Bilder vom Karlsfelder Seelauf

„Motiviert, sportlich aktiver zu werden“

Karlsfeld - Neue Sieger, neue Zeitmessung und ein glücklicher Rathaus-Chef. Zwar funktionierte nicht alles reibungslos bei der 36. Neuauflage des Karlsfelder Seelaufs, doch der Abwärtstrend der letzten Jahre scheint gestoppt.

Unter den Teilnehmern des 5 km-Laufes fand sich auch Karlsfelds Rathaus-Chef Stefan Kolbe, der nach 30:59 Minuten glücklich über die Ziellinie spazierte. „Die Zeit ist mir egal“, kommentierte der Bürgermeister, „doch die Veranstaltung hat mich dazu motiviert, sportlich wieder etwas aktiver zu werden.“

Insgesamt waren rund 480 Sportlerinnen und Sportler in Karlsfeld unterwegs, darunter 60 Kinder. Eine beachtliche Zahl, denn die Konkurrenz an diesem Wochenende war groß: Am Vortag wurden die Deutschen und Bayerischen Zehn-Kilometer-Meisterschaften im schwäbischen Bobingen ausgetragen. Zudem lockte der Tölzer Isarlauf viele Teilnehmer aus dem Großraum München.

Tobias Zoghaib, der neue Karlsfelder Organisationschef, führte den Zuspruch auf die vielen Neuerungen - unter anderem eine Chipzeitmessung - zurück und auf das gute Wetter. Ob der Abwärtstrend der letzten Jahre gestoppt ist, wird sich indes erst bei der 37. Auflage des Seelaufs in zwölf Monaten zeigen. Alles sah nach einem Start-Ziel-Sieg für Andreas Brünnert (LG Stadtwerke München) aus. Der 33-Jährige wollte unbedingt seinen Vorjahres-Erfolg über die Halbmarathon-Distanz wiederholen. Er setzte sich daher schon ab dem ersten Kilometer an die Spitze des großen Felds. In seinem Windschatten: der zehn Jahre ältere Triathlet Robert Ruff (Post SV München). Bis zum Kilometer 17. „Ich hatte plötzlich Seitenstechen und musste Robert ziehen lassen“, berichtete der sichtlich enttäuschte Brünnert später im Ziel. Ruff beklagte sich nicht, war aber überrascht: „Mit dem ersten Platz hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.“ Ruffs gute Zeit: 1:14:22 Stunden, Brünnert benötigte 1:14:48 Stunden. Die Bronzemedaille gewann ebenfalls ein Profiteur einer „Zugmaschine.“ Der Petershauser Klauspeter Möhrlen (LG Donau/Ilm) hatte 19,5 Kilometer die Verfolgergruppe angeführt. Zuletzt war nur noch Paul Günther (Triteam FFB) an seiner Seite. „Plötzlich legte Günther einen Zwischenspurt ein und war 15 Meter davongezogen“, erzählte Möhrlen und setzte hinzu „Mir ging es aber nicht um den Platz, sondern nun um die Zeit.“ Mit seinen 1:17:09 Stunden, eine Saisonbestzeit, kann der 44-Jährige mehr als zufrieden sein. Einen Schritt hinter ihm kreuzte sein Vereinskamerad Thomas Mittag die Ziellinie. „Den undankbaren vierten Platz habe ich Klauspeter überlassen“, scherzte der Jetzendorfer. Die 1:17:10 Stunden bedeuteten für Mittag persönliche Bestzeit. Die beiden Langläufer des TSV Jetzendorf sehen sich nun gut gerüstet für den München-Marathon, der am 13. Oktober über die Bühne geht.

Die Frauenkonkurrenz gewann die hierzulande unbekannte Augsburgerin Lisa Egger in 1:33:15 Stunden; es folgte die Vorjahres-Vierte Katja Kanngieser-Wagner (TV Planegg-Krailing) in 1:36:29 Stunden.

Bilder vom Seelauf

Bilder vom Karlsfelder Seelauf

Als beste Landkreis-Athletin erwies sich Nicole Schröppel (FFL Dachau) mit einer Zeit von 1:47:25 Stunden auf Rang sieben. Eine klare Sache war der Zehn-Kilometer-Bewerb: Danilo Friedrich (TSV Gräfelfing) führte vom ersten bis zum letzten Kilometer und durchtrennte nach 34:36 Minuten das Zielband. Mit dem Sulzemooser Martin Wagner (LG Stadtwerke München) errang ein heimischer Athlet sogar Bronze (36:47 Minuten). Bei den Damen setzte sich wieder einmal die junge Nada Balcarczyk (LG Würm Athletik) durch. Die 16-jährige Puchheimerin benötigte nur 36:35 Minuten - ein Ergebnis, mit dem sie bei den Deutschen U 23-Meisterschaften, die am Vortag in Bobingen ausgetragen worden waren, Dritte geworden wäre. Den inoffiziellen Dachauer Landkreis-Titel holte sich Sandra Meikis (TSV Eintracht Karlsfeld) in 47:39 Minuten. Die Goldmedaille über fünf Kilometer ergatterte René Manthee (LG Telis Finanz Regensburg) in 17:11 Minuten. Der Hilgertshauser Nachwuchsmann Andreas Stettner (LG Würm Athletik) kam nach 18:59 Minuten als Sechster und Altersklassen-Bester an. Die erste Frau, die im 5 km-Lauf des Karlsfelder See-Spektakels den Zielkanal passierte, hieß Hanna-Verena Feller; die Münchnerin traf nach 18:47,29 Minuten ein. Stefanie Starp (LG Kreis Dachau) wurde Fünfte in 20:33,18 Minuten.

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