Nur Wochenendspiele und eine lange Winterpause: So stellt sich der BFV den Rest der Saison 19/20 vor
+
Nur Wochenendspiele und eine lange Winterpause: So stellt sich der BFV den Rest der Saison 19/20 vor

Aktuelle Saison läuft bis Mai 2021

Saison 2020/21 der Amateure gestrichen

  • Rolf Gercke
    vonRolf Gercke
    schließen

Die Lösungsarbeitsgruppe des BfV zur wegen Corona unterbrochenen Saison 2019/20 beschließt einstimmig, dass die kommende Saison 2020/21 nicht stattfinden kann.

DachauDiese Nachricht schlug bei den betroffenen Vereinen ein wie Mario Götzes WM-Finalschuss anno 2014 im Tor der Argentinier: Die vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) infolge der pandemiebedingten Unterbrechung der laufenden Saison 2019/2020 eingesetzte Lösungsarbeitsgruppe (LAG) Spielbetrieb Liga und Pokal Erwachsene ist einstimmig zu der Entscheidung gelangt, dass die Saison 2020/2021 bei Herren und Frauen aufgrund zeitlicher Gründe und fehlender Spieltermine nicht stattfinden kann. Die Arbeitsgruppe habe zudem vorgeschlagen, die aktuell ausgesetzte Saison 2019/20 bis zum 30. Juni 2021 zu verlängern, so der BFV in einer Presseverlautbarung.

Der BFV-Vorstand hat diesen Vorschlag bereits bestätigt. Wie im Jugendbereich verfahren wird, soll in Kürze mitgeteilt werden.

Ab September soll um Punkte gekickt werden

Der Spielbetrieb in der aktuell unterbrochenen Saison kann frühestens im September wieder aufgenommen werden. Diese soll unter anderem aus sportlichen Erwägungen (Stichwort Auf- und Abstieg) unbedingt zu Ende gespielt werden. Für den Großteil der Ligen stünden noch zehn bis 17 reguläre Spieltermine auf dem Programm. Hinzu kämen Platzierungs- und Entscheidungsspiele. Außerdem hätten etliche Vereine noch Pokalspiele zu bestreiten.

Witterungsbedingt muss eine Saison in Bayern im Winter lange unterbrochen werden. Aktuell steht laut BFV außerdem nicht fest, ob der Spielbetrieb im Amateurbereich überhaupt ab September wieder zugelassen werde. Spiele unter der Woche oder am Abend seien für viele Vereine und Amateurspieler nur im Einzelfall zu absolvieren. „Selbst dann, wenn wir uns entscheiden, eine Saison unter Inkaufnahme etlicher Wochentags- und Abendspiele bis Dezember auf Biegen und Brechen durchzuziehen, wären das Saisonfinale und notwendige Entscheidungsspiele zur zuschauerunfreundlichen Zeit Ende November oder Anfang Dezember zu spielen. Hinzu kommt die große Gefahr, dass aufgrund witterungsbedingter Absagen das Spieljahr nicht zu beenden ist“, sagt Verbandsspielleiter Josef Janker.

Die Arbeitsgruppe habe sich unter mehrheitlicher Beteiligung von Vereinsvertretern darum dazu entschlossen, das Saisonfinale in jedem Falle im Frühling 2021 durchzuführen. So soll gewährleistet werden, den Vereinen und deren Zuschauern gesicherte Termine für die attraktivsten Spiele des Jahres bieten zu können.

Nachgedacht werde derzeit bereits über ein mögliches Zusatzangebot zum regulären Ligenspielbetrieb, so der BFV weiter. Das könnte etwa ein modifizierter Pokalwettbewerb mit Gruppenspielen oder auch eine Art Playoff-Runde sein. Damit soll sich die Arbeitsgruppe nun beschäftigen.

BFV-Entscheidung nach Videokonferenzen

Der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) in seiner Videokonferenz einstimmig gegen einen Abbruch und damit für eine Fortsetzung der aktuell wegen der Covid-19-Pandemie ausgesetzten Saison 2019/2020 in der Regionalliga Bayern votiert. Grundlage für die Entscheidung war das Ergebnis der vom BFV in Übereinstimmung mit den Liga-Sprechern initiierten Abstimmung der Klubs aus der Regionalliga.

Vier Klubs hatten für einen Abbruch votiert, fünf Regionalligisten enthielten sich der Stimme, neun Vereine sprachen sich für eine Fortsetzung aus. Außerdem beschloss der BFV-Vorstand in seiner Sitzung, die von der Lösungs-Arbeitsgruppe (LAG) „Vereinswechsel“ erarbeiteten, in der Vorwoche veröffentlichten und in Info-Webinaren erläuterten Vorschläge zu Vereinswechseln im bayerischen Amateurbereich der Männer und Frauen umzusetzen: Demnach gibt es vor einer Fortsetzung der aktuell unterbrochenen Saison auch in der Phase der Corona-Zwangspause ein Wechselfenster innerhalb des etablierten Zeitraums vom 30. Juni bis zum 31. August 2020 – allerdings zu den Modalitäten des Winterwechsel-Fensters. Das bedeutet, dass der abgebende Verein dem wechselwilligen Aktiven grundsätzlich die Freigabe erteilen muss, andernfalls greift eine sechsmonatige Sperre.

Text: Rolf Gercke

Auch interessant

Kommentare