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Ein Schwergewichtskampf, der allen Klischees gerecht wird

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Intensiv auf Tuchfühlung gingen die Schwergewichte Alexander Petkovic und Raymond Ochieng vom ersten Gong an.
Intensiv auf Tuchfühlung gingen die Schwergewichte Alexander Petkovic und Raymond Ochieng vom ersten Gong an.

Dachau - Beide Kämpfer waren nach einem typischen Schwergewichtskampf schwer gezeichnet. Raymond Oching konnte mit seinen zugeschwollenen Augen kaum noch etwas sehen, Alexander Petkovic hatte nicht nur einen großen Cut über dem linken Auge, sondern, wie sich später herausstellte, einen Kieferbruch und einen Handbruch davongetragen.

Der Kampf um den Interkonti-Titel wurde in der zehnten Runde nach der Verletzung von Petkovic abgebrochen, Ringärztin Dr. Veronika Morhart vom Klinikum in Indersdorf erklärte das Duell nach einer Untersuchung an den Seilen für beendet. Nach dieser Entscheidung mussten nach der im Verband gängigen Regel die Punkte zusammengerechnet werden - und da hatte der Lokalmatador die Nase vorne. Für viele Zuschauer war es ein nicht ganz verständliches Urteil, allerdings mussten die Kampfrichter bei Ochieng zwei Punkte auf der Scorer-Karte abziehen, die er sich für unsaubere Aktionen eingefangen hatte.

Der Kampf entwickelte sich so, wie es die Boxexperten vorhergesagt hatten. Der Amerikaner Raymond Ochieng, Kampfname King Kong, ging sofort nach vorne und deckte Petkovic mit knallharten Schlägen ein. Für den Lokalmatadoren ging es in den ersten vier Runden nur um eines: Nicht ausgeknockt zu werden. Dieses Ziel schaffte der Weiße Tiger, auch wenn er mehrmals zu Boden ging und angezählt werden musste.

Ochieng genoss die Überlegenheit, er lachte im Ring und zeigte provokative Gesten, wie man es einst von Muhammad Ali kannte. Doch die Faxen wurden ihm von Petkovic im Laufe des Kampfes gehörig ausgetrieben. In der fünften Runde lag Ochieng nach einer Trefferserie von Petko dann selbst am Boden. Damit war dann erst einmal Schluss mit lustig...

Ab der sechsten Runde waren beide Kämpfer ziemlich groggy. Doch das Boxerherz verbat beiden, aufzugeben. Im Eifer des Gefechts kam es immer wieder zu Fouls in Form von Tiefschlägen, Kopfstößen und Schlägen auf den Hinterkopf - vornehmlich durch Ochieng. Der Ringrichter bestrafte diese mit Punktabzügen, die letztendlich zum Sieg für Petkovic geführt haben. Alexander Petkovic bewies Sportsgeist, indem er gleich nach dem Richterurteil Raymond Ochieng einen Revanchekampf anbot: „So will ich den Titel nicht gewinnen. Es tut mir Leid, dass es so gelaufen ist und biete Raymond einen Rückkampf an“, meinte Petkovic direkt nach Kampfende.

Bruno Haelke

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