Ohne den Einsatz der Eltern, Trainer und Betreuer wird es in den Altersklassen der G- und F-Jugend auch mit „Funino“ nicht gehen. Und sei es nur, zum Binden der Schuhbänder.
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Ohne den Einsatz der Eltern, Trainer und Betreuer wird es in den Altersklassen der G- und F-Jugend auch mit „Funino“ nicht gehen. Und sei es nur, zum Binden der Schuhbänder.

Immer mehr Kinder hören frühzeitig das Fußballspielen auf

„Merklicher Verlust an Jugendspielern“ - BFV plant innovative Maßnahmen

  • Wolfgang Herfort
    vonWolfgang Herfort
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Immer mehr Kinder hören frühzeitig mit dem Fußball auf. Der BFV hat das Problem erkannt und will nun revolutionäre Maßnahmen im Kleinfeldfußball durchsetzen.

Landkreis – Ganz neue Wege will der Bayerische Fußball-Verband künftig im Kleinfeldfußball gehen. Verbands-Jugendleiter Florian Weißmann informierte die Vereine in einem Online-Meeting über das neue Vorhaben „Minifußball – kindergerechter Fußball im BFV“. Mit diesem Projekt will man vor allem erreichen, dass der Entwicklung, die in den letzten Jahren einen merklichen Verlust an Jugendspielern brachte, entgegenzuwirken. „Nach der U10 hören aktuell sehr viele Spieler auf. Natürlich verlieren viele Kinder ihr Interesse und entdecken ein anderes Hobby für sich, aber es ist unbestritten, dass bei vielen vor allem aufgrund weniger Einsatzzeiten der Spaß verloren geht und sie deswegen aufhören“, erklärt Weißmann.

Mit der neuen Spielform, die auch unter den Namen „Funino“ bekannt ist und künftig neben dem regulären Spielbetrieb angeboten wird, erhofft man sich hier eine wesentliche Verbesserung.

Erklärung Funino

BFV-Jugendleiter Weißmann von Maßnahmen überzeugt: „Der Spaßfaktor bei den Kindern wird sich in jedem Fall erhöhen“

Obwohl künftig beide Spielformen durchgeführt werden, appellierte Weißmann in seinem Vortrag, dass man „bei den G-Junioren nur noch die neue Spielform anwenden soll, denn die Spielform 7:7 kommt den Kindern – vor allem in diesem Alter – nicht entgegen“.

In der spielfreien Zeit sollen künftig „Festivals“, die der Verband oder auch die Vereine selbst organisieren können, stattfinden. Das Großspielfeld soll in acht verkleinerte Spielfelder aufgeteilt werden und auf jedem Feld wird Drei-gegen-Drei gespielt, was dazu führe, dass alle Kinder wesentlich mehr Ballkontakte haben. Jedes Team hat maximal noch einen weiteren Rotationsspieler zur Verfügung. Und durch die Regelung, dass nach jedem Torerfolg – oder spätestens nach zwei Minuten ohne Tor – zwingend ein Spielerwechsel erforderlich ist, sei gewährleistet, dass alle Kinder zu genügend Einsatzzeiten kommen. Durch die größere Anzahl an Toren sei auch sichergestellt, dass die Kinder durch die erzielten Treffer in jedem Fall mehr Erfolgserlebnisse haben werden. „Durch diese Maßnahmen wird sich der Spaßfaktor bei den Kindern in jedem Fall erhöhen. Wichtig ist auch, dass Kinder, deren Entwicklungsstand noch nicht so ausgeprägt ist, davon profitieren. Bislang kamen sie nur beschränkt zum Einsatz, doch nun werden sie sich durch wesentlich längere Einsätze schneller entwickeln“, beschreibt Weißmann die Gründe für dieses Projekt.

BFV: Die ersten Funino-Festivals sollen im Juli ausgetragen werden

Der Verbands-Jugendleiter sieht auch in Kantersiegen eine weitere Ursache für eine Demotivation von Kindern, die man nun auch abstellen will. Zu einem wird die verkürzte Spielzeit von sieben Minuten solche Ergebnisse verhindern und zum anderen gibt es nach jedem Spiel „Auf- und Absteiger“ erklärt Weißmann. „Die siegreiche Mannschaft wechselt in das nächste spielstärkere Feld, während der Verlierer das nächste Match im darunterliegenden Feld austrägt. Dies sorgt dafür, dass sich die Leistungsstärke von Gegnern im Laufe eines Festivals (F-Jun. sieben Spiele/G-Jun. fünf Spiele) automatisch anpassen, was der Forderung und Förderung der Kinder in jedem Fall entgegenkommt“.

Bei den am Online-Seminar teilnehmenden Funktionären fanden die Argumente Anklang, da die neue Spielform große Chancen bietet. Ob bei den E-Junioren die Akzeptanz für die neue Spielform zu erreichen sei, darüber zeigten sich einige Juniorenleiter doch skeptisch. Allerdings will der Verband durch größere Spielfelder und auch der Spielerzahl von Fünf-gegen-Fünf dem weiteren Entwicklungsstand in dieser Altersgruppe Rechnung tragen. Bei der Abfrage, ob Vereine zur Ausrichtung einer Pilotveranstaltung bereit wären, war zu erkennen, dass die Funktionäre von Funino überzeugt sind, denn aus allen Regionen gab es positive Antworten. Allerdings lässt die Corona-Pandemie derzeit noch keine genaue Planung zu. Beim Verband hofft man, dass im Juli die ersten Festivals ausgetragen werden können.

(anho / Wolfgang Herfort)

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