Der SV Sulzemoos (rot) und die SpVgg Kammerberg (schwarz) mussten sich schon mit dem Umgang nach Corona-Fällen auseinandersetzen.
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Der SV Sulzemoos (rot) und die SpVgg Kammerberg (schwarz) mussten sich schon mit dem Umgang nach Corona-Fällen auseinandersetzen.

„Hätten laut Gesundheitsamt weiter spielen dürfen“

Corona-Fälle beim SV Günding und TSV Bergkirchen - SV Sulzemoos irritiert

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  • Rolf Gercke
    Rolf Gercke
  • Bruno Haelke
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Landkreis - Eine zweite Coronawelle wegen der Urlaubsrückkehrer? Auch für die Fußballvereine ist das eine Horrorvorstellung. Nachdem in den vergangenen Tagen immer häufiger Meldungen von positiv getesteten Amateurkickern, vornehmlich aus dem Bereich nördlich der Landeshauptstadt publik geworden sind, gab es nun auch die ersten offiziell bestätigten Fälle im Landkreis Dachau. Auf Grund der Entwicklungen in den letzten Tagen haben einige Vereine alle Personen und Mitglieder, die aus Ländern zurückkommen, für die es Reise- oder Sicherheitswarnungen gibt, aufgefordert, auf freiwilliger Basis bis zu 14 Tage nach Rückreise das Vereinsgelände nicht zu betreten – außer es wurde ein negatives Covid-19-Testergebnis bei der Einreise bestätigt.  ge

SV Sulzemoos: Corona-Fall bei Gegener SV Günding - „mit Schrecken davongekommen“

Eigentlich wollte der SV Sulzemoos am vergangenen Wochenende in Aubing testen und seine Serie auf vier Siege in vier Spielen ausbauen. Doch dann meldete sich der SV Günding. „Unser letzter Gegner hat uns informiert, dass einer seiner Spieler positiv getestet wurde“, berichtet Markus Wagenpfeil, der Teammanager des SVS. Wagenpfeil rechnete mit dem Schlimmsten und kontaktierte den Bayerischen Fußball-Verband (BFV). „Sie haben uns gesagt, dass wir nicht spielen sollten, uns aber an das Gesundheitsamt verwiesen“, erzählt Wagenpfeil. Er rief das Gesundheitsamt – und wunderte sich über dessen Auskunft: „Dort hieß es, dass wir Kontaktpersonen der Kategorie II waren, da der Kontakt an der frischen Luft stattfand und nicht länger als zehn Minuten bestand. Wir hätten laut Gesundheitsamt weiter trainieren und spielen dürfen.“ Das war für die Sulzemooser jedoch keine Option. Sie reagierten verantwortungsbewusst. „Alle, die an dem Tag in Günding dabei waren, haben sich testen lassen. Und erst, wenn alle negativ sind, werden wir weitermachen“, sagte Wagenpfeil.

Am Donnerstagmorgen trudelten die letzten Testergebnisse ein. Alle waren negativ. „Wir sind mit dem Schrecken davongekommen und um eine Erfahrung reicher“, so Wagenpfeil.

SpVgg Kammerberg: Spieler isoliert sich freiwillig - Koston appelliert an Vernunft

Ihren Ursprung nahm die Geschichte in Kroatien, wo eine Gruppe von Fußballern aus Günding, Bergkirchen und Kammerberg Urlaub machte. „Einer unserer Spieler hat mir mitgeteilt, dass er sich testen lässt, das Testergebnis abwartet und bis dahin daheimbleibt“, sagt Kammerberg-Coach Matthias Koston. Für dieses verantwortungsvolle Handeln spricht er seinem Spieler ein Lob aus, denn der wurde tatsächlich positiv getestet.

„Er hatte keinen Kontakt zu unseren Spielern, gestern ist seine zweiwöchige Quarantäne abgelaufen“, so Koston, der an die Vernunft aller appelliert: „Der Selbsttest beim Hausarzt ist eine Sache von fünf Minuten. Man holt ein Stäbchen, macht einen Abstrich und gibt die Probe ab. Nach spätestens zwei Tagen ist das Ergebnis da. Wer in den Urlaub fahren kann, sollte diese paar Minuten in Kauf nehmen.“  stm

SV Günding: Trainings- und Spielbetrieb bis 30. August eingestellt

Einer der betroffenen Landkreisvereine ist der SV Günding. SVG-Boss Heiko Krüger bestätigt: „Sofort nach dem Bekanntwerden der Corona-Fälle wurde am 12. August der Spiel- und Trainingsbetrieb bei uns eingestellt. Dies gilt erst einmal bis zum 30. August. Die Tests wurden über das Landratsamt Dachau und privat über die Hausärzte veranlasst. Bisher haben wir 33 Testergebnisse erhalten, 30 waren negativ und drei positiv. Folgende Sofortmaßnahmen wurden sofort veranlasst: Maskenpflicht auf dem kompletten Sportgelände; bestimmte Aufgänge wurden gesperrt; alle Spieler und Trainer, die aus dem Urlaub kommen, müssen ab sofort zwei negative Tests vorweisen, um am Trainingsbetrieb teilnehmen zu können.“ Krüger betont, dass man die Sache sehr ernst nehme: „Ständige Sitzungen in den Vereinsgremien zu diesem Thema sind Pflicht. Wir werden alle Maßnahmen überprüfen und die Situation akribisch beobachten. Wir gehen null Risiko ein.“  ro

TSV Bergkirchen: Es wird kein unnötiges Risiko eingegangen

Auch beim Gündinger Gemeindenachbarn TSV Bergkirchen gab es erste positive Coronatests. Fußball-Abteilungsleiter Max Hörmann bestätigt: „Wir hatten zwei positive Tests, die waren im zweiten Test negativ. Alle Spieler sind nun negativ getestet worden. Der Spiel- und Trainingsbetrieb wurde am 12. August eingestellt, dies gilt bis zum 24. August. Danach ist wieder ein Trainings- und Spielbetrieb möglich – vorausgesetzt, es gibt keine neuen Corona-Fälle gibt.“

Wie beim Nachbarn SV Günding geht man beim TSV Bergkirchen sehr sorgsam mit der Situation um. Max Hörmann betont: „Die Corona-Situation wird bei uns ständig im kompletten Präsidium und mit den Abteilungsleitern besprochen und neu bewertet. Es wird kein unnötiges Risiko eingegangen. Urlauber müssen einen negativen Corona-Test bringen, um wieder am Spiel- und Trainingsbetrieb teilnehmen zu können.“  ro

Koch: „Der bayerische Amateurfußball übernimmt Verantwortung, er ist startklar!“

Ungeachtet der aktuellen, besorgniserregenden Entwicklung drängt der Bayerische Fußball-Verband (BFV) in der Debatte um eine Wiederzulassung von Fans zu Amateurspielen die Politik zu einer Lockerung der Corona-Regeln. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hält den für September geplanten Re-Start der aktuell wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Amateurfußball-Saison mit einer zunächst begrenzten Zahl an Zuschauern für realistisch und hat dem zuständigen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration (StMI) am 13. August ein entsprechend detailliert ausgearbeitetes Hygiene-Musterkonzept vorgelegt. Eine Entscheidung wird spätestens für den 1. September erwartet, wenn der Ministerrat zu seiner nächsten turnusgemäßen Sitzung zusammenkommt.

Der BFV plant mit dem Re-Start der Saison Anfang September, inwieweit dies zum 5./6. September möglich ist, hängt jetzt von der Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung ab. BFV-Präsident Rainer Koch betont: „Auch hier ist klar, dass wir unseren Vereinen auch etwas Zeit geben müssen, um sich auf die Situation einstellen und Vorkehrungen treffen zu können – das geht nicht von heute auf morgen, daher ist eine möglichst rasche Entscheidung wünschenswert. Unsere Botschaft ist klar: Der bayerische Amateurfußball übernimmt Verantwortung, er ist startklar!“

Koch: „Wissen um die große Ungeduld bei unseren Fußballern“

Dass tatsächlich schon Anfang September die im Frühjahr unterbrochene Saison 2019/2020 fortgesetzt werden kann, wird mittlerweile nicht nur von Berufsskeptikern bezweifelt. Zwar halten sich die Vereine an das im Sommer erarbeitete strenge Hygienekonzept, doch die verhältnismäßig hohe Quote positiv getesteter Urlaubsrückkehrer erschwert allen Beteiligten die Arbeit.

„Wir wissen um die große Ungeduld bei unseren Fußballern. Bei alledem, was jetzt entschieden wird, muss die Gesundheit aller an oberster Stelle stehen. Das ist uns absolut bewusst. Deswegen waren wir quasi durchweg im Kontakt mit der Politik und haben zugleich einen Weg aufgezeigt, wie wir den Spielbetrieb mit einem Höchstmaß an Gesundheitsschutz umsetzen können – nicht nur im Fußball, sondern für alle Mannschaftssportarten mit Körperkontakt, die im Freien stattfinden“, so Koch.  ge

Ilmtalduell: FC Pipinsried testet gegen TSV Jetzendorf

Am heutigen Freitag, 19 Uhr, tritt der Bayernliga-Spitzenreiter FC Pipinsried beim abstiegsbedrohten Landesligisten TSV Jetzendorf an. Dabei kommt es für den Pipinsrieder Neuzugang Rene Hamann zu einem Wiedersehen mit seiner Ex-Mannschaft, für die er bis zur Corona-Pause noch tätig war. Ebenfalls kein Unbekannter in Jetzendorf ist der sportliche Leiter des FCP, Tarik Sarisakal. Er coachte den TSV von 2016 bis 2018 in 58 Spielen. Mit Marian Knecht hat ein weiterer Akteur eine Jetzendorfer Vergangenheit, allerdings wird Knecht dem FCP auf unbestimmte Zeit auf Grund seiner hartnäckigen Schambeinentzündung fehlen.  hae

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