Er musste sich nur um eine Sekunde Adam Kucik (SG Trencin/3:53 Minuten) geschlagen geben, der das Sprintduell für sich entscheiden konnte.

Das schnellste Mädchen war Nila Kapfenberger (LG Kreis Dachau) in 4:05 Minuten. Der schnellste Karlsfelder war Ludwig Cap auf dem dritten Platz der Buben (3:57).

Der 5 km-Lauf startete wieder einmal recht rasant auf dem Feldweg neben dem Karlsfelder Leichtathletikstadion. Engel: „Die Startgerade lädt die Läufer zum schnellen Laufen ein, und der eine oder andere unerfahrene Athlet musste dem schnellen Anfangstempo ab Kilometer drei Tribut zollen. Er hat dann mehr Zeit verloren als er zunächst gewinnen konnte.“

Doch für Florian Popella (LG Würm Athletik) war das schnelle Anfangstempo genau richtig. Er ließ bis zum Ende nicht nach und schaffte mit 17:06 Minuten sogar einen neuen Streckenrekord. Piotr Dylla (LG Kreis Dachau) war für die Karlsfelder gestartet, er kreuzte nach 18:31 Minuten die Ziellinie. Agnes Hartl (LC Aichach) wurde schnellste Frau (20:25), sie gewann vor Dagmar Bergmüller (21:03) und Jasmin Swedan (21:14/LG Stadtwerke München). Letztere konnte hatte auch beim Karlsfelder Läufercup den vierten Platz erreicht.

Beim 10-km-Lauf machte Rene Manthee (LG Telis Finanz Regensburg) seinen vierten Triumph perfekt. 33:47 Minuten zeigte am Ende die Uhr für ihn an; seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr (33:16) verpasste er zwar klar, aber aufgrund des einsamen Rennens an der Spitze war er trotzdem zufrieden mit seiner Leistung.

Piotr Dylla lief auch beim 10-km-Lauf mit, er konnte noch eine Zeit von 38:31 Minuten erzielen. Michael Rauch, der Chef der SG Indersdorf, war in Karlsfeld ebenfalls am Start, er kam nach 44:22 Minuten ins Ziel. Seriensiegerin Bernadette Pichlmair (LAG Mittlere Isar) sicherte sich unangefochten den Sieg bei den Damen in 38:16 Minuten. Die Karlsfelder Athletin Gaby Peccolo (LG Kreis Dachau) sicherte sich in 46:41 Minuten den fünften Gesamtplatz und den Altersklassensieg W 50.

Rolf Gercke

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