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Tierisches Ballyhoo im Stadtwalddschungel

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Keines Blickes würdigt Alexander Petkovic seinen kommenden Gegner beim Ballyhoo im ASV-Saal. Foto: betz
Keines Blickes würdigt Alexander Petkovic seinen kommenden Gegner beim Ballyhoo im ASV-Saal. Foto: betz

Dachau - Rumble in the Dachauer jungle... Da musste King Kong grinsen, und auch der Weiße Tiger hatte Mühe, die Contenance zu wahren.

Auch wenn sich der Titel angesichts der tierischen Kampfnamen und der Örtlichkeit - eine Boxarena mitten im Dickicht des entlaubten Dachauer Stadtwalds - anbot, so richtig greifen wollte die Wortkreation des Promoters nicht; es bleibt also bei Petkos Fight Gala, diesmal unter dem Motto: „Die Nacht der Wahrheit“. 48 Stunden vor dem Profi-Event im Dschungelcamp an der Gröbenrieder Straße gab es ein erstes Aufeinandertreffen der Hauptdarsteller im Nebenraum der Boxarena. Lokalmatador Alexander Petkovic kam zur Pressekonferenz im frisch gebügelten Trainingsanzug, sein Kontrahent Raymond Ochieng im weißen T-Shirt und mit dunkler Jeans.

Und wenn der Inhalt hält, was die Verpackung verspricht, dann erwartet die Zuschauer am Samstag (19 Uhr/ASV-Halle) tatsächlich ein „big clash“ (O-Ton Ochieng). Wer ein weit geschnittenes Hemd so proper ausfüllt wie der für die USA startende Kenianer aus Nairobi und wer sich mit 34 Jahren so austrainiert präsentiert wie der bosnisch-herzegowinische Münchner aus Dachau-Ost, der dürfte für den auf zwölf Runden angesetzten Kampf um den Interkontinental-Schwergewichtstitel der WBA bestens gerüstet sein.

„Ich habe mir keine Videos von ihm angeschaut“, meinte Ochieng mit einem kurzen Nicken auf den neben ihm sitzenden Petkovic. „Wozu auch, dass er zwei starke Hände hat und immer nach vorne geht, weiß ich auch so.“ Nur wenig mehr ins Detail ging der Lokalmatador, und auch er vermied es dabei, den Namen des morgigen Gegners in den Mund zu nehmen: „Er kann fürchterlich hauen, aber technisch ist er nicht der Stärkste.“

Dass Petkovic topfit in das Duell um die Chance, einen WM-Kampf gegen Ruslan Chagaev zu ergattern, geht, garantiert dessen Coach Horst Philipp: „Alex ist kürzlich die fünf Kilometer in 19 Minuten gelaufen, das schaffen nicht viele Fußballer.“ Und dass der weiße Tiger seine Kondition nicht dazu benötigt, zwölf Runden lang vor King Kong Reißaus zu nehmen, sei eh klar.

Ochieng zu unterschätzen, sei zudem, so das Team von Petkovic unisono, keine gute Idee. Seit der krasse Außenseiter im vergangenen Juli den als große US-Schwergewichtshoffnung gehandelten, in 36 Profikämpfen noch ungeschlagenen David Rodriguez in Runde eins ausgeknockt hat, kommt niemand mehr auf die Idee, den US-Kenianer auf die leichte Schulter zu nehmen. „Im Gegensatz zu den Fachleuten war ich nach dem Sieg über Rodriguez überhaupt nicht überrascht“, lacht Ochieng. „Ich war sehr gut vorbereitet, ich wusste genau, wie ich ihn packen kann - und das habe ich dann auch getan.“ Sprach’s - und ließ den Bizeps zucken.

Unbeeindruckt ob des provokativ zur Schau gestellten Selbstbewusstseins seines Nebenmannes lenkte Petkovic das Interesse der Zuhörer wieder auf den morgigen Samstag: „Nicht nur mein Kampf gegen King Kong wird ein Knaller, auch der Rest des Programms hat es in sich.“

Insgesamt sind fünf Kämpfer aus dem Dachauer Gym von Petkovic im Einsatz, einer davon in einem K-1-Fight. Im Cruisergewicht bestreitet der Dachauer Toby Chris Huber, ein gelernter Taekwondoka, sein Debüt gegen Muhamed Mahmic aus Bosnien-Herzegowina.

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