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Drei Generationen, ein Team: Christian, Josef und Sebastian Hartmann (v.l.) holten BM- und DM-Gold für den Wurftaubenclub Dachau. Links OB Florian Hartmann, rechts Sportreferent Günter Dietz.

44. Sportlerehrung der Stadt Dachau

„Wir sind verdammt stolz auf unsere Vereine!

Die Kriterien sind streng, die Anforderungen hoch: Um auf der Sportlerehrung der Stadt Dachau ausgezeichnet zu werden, bedarf es mindestens des Gewinns einer Bayerischen Meisterschaft oder eines Aufstiegs in eine bayernweite Wettkampfklasse. Insgesamt 170 Vorzeigeathleten und 24 Trainerinnen und Trainer wurden in diesem Jahr für ihre Spitzenleistungen geehrt.

Dachau Egal wohin man im Ludwig-Thoma-Haus blickte, überall entdeckte man sportliche Aushängeschilder der Stadt Dachau. Auch in diesem Jahr haben sich die Aktiven von ihrer fittesten Seite päsentiert. Sogar eine Weltmeisterin wurde in der Großen Kreisstadt ausgezeichnet. Oberbürgermeister Florian Hartmann ließ zu Beginn seiner Laudatio das vergangene Sportjahr Review passieren: Von Abfahrtsläufer Thomas Dreßen über die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bis hin zur lange nicht mehr da gewesenen Spannung im Titelkampf der Fußball-Bundesliga.

„Egal, wie kurios das Jahr auch war, auf zwei Dinge ist immer Verlass“, meinte OB Hartmann: „Zum einen auf unseren langjährigen Sportreferenten Günter Dietz und zum anderen auf die Erfolge der Dachauer Sportlerinnen und Sportler“, würdigte er die herausragenden Leistungen der hiesigen Athleten.

Mit der Silbernen Bürgermedaille für besondere sportliche Verdienste zeichnete OB Hartmann, gemeinsam mit dem Sportreferenten und BLSV-Kreisvorsitzenden Günter Dietz, den Leichtathletik-Trainer des ASV Dachau, Hans-Joachim „Blacky“ Schwarz aus (gesonderter Bericht auf dieser Seite).

Im Anschluss an die Medaillen-Übergabe wurden alle Sportler auf der riesigen Bühne geehrt. Beeindruckend wurde es mal wieder, als die Athletinnen und Athleten des Schwimmvereins Dachau 1925 auf die Bühne drängten. Für Oberbürgermeister Hartmann mutierte die Verteilung der Urkunden zu einer sportlichen Angelegenheit. Auch Dietz war von den Schwimmerinnen und Schwimmern begeistert: „Ihr habt’s euch euer neues Hallenbad wirklich verdient“, spielte der Sportreferent scherzhaft auf den Neubau der Schwimmstätte an.

Mindestens genauso kuschelig auf der Bühne wäre es wohl beim Billardsportverein Dachau und der Taekwondo-Abteilung des TSV 1865 Dachau geworden. Einige der Kampfsportler halten die Dachauer Fahne aber bei der gerade stattfindenden EM in Valencia hoch und waren somit verhindert.

Ein Novum haben die Wurftaubenschützen Dachau zu bieten. Mit Christian, Sebastian und Josef Hartmann konnten in diesem Jahr drei Familien-Generationen sowohl die Bayerische als auch die Deutsche Meisterschaft gewinnen. Dass das Alter nur eine Zahl ist, bewiesen die Senioren des TSV 1865 Dachau im Tischtennis: Das Quartett Alexander Breit, Heinz Wilke, Peter Kapitza und Gerhard Witt holte den Bayerischen Mannschaftstitel.

Aber auch um den Nachwuchs muss man sich in der Stadt keine Sorgen machen. Bestes Beispiel dafür sind die Tanzmädels des ASV Dachau. Den Dancing Kids gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Auch die Geräteturn-Abteilung des TSV 1865 konnte sich sehen lassen. Insgesamt zehn Mädels schafften es, auf Bayerischer Bühne Erfolge einzufahren. Anna Mertes nahm sogar an der Europameisterschaft im Team Gym in Portugal teil.

Natürlich durften auch die Größten nicht fehlen: Die Hallen- und Beachvolleyballer des ASV Dachau, die schon seit Jahren auf Bayerischer und Deutscher Ebene vorne mitmischen. Lukas Pfretschner wurde sogar U 19-Vizeweltmeister im Sand (Beachvolleyball).

Filigran auf zwei Rädern unterwegs ist Andreas Strasser von der Soli Dachau. Strasser hat nach seinem Sieg bei der Deutschen Meisterschaft und Platz elf bei der Europameisterschaft an der Weltmeisterschaft im Trial-Radfahren teilgenommen.

Amtierender Bayerischer Pokalsieger sind die Handball-Damen des ASV Dachau. Und wenn der souveräne Tabellenführer der Bayernliga so weiter macht wie bisher, werden die Auswärtsfahrten wohl nächste Saison nicht nur innerhalb des Bundeslandes angetreten werden.

Die wohl höchste Auszeichnung in diesem Jahr hat Svenja Stronzik eingeheimst. Die Einradfahrerin vom ASV Dachau ist Weltmeisterin in der Einzelkür Freestyle.

Ob man als Weltmeisterin überhaupt noch Ziele hat? „Natürlich“, antwortete Stronzik ohne lange zu überlegen: „Die nächste Stufe wäre der Weltmeistertitel in der Expert-Klasse.“ Und dann? „Dann hätte ich das Maximum erreicht“, meinte die 16-Jährige, die über das Turnen zum Fahren auf einem Rad gekommen ist. „Dort konnte ich mir die Grundlagen in den Bereichen Körperspannung und -haltung antrainieren“, so Stronzik.

194 Urkunden später war es dann auch für einen sichtlich stolzen Oberbürgermeister Hartmann geschafft. Mit Blick auf das Abschlussbild, strahlte auch Sportreferent Günter Dietz über beide Ohren: „Wenn ich mir das anschaue, was in den Vereinen alles ehrenamtlich geleistet wird, dann kann ich nur sagen: Ich bin verdammt stolz auf unsere Vereine.“

Manfred Sedlbauer

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