Hallenfußball

Hammerharte Zwischenrunde

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In der Zwischenrunde des Sparkassenpokals Rosenheim ist der SV Anzing ausgeschieden. In der Finalrunde dabei, die am Freitag in der Gabor-Halle ausgetragen wird, ist der TSV Emmering.

VON JULIAN BETZL

Rosenheim – Die sogenannte „Hammergruppe 3“ in der Zwischenrunde des Rosenheimer Sparkassenpokals machte ihrem Titel alle Ehre. Nach einer sensationellen Aufholjagd und einer hochdramatischen Abschlusspartie waren der TSV Emmering

Anzing Derby gegen Emmering 3:2

und der SV Anzing nur Sekunden von einem gemeinsamen Einzug ins Finalturnier an diesem Freitagabend ab 18 Uhr in der Gabor-Halle entfernt. Letztlich lösten von den beiden einzigen Vertretern aus dem Ebersberger Landkreis aber nur die „Hallenspezialisten“ aus Emmering ihr Finalticket.

„Viel gezittert, aber am Ende eine gute Leistung“, fasste TSV-Sprecher Manuel Sedlmaier den zwischenzeitlich kaum mehr für möglich gehaltenen Triumph zusammen. Das Auftaktmatch ihrer Untergruppe verlor das Team um Trainer Hans Weiß nämlich mit 2:3 gegen Turnier-Novize Anzing. „Wir waren anfangs nervös und Anzing hat ja nix zu verlieren und gute Kicker“, kommentierte Sedlmaier die beiden SVA-Führungstreffer durch Adrian Blumberg und Raphael Hösl. Thomas Leykam brachte den fast hundertköpfigen Emmeringer Fanblock mit seinem Anschlusstor kurz zum Kochen, ehe Bastian Reuel das 3:1 markierte.

„Stimmlich haben unsere 20 Hanseln gegen den riesigen Emmeringer Block eh keine Chance gehabt“, meinte Anzings Sprecher Benno Stadler grinsend, „wir haben das dann sportlich gelöst“. Leykams zweiter Treffer markierte den Schlusspunkt eines rasanten Derbys.

Anschließend setzten sich sowohl Emmering (1:0) als auch Anzing (3:2) gegen den TuS Raubling durch und qualifizierten sich damit für die entscheidende Kreuzgruppe mit dem SV Westerndorf und dem TSV Bad Endorf. Da beide Landkreis-Teams das Resultat aus dem Derby mitnahmen, startete Emmering ebenso wie Westerndorf punktlos in diese Vierergruppe. „Da wussten wir auf der Tribüne schon, dass das eine

100 Fansin Grün-Weiß

happige Sache werden würde“, so Sedlmaier. „Aber wir haben uns gegen Endorf nochmal gepusht und mit viel Zug nach vorne einen super Auftritt abgeliefert.“ Durch den 1:0-Erfolg war man wieder im Rennen.

Derweil konnte Anzing seinen Punktevorsprung gegen Westerndorf nicht ausbauen – 0:2. „Wir waren schnell durch ein dummes Gegentor hinten und haben dann gezeigt, dass uns noch Cleverness fehlt“, erklärte Stadler. „Wie wild sind wir auf den Ausgleich gerannt und haben kurz vor Schluss das 0:2 kassiert. Im Nachhinein wären wir mit dem 0:1 weitergekommen.“

Zumindest die Emmeringer konnten von den Anzinger Anstrengungen profitieren. „Es war unser Glück, dass Westerndorf danach nur fünf Minuten Pause hatte, vielleicht war das entscheidend“, interpretierte Sedlmaier in den knappen wie entscheidenden 2:1-Abschlusserfolg für den Gruppensieg hinein. „Da sieht man, wie schnell es in der Halle gehen kann. Der Jubel war riesengroß und jetzt fahren wir zuversichtlich zur Endrunde.“

Den Beifahrersitz hatte Anzing eigentlich schon mit seinem Handtuch reserviert. Mit 2:0 lag der SVA gut vier Minuten vor der Schlusssirene bereits gegen Endorf in Front. Dann überschlugen sich die Ereignisse und Schiedsrichterentscheidungen in diesem Parkett-Dramolett: Zunächst kassierte Adrian Blumberg eine Zwei-Minuten-Strafe; eineinhalb Minuten verstrichen, ehe Endorf verkürzte; kaum war Anzing wieder vollzählig, musste Kilian Blumberg für eine Grätsche ohne Gegnerkontakt auch schon wieder für zwei Minuten runter. „Raphael Hösl wird danach vom Endorfer Torwart gelegt, jeder hat einen Strafstoß gesehen, nur der Schiri nicht“, ärgerte sich Stadler 40 Sekunden vor Schluss über einen weiteren ausgebliebenen Pfiff für den SVA, als selbst der Zeitnehmer die Uhr schon gestoppt hatte.

„Vier Minuten in Unterzahl, vier Entscheidungen hintereinander gegen uns, die in der Vielzahl einfach schlimm waren.“

Zehn Sekunden auf der Uhr

Sekunden entscheiden gegen Anzing

fand Endorf die entscheidende Lücke zum 2:2-Endstand. Punktgleich mit Endorf hatte Anzing damit in der Endabrechnung das Nachsehen – um ein einziges Tor. „Ziemlich ärgerlich und schade, alle waren niedergeschlagen“, meinte Stadler aber auch: „Allen hat es super gefallen. Stand jetzt sind wir nächstes Jahr wieder dabei.“

Als Trostpflaster durften die SVA-Anhänger die Auszeichnungen für Taygun Yildiz als besten Torwart der Gruppe sowie Adrian Blumberg als besten Spieler beklatschen. Für Gruppensieger Emmering geht es am Freitag in einer Dreiergruppe mit dem Überraschungsteam BiH Rosenheim (Kreisklasse) und Bad Endorf um den Einzug ins Halbfinale. Für die Parallelgruppe konnten sich Ostermünchen, Bad Aibling und Prien qualifizieren.

Endrundenteilnehmer

BiH Rosenheim; TuS Bad Aibling; - TSV Bad Endorf; TSV Emmering; - SV Ostermünchen; TuS Prien.

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