„Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa“: Die Zornedinger ließen ihrer Freude über das gewonnene Achtmeterschießen gegen Ingolstadt freien Lauf. Der TSV wurde Neunter.
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„Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa“: Die Zornedinger ließen ihrer Freude über das gewonnene Achtmeterschießen gegen Ingolstadt freien Lauf. Der TSV wurde Neunter.

Bayerns E-Junioren gewinnen Turnier in Ebersberg

Ebersberg – Die Dr.-Wintrich- Halle in Ebersberg war am vergangenen Wochenende voll. 16 E-Juniorenteams spielten um den Autohaus Ebersberg-Cup.

Die Mannschaften machten die Turnhalle zu einem Laufsteg für talentierte Nachwuchsfußballer. Das Schauspiel zog mehrere hundert Zuschauer an.

Der Sieg ging an die Buben des FC Bayern München, die im Finale Austria Wien mit 2:0 bezwangen. Jeder, der schon mal in einer Turnhalle Fußball gespielt hat weiß, wie schwer es dort ist, hohe Bälle unter Kontrolle zu bringen. Der Lederball springt auf dem Hallenboden wie Popcorn in der heißen Pfanne. Zwar zauberten die acht Nachwuchsmannschaften namhafter Profi- Vereine meist mit flachen Pässen, aber auch springende Zuspiele saugten sie gekonnt aus der Luft. Beeindruckend, denn die aktiven Fußballer waren erst neun Jahre alt.

Auf der Tribüne saßen neben fußballinteressierten, neutralen Zuschauern, auch die Eltern der Junioren und feuerten tatkräftig an. Unter ihnen war auch Patrick Ghigani. Der 34-Jährige kickte unter anderem für die SpVgg Unterhaching, als Jugendlicher auch für den TSV 1860 München. Mittlerweile ist Ghigani selbst Vater, sein Sohn spielt in der Jugendabteilung des FC Bayern, „weil das der beste Verein der Welt ist“, wie er heute selbst sagt. Sein Tipp an die zukünftigen Nachwuchsspieler mit Wunschtraum „Profi“: „Es gehört Ehrgeiz und Arbeit dazu, aber die Freude und der Spaß sollten immer an erster Stelle stehen.“

„In den Farben getrennt, in der Sache vereint“, bemerkte Stadionsprecher Nils Neumann, als es zur Auktion für die Kinderkrebshilfe ging. Die U 10 des TSV 1860 München sponserte spontan ein nagelneues Jugendtrikot der Löwen. „Das ist eine tolle Aktion, vielen herzlichen Dank“, wertschätzte Sprecher und Auktionsleiter Neumann die Geste im Namen des Ausrichters. Den Zuschlag für das dunkelblaue Trikot in Größe XS erhielt Hermann Maier, selbst Trainer beim TSV Grafing. Zugunsten der Kinderkrebshilfe ersteigerte er das „Leiberl“ seines Lieblingsvereins für 60 Euro.

Dass im Jugendfußball Zusammenhalt und Fairness eine große Rolle spielen, war auf dem Parkett immer wieder zu sehen. Beim Achtmeterschießen zwischen Red Bull Salzburg und dem 1.FC Nürnberg (Spiel um Platz drei) verschossen die ersten vier Schützen auf beiden Seiten. Trainer wie Mitspieler schlossen die Fehlschützen sofort in ihrer Mitte ein. Noch bevor etwas später der 1.FCN nach dem letzten Achtmeter- Treffer den Sieg feierte, klatschten die Kicker mit den Salzburger Gegnern ab.

Ähnlich fair reagierte ein Spieler des FC Augsburg im Spiel zuvor: im Zweikampf brachte er seinen Gegenspieler zu Fall, das Foulspiel blieb aber ungeahndet. In der nächsten Spielunterbrechung sprintete der Augsburger quer über das Spielfeld. Und das nur, um sich bei seinem Gegner zu entschuldigen. Faire Gesten, spannende Spiele und ein begeistertes Publikum. Der Autohaus Ebersberg- Cup war vor voll besetzten Rängen in der Dr.Wintrich- Halle mal wieder ein voller Erfolg.

Turniersplitter

Ungewollter Balltausch: Im Spiel um Platz fünf kam es zwischen dem TSV 1860 München und dem FC Augsburg zu einem ungewollten Balltausch. Ein abgeblockter Torschuss landete auf einem Trägerbalken unter der Hallendecke. Als der Ball wieder herunterfiel, staunten die Junglöwen nicht schlecht: Statt einem Fußball purzelte ein Handball vom Hallendach. Das eigentliche Spielgerät blieb verschwunden.

Kein Ortswechsel: Bereits im Dezember führte Nils Neumann als Stadionsprecher akustisch durch den D-Jugend-Hallencup. Seine unterhaltsame Untermalung blieb auch außerhalb von Ebersberg nicht unbemerkt. „Der VfR Garching wollte mich für ein top besetztes Jugendturnier haben“, so Neumann, „aber ich habe abgesagt.“ Der Termin hätte sich mit dem Autohaus Ebersberg-Cup überschnitten, und da setzte der talentierte Kommentator seine Priorität. 

Der Beinahe-Tausch: Obwohl bei den Proficlubs bereits bei den Neunjährigen der Leistungsgedanke Einzug hält, waren deren Trainer beim Autohaus Ebersberg- Cup für Späße zu haben. Vor Turnierbeginn verwechselte der Trainer von Rapid Wien seinen Spielberichtsbogen mit dem des FC Red Bull Salzburg. Ehe Turnierorganisator Robert Vogel den Fehler bemerkte, stand bereits der Name des Wiener Torhüters in der Kaderliste der Salzburger. Kurzerhand informierte Rapids Coach seinen Schlussmann mit ernster Miene, dass er nun für die Konkurrenz auflaufen müsse. Vogel stieg in den Spaß mit ein: „Das ist ein offizielles Dokument, da lässt sich nichts mehr machen.“ Als dann noch der Verantwortliche von Red Bull Salzburg mit seinem Keeper in die Wiener Kabine kam, um den Tausch perfekt zu machen, löste Vogel die Situation auf. Die beiden Torhüter schnauften durch, und lachten wenig später zusammen mit ihren Trainern und Mitspielern über die spontane Aktion.

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