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Zur neuen Saison gibt es auch Regeländerungen zum Thema Fouls. 

Alle Änderungen zusammengefasst

Schiri ist keine Luft mehr - Alle Regeländerungen zur neuen Saison

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Seit 1. Juli 2019 gilt im Fußball eine Vielzahl neuer beziehungsweise überarbeiteter Reglen. Als „gravierende Änderungen“ bezeichnet diese Neuerungen Verbandslehrwart Walter König, der die Schiedsrichter der Gruppe Erding damit vertraut machte.

Vor allem die Regelung beim Handspiel ist überarbeitet worden, „bestimmte Situationen sollen dadurch klarer und vor allem unumstrittener werden“. Laut König gehe es bei den Änderungen unter anderem darum, das Spiel schneller zu machen, es auf der anderen Seite aber einfach zu halten.

Hier haben wir die wichtigsten Änderungen zusammengefasst.

Regel 3 – Spieler

Ein ausgewechselter Spieler muss das Feld nicht mehr in der Höhe der Mittellinie verlassen, sondern über die ihm am nächsten gelegene Begrenzungslinie. Ausnahme: Der Schiedsrichter erteilt eine andere Weisung, falls es zum Beispiel aus Sicherheitsgründen erforderlich ist, wenn etwa der Spieler genau vor dem gegnerischen Fanblock vom Feld müsste.

Regel 5 – Schiedsrichter

Der Unparteiische kann ab sofort gegen Teamoffizielle die gleichen persönlichen Strafen verhängen wie gegen Spieler, also Gelb, Gelb-Rot und Rot.

Regel 8 – Beginn des Spiels

Früher hatte das Team, das beim Münzwurf gewinnt, die Seitenwahl, der Gegner automatisch Anstoß. Jetzt entscheidet derjenige, der gewinnt, auf welches Tor seine Mannschaft in der ersten Halbzeit spielt, oder ob sie den Anstoß durchführt.

Regel 8 – Schiedsrichterball

Beim Schiedsrichterball steht in Zukunft nurmehr ein Spieler beim Schiri, alle anderen Spieler – egal von welchem Team – müssen mindestens vier Meter Abstand haben. Sollte es im Strafraum zu einem Schiedsrichterball kommen, wird er immer mit dem Torwart ausgeführt. Außerhalb des Strafraums mit einem Spieler des Teams, das zuletzt den Ball gespielt oder berührt hat. „Was der dann mit dem Ball macht, ist sein Problem“, meint Lehrwart König, „ob er weiterspielt, dem Gegner hinschießt, oder ins Aus drischt“.

Regel 9 – Ball in und aus dem Spiel

Früher war der Schiedsrichter „Luft“, das heißt, wenn der Unparteiische angeschossen wurde, lief das Spiel einfach weiter. Das ist jetzt anders. Der Ball ist aus dem Spiel, wenn ihn ein Spieloffizieller (Schiedsrichter, Assistent) berührt, er aber auf dem Spielfeld bleibt und ein Team einen aussichtsreichen Angriff auslöst, oder der Ball geht direkt ins Tor, oder das Team, das den Ballbesitz hat, wechselt. Der Schiedsrichter hat in diesen Fällen das Spiel zu unterbrechen, die Partie wird mit Schiedsrichterball fortgesetzt.

Regel 12 – Handspiel

Hier gibt es die meisten Änderungen, „und auch einen Graubereich, in dem der Schiedsrichter einen gewissen Handlungsspielraum hat“, betont König. Ein Vergehen liegt immer dann vor, wenn ein Spieler den Ball absichtlich mit der Hand beziehungsweise dem Arm berührt, wenn er den Ball mit der Hand beziehungsweise dem Arm berührt und danach ins gegnerische Tor trifft beziehungsweise zu einer Torchance kommt, seinen Körper aufgrund seiner Hand-/Armhaltung unnatürlich vergrößert, oder sich seine Hand-/Armhaltung über Schulterhöhe befindet.

Kein Vergehen liegt vor, wenn ein Spieler sich den Ball unabsichtlich selbst an die Hand spielt, die Hand beziehungsweise der Arm nah am Körper ist, er seinen Körper aufgrund seiner Hand-/Armhaltung nicht unnatürlich vergrößert, sich beim Fallen mit der Hand beziehungsweise dem Arm auf dem Boden abfängt. Wenn beim Grätschen ein Arm beziehungsweise eine Hand über Schulterhöhe sind und getroffen werden, dann gilt es als Handspiel. „Das Risiko liegt hier beim Spieler“, stellt der Lehrwart fest.

Regel 12 – Fouls und Unsportlichkeiten

Wenn ein Schiedsrichter nach einem Foul eine Gelbe Karte zeigen will, aber der Freistoß schnell ausgeführt wird zum Erlangen einer klaren Torchance, kann der Unparteiische eine Karte auch noch nach der nächsten Unterbrechung zeigen. Eine eventuelle Rote Karte bei einer Notbremse würde dann zur Gelben, da die Torchance durch die schnelle Freistoß-Ausführung wieder hergestellt worden ist.

Unnachsichtig sollen die Schiedsrichter in Zukunft Unsportlichkeiten mit Gelben Karten ahnden. Dazu gehört vor allem: heftiges Reklamieren und Spielverzögerungen (unter anderem beim Freistoß vor den Ball stellen, Ball wegtragen beziehungsweise wegtreten nach Pfiff). „Das haben wir zu lange ausufern lassen“, gibt Lehrwart König zu und kündigt an. „Ab jetzt wird es rigoros geahndet, auch wenn der Schiedsrichter hier natürlich einen gewissen Handlungsspielraum hat.“

Regel 13 – Freistöße

Bildet die verteidigende Mannschaft bei einem Freistoß eine Mauer aus mindestens drei Spielern, so darf sich kein Gegner mehr in diese Mauer stellen. Die verteidigen Spieler müssen einen Abstand von mindestens einem Meter haben – in alle Richtungen – bis der Ball gespielt ist. Sollte ein Spieler bei der Ausführung näher als einen Meter stehen, wird unmittelbar danach unterbrochen und auf indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft entschieden.

Regel 14 – Strafstoß

Der Torwart muss beim Elfmeter nicht mehr mit beiden Beinen auf der Torlinie stehen, sondern nur noch mit einem Teil eines Fußes.

Regel 16 – Abstoß

Der Ball ist im Spiel, wenn er von einem Verteidiger mit dem Fuß gespielt wird und sich eindeutig bewegt. Es ist kein Verlassen des Strafraums mehr erforderlich (das gilt auch für Freistöße). Angreifende Spieler dürfen sich beim Abstoß grundsätzlich im Strafraum befinden. Wenn die verteidigende Mannschaft dies reklamiert, muss der Schiedsrichter den oder die Spieler aus dem Strafraum schicken. Wenn dies nicht gefordert wird, und ein Verteidiger spielt den Ball zum Stürmer, der im Strafraum steht und vielleicht sogar ein Tor erzielt, „dann sind Torwart und Verteidiger selber schuld“, fasst König zusammen.  (wk)

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