Die Juniorinnen des TSV Grafing werden ihre Saison im Gegensatz zu den Junioren fortsetzen.
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Die Juniorinnen des TSV Grafing werden ihre Saison im Gegensatz zu den Junioren fortsetzen.

Vereine aus Ebersberger Norden wünschen sich Einheitlichkeit

Wach: „Warum scheren sie nicht alles über einen Kamm?“

Vereine aus dem Ebersberger Norden verstehen die unterschiedlichen Entscheidungen des BfV bei Juniorinnen und Junioren nicht. Man hätte sich eine gemeinsame Lösung erhofft.

Landkreis – Nicht nur im Landkreis-Süden hat sich die Ebersberger Zeitung bei Vereinen erkundigt, die womöglich ab September den zweigleisigen Spielbetrieb im Junioren- und Juniorinnenfußball intern stemmen und moderieren müssen. Im Norden befindet man sich bei der SpVgg Markt Schwabener Au noch rätselnd in der „Findungsphase“. Im Westen übt man beim SC Baldham-Vaterstetten Kritik, kann aufgrund unverändert hoher Mitgliederzahlen aber vergleichsweise entspannt in die Zukunft blicken. Und in Grafing rechnet man mit der zweiten Infektionswelle.

Schreib: Kein Durchblick mehr bei unterschiedlicher Auslegung

„Momentan versuche ich noch nachzuvollziehen, warum man im Jugendbereich unterschiedliche Wege geht. Ich habe das noch nicht ganz verstanden. Zumal am Anfang in den BFV-Webinaren noch gesagt wurde, man will die Saison ab 1. September zu Ende spielen. Jetzt diese ganz unterschiedliche Auslegung, da blickt man nicht mehr durch. Ich tue mir auch schwer, dies den Eltern, Kindern und unseren Trainern zu vermitteln. Ich sehe die Gefahr, dass einige SpielerInnen aufhören oder gehen. Ein paar Eltern haben schon gesagt, dass ihnen Fußball gar nicht so sehr gefehlt hat. Zum Glück haben wir in der Umsetzung einen eigenen Jugendleiter für den Mädchenbereich, was die Strukturierung vereinfacht. Aber ich frage mich schon, wie wir eine Mannschaftseinteilung machen sollen, ab wann die Maßnahmen wirken und wie es mit den Sondergenehmigungen für Mädchen aussehen soll, die bei den Jungs mitspielen.“ Ronny Schreib, Kleinfeldleiter SpVgg Markt Schwabener Au

Brenner: Abbruch überall am sinnvollsten

„Für mich war der Saisonabbruch bei den Jungs die logische Konsequenz. Bei den Mädels muss ich die Argumentation anscheinend nicht verstehen. Wie geht‘s da im Frühjahr weiter? Wie passt das dann mit den Sondergenehmigungen bis zur B-Jugend und den Jahrgängen der Jungs zusammen, gerade bei Vereinen, die keine reinen Mädchenmannschaften haben? Am sinnvollsten wäre überall ein Abbruch gewesen! Da haben wir bei den Jungs jetzt auch keine Vor- oder Nachteile. Bisher weiß ich von unserer Geschäftsstelle, dass wir dennoch weniger Abmeldungen als zu dieser Zeit üblich haben. Daher gehe ich davon aus, dass wir alle bisherigen Mannschaften wieder melden. Uns stellt das auch in der A-Jugend nicht vor Probleme, weil wir zwei Teams haben und fast eine ganze Mannschaft aus der B-Jugend nachrückt.“ Peter Brenner, Leiter Spiel- und Trainingsbetrieb,SCBV

Klinger: Unsere Mädels verstehen das auch nicht

„Die Fortsetzung bei den Mädchen ist die falsche Entscheidung! Und unsere Mädels verstehen das auch nicht. Mehr Sinn hätte ein Abbruch und sauberer Neustart gemacht. Auch wenn es bei den Mädels nicht so sehr um Auf- und Abstieg geht: Wo ist der Unterschied? Ich bin generell dagegen, eine Saison nach einem Jahr Unterbrechung weiterzuspielen, solange sich der Verband nicht mit einem vernünftigen Plan äußert, wie das dann im Frühjahr weitergehen soll. Bei unseren älteren B-Juniorinnen frage ich mich, ob sie dann nur eine Saison A-Jugend spielen oder noch eine. Gut, dass es von den Leuten her bei uns eher so aussieht, als würden wir noch welche dazubekommen.“ Alex Klinger, Jugendleiter Mädchen, SCBV

Wach: Zweite Welle wird kommen

„Ich finde, das ist komisch geregelt, wenn drei Teile der Sparte mit ihrer Saison weitermachen und die Juniorinnen abbrechen. Ich hätte es zwar nicht entscheiden wollen müssen, aber warum scheren sie nicht alles über einen Kamm? Das ist schwer vor den SpielerInnen zu argumentieren und eigentlich wurden die Vereine dabei nicht gefragt. Allerdings spielen wir in den unteren Ligen, das ist die Frage, ob Abbruch oder nicht, irrelevant. Die Kinder wollen doch eigentlich nur Fußball spielen und sich messen können. Nur weiß ich noch gar nicht, welche Mannschaften ich überhaupt melden kann. In gewissen Altersstufen ist die Personallage ohnehin knapp und ich bin gerade bei den Jungs gespannt, wie viele da im Herbst zurückkommen, wenn die gerade nicht alle trainieren können und andere Sportarten oder den Bikepark für sich entdecken. Wie sollen generell bei den Jugendlichen dann Spiele ohne Zuschauer möglich sein, gerade wo die Eltern noch immer dabei sind? Aber ich persönlich sehe überhaupt nicht, dass wir im September spielen. Da bin ich pessimistisch, weil ich glaube, dass wir noch zu wenig über das Virus wissen und eine zweite Welle kommen wird. Deshalb sehe ich meine Hauptaufgabe noch gar nicht darin, den Spielbetrieb zu organisieren, sondern den Kids soziale Kontakte zu ermöglichen. Zumal die Jugendleiter mit ihrem Job und den eigenen Kindern daheim gerade anderes zu tun haben, als sich dauernd in der Abteilungsleitung zusammenzusetzen.“ Falko Wach, Jugendleiter beim TSV Grafing

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