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Vor zehn Jahren bildeten sie ein bärenstarkes Doppel: Die TSV-Asse Kathrin Mühlbach und Sabine Winter (r.). 

Tischtennis

„Ich denke gerne an Schwabhausen zurück, wir haben immer viel gelacht“

Kathrin Mühlbach kann sich noch genau an die deutschen Meisterschaften im März 2010 erinnern. Zusammen mit Sabine Winter, der damaligen Spitzenspielerin des Tischtennis-Bundesligisten TSV Schwabhausen, gewann die mittlerweile 28-Jährige bei den nationalen Titelkämpfen in Trier die Goldmedaille im Damen-Doppel. „Das ist bis heute immer noch mein größter sportlicher Erfolg“, verrät Mühlbach, die nur sechs Monate später Seite an Seite mit Winter für den Klub aus dem Landkreis Dachau aktiv war.

Nach zwei Jahren in Schwabhausen (2010 bis 2012) zog es die ehemalige Jugend-Nationalspielerin weiter zu den LTTV Leutzscher Füchsen 1990 nach Leipzig. Bereits im vierten Jahr spielt Kathrin Mühlbach nun schon für den deutschen Meister TTC Berlin eastside.

In der laufenden Corona-Saison fehlen allerdings noch Einsätze. Das hat seinen guten Grund. Mühlbach ist zum zweiten Mal schwanger und erwartet Anfang Februar einen Jungen. „Wir haben uns für den Nachwuchs die perfekte Zeit ausgewählt. Die Saison ist sehr kurz, so dass ich nicht viele Spiele verpasse.“

Kathrin Mühlbach lebt seit sechs Jahren mit ihrem Ehemann Carlos, den sie am 12. Dezember 2012 geheiratet hat, in Dippoldiswalde unweit von Dresden. Carlos Mühlbach, ehemaliger kolumbianischer Meister im Tischtennis, spielt aktuell für den SV Dresden-Mitte in der Oberliga. Zur Familie gehört auch die knapp dreijährige Tochter Emilia.

Die Mühlbachs beschlossen vor sechs Jahren, in ihrer neuen Heimat ein Hotel zu kaufen. „Unser Traum war es immer, eine eigene Tischtennis-Schule zu betreiben“, verrät die ehemalige TSV-Spielerin. Diese Möglichkeit bot sich damals aufgrund des Immobilien-Erwerbs.

„Wir haben einen großen Saal, in dem zwei Tische stehen. Außerdem können wir im Sommer eine Halle mieten, um dort Lehrgänge durchzuführen.“

Die Nachfrage sei riesig, so Kathrin Mühlbach. „Viele Vereine rund um Dresden nutzen das Angebot“, erzählt Kathrin Mühlbach stolz. „Hier in Sachsen wird nämlich insgesamt nur wenig Training angeboten.“

Auch Kathrins Bruder Hermann, ehemaliger deutscher Jugendmeister, luxemburgischer Nachwuchs-Nationaltrainer und heute Zweitligaspieler beim TV Hilpoltstein, gehört zum Team.

An ihre zweijährige Zeit beim TSV Schwabhausen hat Kathrin Mühlbach durchweg „sehr gute Erinnerungen. Der Verein war familiär geführt, die Verantwortlichen sehr freundlich und nett.“

Zumeist zwei, drei Tage vor einem Spiel reiste Mühlbach, die damals noch in Düsseldorf lebte und trainierte, an. Übernachtet wurde stets bei Sabine Winter in Herrsching. Bis heute sind die langjährigen Doppelpartnerinnen befreundet. „Leider sehen wir uns nur noch sehr selten.“

Einen Nachteil hatte jedoch das Schwabhausen-Abenteuer von Kathrin Mühlbach. „Die Fahrtwege waren extrem lang. Als wir im Jahr 2012 in die 2. Bundesliga absteigen mussten, habe ich mich zum Wechsel entschlossen.“

Diese Entscheidung fiel ihr sehr schwer. Zusammen mit Ting Yang, Sabine Winter, Agnes Kokai und Trainer Alexander Yahmed sei immer „sehr viel gelacht worden. Besonders die Auswärtsfahrten haben extrem Spaß gemacht.“

Der Chefcoach war es seinerzeit auch, der Mühlbach von der DJK TuS Essen-Holsterhausen nach Schwabhausen gelockt hatte. „Alex rief damals an. Sein Konzept überzeugte mich. Außerdem hatte mir auch Sabine nur Positives berichtet.“

Nach zwei Spielzeiten war jedoch Schluss. Winter zog es zum SV DJK Kolbermoor, während Mühlbach in Leipzig bei den dortigen Füchsen anheuerte.

„Mein neuer Klub war gerade in die 1. Liga aufgestiegen und lag zudem noch vor der Haustür.“ Ihr damaliger Freund und heutige Ehemann trainierte nur unweit entfernt in Eilenburg. „Unser Plan war sowieso, zusammen zu ziehen. Deshalb passte alles sehr gut.“

Auch sportlich war der Wechsel äußerst interessant, denn Kathrin Mühlbach bekam die Möglichkeit, im oberen Paarkreuz spielen zu dürfen. mast

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