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Knapp verpasst hat Mateja Jeger die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio.

Tischtennis

Mateja Jeger verpasst das Ticket für Tokio

„Natürlich bin ich traurig“, verriet Mateja Jeger, Nummer zwei des Tischtennis-Bundesligisten TSV Schwabhausen, nach der verpassten Qualifikation für die um ein Jahr verlegten Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August). „Da ich gut gespielt habe, hält sich meine Enttäuschung allerdings in Grenzen“, ergänzte die Kroatin nach dem europäischen Ausscheidungsturnier im portugiesischen Guimaraes.

Jeger startete vielversprechend auf den Weg nach Japan. In der Gruppenphase gab sich die 25-Jährige überraschend keine Blöße, sie feierte drei Siege. Die größte Konkurrentin im Kampf um Platz eins, Mie Skov aus Dänemark, wurde direkt zu Beginn mit 11:6, 11:6, 8:11, 8:11, 13:11, 10:12 und 11:8 niedergekämpft.

Anschließend gab es ein Wiedersehen mit Izabela Lupulesku (Serbien), die in der 1. Bundesliga für den ESV Weil in die Box geht. Im jüngsten Play-off-Viertelfinale standen sich die Kontrahentinnen allerdings nicht gegenüber, da Lupulesku im Bundesligaduell im unteren Paarkreuz agierte. Auch von einem anfänglichen 0:2-Rückstand (4:11, 9:11) ließ sich die Spielerin aus dem Landkreis Dachau nicht aus der Ruhe bringen. Dank einer deutlichen Leistungssteigerung reichte es zum Gewinn der nachfolgenden vier Sätze (11:8, 11:9, 11:8, 11:1).

Mit der Finnin Anna Kirichenko wartete die von der Papierform schwächste Spielerin zum Abschluss der Vorrunde auf Mateja Jeger. Nach einem ausgeglichenen ersten Abschnitt (13:11) ließ Mateja Jeger anschließend nichts anbrennen, sie behauptete sich mit 11:2, 11:13, 11:5 sowie 11:6.

Die Siegesserie der Nummer zwei aus Schwabhausen wurde jedoch direkt zu Beginn der Endrunde gestoppt. Wie auch schon im zweiten sowie dritten Play-off-Viertelfinale musste sich Jeger erneut Polina Trifonova (Bulgarien) geschlagen geben.

Im Anschluss an den Gewinn des ersten Satzes (11:9) verlor die TSV-Akteurin die vorentscheidenden nächsten Durchgänge unglücklich in der Verlängerung mit 11:13 sowie 10:12.

Mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen ausgestattet bekam die Spielerin aus Weil immer mehr Oberwasser, sie spielte mutig und erfolgreich (11:7, 11:8). Trifonova verpasste im weiteren Turnierverlauf das Olympia-Ticket nur ganz knapp, sie ist erste Ersatzspielerin, falls eine Qualifizierte absagen muss.

Für Mateja Jeger war das Olympia-Qualifikationsturner trotz der Niederlage gegen Trifonova noch nicht beendet, denn in einer dritten Stufe erhielten sämtliche Verliererinnen der Hauptrunde noch eine zweite Chance.

Doch der kleine Funke Hoffnung auf Tokio erlosch gleich in der ersten Begegnung. Barbora Balazova (Slowakei), die einst mit Schwabhausens Spitzenspielerin Sabine Winter gleich zweimal Gold im Doppel bei den Jugend-Europameisterschaften gewonnen hatte, erwies sich bei der 16:14, 13:15, 7:11, 10:12 und 8:11-Niederlage als eine Nummer zu groß.

Eine konkrete Analyse zu den einzelnen Matches wollte Jeger im Anschluss nicht vornehmen. „Ich habe mich während des Turniers gut gefühlt. Leider habe ich nur in zu vielen knappen Situationen meine Möglichkeiten nicht genutzt.“

Trotz alledem ging es positiv gestimmt wieder mit dem Flugzeug zurück in ihre Heimatstadt Zagreb. So machte Mateja Jeger gar kein Geheimnis daraus, „dass ich an meine guten Leistungen aus der zweiten Saisonhälfte auch in Guimaraes anknüpfen konnte. Ich sollte wieder optimistisch nach vorne schauen und weiter trainieren.“

Auf jeden Fall habe es etwas gebracht, in Zusammenarbeit mit Cheftrainer Alexander Yahmed einige Kleinigkeiten an ihrem Spielsystem umzustellen.

Mit dem Olympia-Qualifikationsturnier in Portugal ist die Saison allerdings noch nicht vorbei. Stand heute, finden vom 22. bis 27. Juni in Warschau (Polen) die Einzel-Europameisterschaften statt. Auch dort möchte Mateja Jeger wieder überzeugen, wenngleich die endgültige Nominierung noch aussteht. „Ich gehe aber davon aus, dabei zu sein.“

Auch Sabine Winter macht sich noch Hoffnungen auf einen Platz in der fünfköpfigen deutschen EM-Mannschaft. Die 28-Jährige trainiert dafür hart in ihrer Wahlheimat Düsseldorf. mast

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