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Das harmonische Gruppenbild täuscht: Von einem freundschaftlichen Vergleich zwischen den Woodies (rechts) und den US-Boys war wenig zu spüren.

Match gegen die Stevenson University hat Folgen

Gegen hart einsteigende US-College-Cracks verletzen sich wichtige Spieler der Dachauer Woodpeckers

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Die Eishockeyspieler der Dachau Woodpeckers waren fleißig in den vergangenen Tagen. Innerhalb von 72 Stunden absolvierten sie drei Partien. Dass der Bezirksligist in den beiden Ligaspielen beim ERSC Ottobrunn (2:5) und beim Tabellenführer Wanderers Germering (1:5) nur zwei Reihen aufbieten konnte, hatte mit dem Freundschaftsspiel gegen das College-Team der Stevenson University aus den USA zu tun (3:4 n.P.).

Der internationale Vergleich gegen das Hockey-Team der Stevenson University aus Baltimore lockte mehr Menschen in das Eisstadion am Dachauer Stadtwald als die meisten Ligaspiele. „Eine Seite war komplett voll. Das war eine tolle Atmosphäre“, freute sich Woodies-Trainer Fleißner. Die Spieler aus Nordamerika zeigten, dass sie mit dem Schläger und dem Puck gute Dinge anstellen können. Allerdings meinten sie mit zunehmender Spieldauer auch, sie müssten Macho-Eishockey spielen.

„Sie haben die Checks hart ausgefahren. Und sobald wir ihrem Torhüter zu nahe gekommen sind, sind drei Spieler von ihnen auf uns drauf gegangen“, sagte Fleißner. Er versuchte, die Härte zu unterbinden – allerdings ohne Erfolg. „Das war schon enttäuschend“, so der Woodies-Trainer. Dass die Dachauer nach Toren von Ferdinand Fleißner (17. Minute), Tim Berndt (46.) und Maximilian Braun (48.) bis in die Schlussminute mit 3:2 geführt hatten, dann den Ausgleich kassierten und im Penaltyschießen verloren, war am Ende nebensächlich.

Schwerer wogen die Verletzungen einiger Spieler. „Nach dem Spiel ging es los. Einer meinte, er könne seine Hand nicht mehr bewegen, andere hatten Probleme mit den Beinen“, berichtete Fleißner. Torhüter Michael Wöll, der nur spielte, weil die Stammtorhüter Jerome Marmorstein und Marcel Schrader Fieber hatten, verletzte sich ebenfalls. „Er konnte sich in den letzten Minuten und im Penaltyschießen nicht mehr bewegen“, sagte Fleißner.

Eine Nacht später, am Morgen des Ligaspiels beim ERSC Ottobrunn, lief Fleißners Telefon heiß. Torhüter Wöll sagte ab, Marmorstein lag mit Fieber im Bett, Schrader „opferte“ sich trotz Krankheit. Für mehr als zehn Feldspieler reichte es nicht. Fleißner: „Das Ottobrunn-Spiel war wichtig für uns und dann fahren wir mit nur elf Spielern hin, weil der Rest verletzt ist – sehr bitter!“

Seine Mannschaft schlug sich wacker. Die zwei Reihen der Dachauer hielten gegen die drei der Ottobrunner gut mit. Zur Hälfte des Spiels stand es 1:1, weil Maximilian Kronschnabl in der 28. Minute den Rückstand durch Peter Feicht (4.) ausgeglichen hatte. Dann ließen bei den Gästen die Kräfte nach.

Die Woodies waren häufig einen Schritt zu langsam, mussten mit dem Schläger arbeiten und kassierten dafür Strafen für Haken oder Beinstellen. „Das waren keine bösen Fouls. Sowas machen meine Spieler nicht. Es waren die klassischen Fouls, wenn die Kraft und die Konzentration nachlassen“, so Fleißner.

Ottobrunn zog durch Adrian Huber (31.), Rik Knopf (32.) und Thomas Huber (42.) auf 4:1 davon. Nach dem Anschlusstreffer von Johannes Karl (53.) erzielte Maximilian Knispel (57.) den 2:5-Endstand. Drei der fünf Ottobrunn-Tore fielen in Überzahl.

Zwei Tage später in Germering ging es dann einzig und allein darum, keine Packung zu bekommen. Die Wanderers, der Topfavorit auf den Aufstieg, hatten jedes ihrer sieben Spiele gewonnen und viermal mindestens acht Tore erzielt. Die zwölf Woodies stemmten sich von der ersten Minute gegen eine hohe Niederlage – und verdienten sich den Respekt der rund 200 Zuschauer im Germeringer Polariom. Marmorstein, der im Tor stand, lieferte eine starke Leistung ab.

Die Dachauer lagen zwar Anfang des Mitteldrittels mit 0:4 zurück, gaben aber nicht auf. In der 40. Minute erzielte Alexander Götz das 1:4 gegen den übermächtigen Gegner Endstand: 1:5.

„Das war vom Einsatz und der Leidenschaft her unser bestes Saisonspiel. Ein 1:5 gegen eine Mannschaft, bei der der Großteil mindestens in der Bayernliga gespielt hat, ist für uns beachtlich“, sagte Fleißner. So sahen es wohl auch die Germeringer, die in den letzten Spielminuten mit Frust auf das relativ knappe Ergebnis reagierten. Zwei Spieler kassierten dafür Disziplinarstrafen. „Sie haben es übertrieben. Und als wir nach dem Spiel zufrieden in der Kabine gesessen haben, hat es bei den Germeringern gekracht“, sagte Fleißner. Er hofft, dass seine Spieler am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen den EV Mittenwald (19.30 Uhr) wieder einsatzfähig sind. 

Stenogramm

ERSC Ottobrunn - ESV Dachau Woodpeckers 5:2 (1:0/2:1/2:1)

Woodpeckers: Marcel Schrader - Sebastian Erhardt, Julian Buchner, Maximilian Braun, Dominik Posselt - Ferdinand Fleißner, Tim Berndt, Maximilian Kronschnabl, Johannes Karl, Alexander Götz, Rick Gebhardt.

Tore: 1:0 (4.) Peter Feicht, 1:1 (28.) Maximilian Kronschnabl, 2:1 (31.) Adrian Huber, 3:1 (32.) Rik Knopf, 4:1 (42.) Thomas Huber, 4:2 (53.) Johannes Karl, 5:2 (57.) Maximilian Knispel.

Strafen: ERSC Ottobrunn 12 Minuten - ESV Dachau Woodpeckers 14 Minuten.

Wanderers Germering - ESV Dachau Woodpeckers 5:1 (3:0/1:1/1:0)ESV Dachau Woodpeckers: Jerome Marmorstein - Sebastian Dropmann, Frank Stiebert, Dominik Posselt, Johannes Karl - Tom Schneider, Maximilian Braun, Patrick Smolik, Markus Markthaler, Ferdinand Fleißner, Maximilian Kronschnabl, Alexander Götz.
Tore: 1:0 (4.) Konstantin Kolb, 3:0 (15.) Louis Valentin Kolb, 3:0 (19.) Georg Critharellis, 4:0 (24.) Konstantin Kolb, 4:1 (40.) Alexander Götz, 5:1 (42.) Louis Valentin Kolb.
Strafen: Wanderers Germering 24 Minuten + 10 (Manuel Winkler) + 10 (Christian Köllner) - ESV Dachau Woodpeckers 14 Minuten.

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