Eine schweißtreibende Angelegenheit war das Turnier auch für den Grafinger Julius Höfer. Der Lohn: Rang drei.

Top-Favoriten Beck/Schröder geschlagen

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Das BVV Beach Masters Turnier der Kategorie 1+ in Ebersberg war wieder einmal ein voller Erfolg. Der Klosterbauhof hat bei den Beacher schon beinahe Kultstatus erreicht. Auch wenn das Wetter diesmal nicht immer mitspielte

Ebersberg – Es liegt in der Natur der Sache, dass Freiluftsportarten vom Wetter beeinflusst werden. Allerdings kaum eine so sehr wie Beachvolleyball. Sommer und Sonne gehören da einfach dazu. Fehlt das, ist auch die Zahl der Zuschauer eher bescheiden. Dem mussten auch die Organisatoren des BVV Beach Masters im Ebersberger Klosterbauhof Tribut zollen. Waren am Samstag Sonnenschirme heiß begehrt, waren es gestern Regenschirme. Entsprechend dünn besetzt waren die Tribünen am Anfang des entscheidenden Tages, an dem es um das Preisgeld von 2000 Euro ging..

Bilderbuchwetter empfing die besten bayerischen Beacher und einige deutsche Topteams am Samstag in der Kreisstadt. Da wollten die Aktiven nicht nachstehen, boten zum Teil erstklassigen Sport. Auch die heimischen Vertreter aus Grafing und Vaterstetten mischten kräftig mit. Allen voran Konsti Schmid mit Partner Fabi Wagner. Die beiden Grafinger trafen gleich am Anfang auf den amtierenden Bayerischen Meister, Lennart Kroha/Harry Schlegel, denen man sich im Finale um den Titel in Augsburg hatte geschlagen geben müssen. Diesmal drehten „Dottore“ Schmid und Wagner den Spieß um und schickten die Champions in die Verliererrunde. Und sie blieben dran, erreichten das Viertelfinale. „Woanders hätten wir das nicht geschafft, vielen Dank Ebersberg“, fasste Schmid die ersten Partien in seinem „Wohnzimmer“ zusammen. Dass Ebersberg eine ganz besondere Atmosphäre zu bieten hat, bekamen nicht nur die Zuschauer vor Ort bei traumhaften Bedingungen mit. Auch der Video-Stream, den die Organisatoren um Dieter Heidrich und Barthel Spranger von „beach2go“ angeleiert hatten, war erstklassig. Die Bilder, die aus dem Klosterbauhof in die Welt hinaus gingen, waren höchst professionell. Erstmals hatte die eigens angelegte Beach-Arena auch eine Video-Wall zu bieten, auf der der aktuelle Spielstand eingeblendet wurde. In der Rundschau des Bayerischen Fernsehens bekamen die Zuschauer zudem einen Überblick, was in Ebersberg geboten wurde.

War es am Samstag nötig, den „Sandkasten“ immer wieder zu wässern, um die Staubentwicklung in Grenzen zu halten, so wäre sonntags eine Regenplane sinnvoll gewesen. Doch Beacher sind nicht unbedingt Schönwetterspieler. Als die Halbfinalspiele der Frauen im Klosterbauhof starteten, waren die Tribünen so gut wie leer. Nur vereinzelt fanden sich ganz Hartgesottene ein, um die Spiele zu verfolgen. Dass zunehmend mehr Zuschauer kamen, war nicht nur dem aufklarenden Himmel zu verdanken. Auf dem Nebenplatz am Volksfestgelände kämpften nämlich Schmid/Wagner um den Einzug ins Halbfinale. Ihre Gegner: Sebastian Burgis (TSV Deggendorf) und Julius Höfer vom TSV Grafing, ausgewiesene Könner im Sand. Entsprechend eng wurde es. Den ersten Satz holte sich das rein Grafinger Gespann noch mit 21:16, doch dann trumpften Burgis/Höfer auf, holten den zweiten Durchgang mit 21:15 und gaben die Führung nicht mehr ab. Mit dem 9:15 im dritten und entscheidenden Satz war für Schmid/Wagner das BVV Beach Masters auf Rang fünf beendet.

Im Duell mit den Gebrüdern Sagstetter „erwischte“ es dann auch den Vaterstettener Simon Kulzer, der sich an der Seite des Lohhofers Armin Dollinger vergeblich der 0:2-Schlappe entgegen stemmte.

Der Unterschied zwischen bayerischer und nationaler Spitze war im Match zwischen den an Nummer eins gesetzten Top-Favoriten Paul Becker/Jonas Schröder und Burgis/Höfer zu sehen. Während die einen beherzt, aber fehlerbehaftet agierten, spulten die anderen ihr Pensum routiniert und vor allen Dingen ohne Schnitzer ab. Auch wenn Höfer, der in der 2. Bundesliga für den TSV Grafing in der Halle antritt, seine Stärke am Netz ein ums andere Mal ausspielte, war gegen die beiden Profis aus Frankfurt, Nummer fünf der deutschen Rangliste, nichts zu machen (17:21, 11:21). Letztlich durften sich Höfer und Burgis aber mit dem Sieg im kleinen Finale und Rang drei trösten.

Das Herren-Finale musste dann aufgrund eines über Ebersberg hinweg ziehenden Gewitters unterbrochen, die bestens besetzten Metall-Tribünen geräumt werden. Als die Sonne wieder hervor kam, sahen die Zuschauer, die sich vom Regen und Wind nicht hatten vertreiben lassen, ein spannendes und hochklassiges Finale. Zu dominant schien zunächst das Duo Becker/Schröder. Doch eine weitere, diesmal verletzungsbedingte Unterbrechung (Paul Becker) leitete die Wende ein. Die Außenseiter Dan John/Eric Stadie, immerhin Studenten-Weltmeister 2018, gewannen verdient. WOLFGANG HERFORT

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