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Der Aufstiegsheld geht von Bord

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Sein Entschluss stand schon vorm Aufstieg fest: Die vier Tore im Finale waren die letzten von Florian Engel.
Sein Entschluss stand schon vorm Aufstieg fest: Die vier Tore im Finale waren die letzten von Florian Engel. © Rossmann

Vier schmerzhafte Abgänge beim EHC Klostersee – U20-Junior Dengl rückt auf

Grafing – Die nächsten Kaderentscheidungen beim EHC Klostersee sind gefallen. Der Grafinger Neu- oder Wieder-Oberligist vermeldet neben vier Abgängen einen „festen“ Aufrücker“ aus dem eigenen Talentschuppen.

Während Allrounder Florian Engel, Stürmer Jens Haller und Verteidiger Maximilian Pröls ihre aktive Eishockey-Laufbahn beenden werden und der junge Abwehrspieler Korbinian Eberwein sich dem Kooperationspartner EHC AibDogs Bad Aibling anschließen wird, kommt Nachwuchsangreifer Julian Dengl aus der EHC-U20 in die Drittliga-Mannschaft der Rot-Weißen nach oben. „Julian ist ein sehr talentierter, groß gewachsener Offensivspieler, der in der zurückliegenden Saison bereits ein wenig ins Erwachsenen-Eishockey hineingeschnuppert hat“, kommentierte EHC-Trainer Dominik Quinlan die Aufnahme des 18-jährigen Stürmers ins Team, der seit der U17 für die Klosterseer aufläuft und davor im Nachwuchs des EC Bad Tölz und SC Reichersbeuern ausgebildet wurde.

Eberwein wechselt nach Bad Aibling

Für weitere Talente aus der hauseigenen U20 sei die Tür jederzeit offen, sofern sie sich empfehlen. „Natürlich wird der Sprung für die jungen Spieler durch den Aufstieg größer.“ Aber mit Fleiß und Wille sei das beim notwendigen Grundtalent absolut möglich, so Quinlan. Man bleibe dem Weg, vor allem auf den eigenen Nachwuchs und Spieler aus der Region zu setzen, jedenfalls treu.

Eigengewächs Eberwein (23 Jahre) hat sich zum Wechsel nach Bad Aibling entschieden, nachdem er den Wohnsitz inzwischen an seinen Studienort Rosenheim verlegt hat. Die letzte Saison verbrachte er nach einer Handvoll Spiele für den EHC bereits überwiegend bei den AibDogs.

Haller muss aus familiären Gründen kürzer treten

Mit Pröls (29) und Haller (30) sagen dazu zwei langjährige Spieler „ciao“, die fast ihre gesamte Eishockey-Karriere bei den Klosterseern verbracht haben. Verteidiger Pröls, der vor acht Jahren für ein Kurzgastspiel zum EV Moosburg wechselte und nach der Rückkehr den Neubeginn in der Bezirksliga mit zwei Meisterschaften und drei Aufstiegen mitmachte, hört nach 127 Pflichtspieleinsätzen für den EHC auf. „Spieler wie Maxi, die nie im Vordergrund stehen, aber auch keine schlechte Stimmung in der Kabine verbreiten, wenn sie wenig Eiszeit haben, machen den Teamgeist mit aus“, weiß Headcoach Quinlan.

Ein dickes Danke gehe auch an Routinier Haller, der sich noch im Nachwuchs aus familiären Gründen dem Schwenninger ERC anschloss und nach kurzem Schnuppern (2009/10) seit neun Jahren fester Bestandteil der Grafinger Offensive war. Nach 252 Pflichtpartien mit jeweils 34 Tore und Assists will der Familienvater zugunsten von Frau und Tochter nun kürzertreten. „Mit Jens verlieren wir einen unserer erfahrensten Spieler, der auch in Unterzahl eine wichtige Komponente auf dem Eis war.“

„Ein Traum“, dass es so endet

Mit „Angie“ Engel geht ein weiterer „Unersetzbarer“ von Bord, wie Cheftrainer Quinlan sich ausdrückte. Seine Entscheidung sei bereits frühzeitig und lange vor den Playoffs gefallen, erzählt der 32-jährige Realschullehrer. „Allein der zeitliche Aufwand neben einem Vollzeitberuf ist enorm und geht voll zu Lasten der Familie.“ Seine Frau habe im zurückliegenden Jahr so viel auf sich und ihm abgenommen. „Das geht nicht mehr und war für mich unabhängig von der Liga klar“, sagte Engel zu seinem Rückzug nach – mit zwei Unterbrechungen in den letzten sieben Jahren – insgesamt 99 Spielen für den EHC und herausragenden 107 Skorerpunkten (51 Tore und 56 Assists).

„Dass es so endet, ist natürlich ein Traum“, schwärmt der Vater zweier Kinder und denkt dabei an die Bayernliga-Meisterschaft samt Aufstieg in die Oberliga Süd und vor allem seinen Vierer-Torpack beim 4:1-Triumph gegen Miesbach im entscheidenden dritten Spiel der Finalserie zurück.  ele

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